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Aus der Stadt Nach Überfällen: Polizei erhöht Präsenz im Sahlkamp und in Vahrenheide
Hannover Aus der Stadt Nach Überfällen: Polizei erhöht Präsenz im Sahlkamp und in Vahrenheide
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02:11 10.03.2018
Die Polizei fährt nach den bewaffneten Raubüberfällen vermehrt Streife entlang der Stadtbahnlinie 2. An der Haltestelle Papenwinkel wurden am 21. Februar zwei junge Männer ausgeraubt. Quelle: Clemens Heidrich
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Hannover

 Entlang der Stadtbahnlinie 2 zwischen Vahrenheide und der Endhaltestelle Alte Heide treibt seit Wochen eine Jugendbande ihr Unwesen. Die Gang hat seit Mitte Februar bereits drei bewaffnete Überfälle begangen. Stets waren junge Passanten das Ziel, die gerade erst aus der Bahn ausgestiegen waren. Die Opfer werden mit Messern bedroht und sollen ihre Wertgegenstände herausgeben. Mindestens zwei Personen wurden von der Bande auch attackiert. Bislang hatte die Polizei noch keinen Erfolg, die Jugendbande zu überführen. Um der kriminellen Gruppe zu begegnen patrouillieren nun vermehrt Beamte in dem betroffenen Areal.

Anwohner und Geschäftsbetreiber berichten von einer Clique männlicher Jugendlicher, die sich regelmäßig an der Haltestelle Alte Heide trifft. „Sie trinken Alkohol und rauchen Haschisch“, sagt Aidn Hussein, Angestellter im Kiosk direkt gegenüber der Endstation. „Ich habe durchaus Angst um meine Familie.“ Mitunter setzen sich die Halbstarken auch auf das Geländer vor der Ladenzeile. „Die Jugendlichen quatschen auch Ältere an und fragen nach Geld oder Zigaretten“, sagt er Anwohner, der anonym bleiben möchte. Viele Passanten würden den Bereich um die Stadtbahnhaltestelle meiden und wirklich erst dann zum Zug gehen, wenn dieser Zug abfährt.

Die drei Überfälle ähneln sich sehr stark

Ob es die polizeilich gesuchte Jugendbande ist? Eindeutige Belege haben die Beamten noch nicht. „Wir prüfen, ob die drei Überfälle zusammenhängen“, sagt Matthias Brust von der Polizeistation Sahlkamp-Vahrenheide. Einiges spricht dafür, die Taten ähneln sich stark. An der Station Alte Heide wurden am 23. Februar zwei 16-jährige Mädchen überfallen und am 26. Februar vier junge Menschen im Alter von 19 und 20 Jahren. An diesem Dienstag teilte die Polizei zudem mit, dass bereits am 21. Februar zwei junge Männer an der Stadtbahnhaltestelle Papenwinkel ausgeraubt wurden. Die Tätergruppe besteht immer aus fünf bis acht Personen, die Altersspanne wird stets zwischen 16 und 20 Jahren angegeben. Jedes Mal bedrohte die Bande ihre etwa gleichaltrigen Opfer in den Abendstunden mit Messern, in einem Fall hatten sie auch einen Baseballschläger dabei.

„Wir waren schon mit Zivilkräften im Einsatz und haben Personen kontrolliert“, sagt Polizist Brust. Außerdem patrouillieren uniformierte Kräfte regelmäßig entlang der Stadtbahnstrecke und überprüfen die Haltestellen. Darüber hinaus seien einige Hinweise bei den Ermittlern eingegangen, „die wir derzeit auswerten“, sagt Brust. Ob konkrete Spuren dabei sind, sagt er aus Ermittlungsgründen nicht. Zeugen werden weiterhin gebeten, sich unter Telefon (05 11) 109 33 17 bei der Polizei zu melden.

CDU fordert dauerhaft besetzte Wache

Studentin Nadine P. vermutet, dass die Halbstarken „wohl einfach mal den Gangster rauslassen wollen“. Die 25-Jährige werde auch regelmäßig angelabert, wenn sie an der Haltestellte Papenwinkel aussteigt. Dor säßen regelmäßig Jugendliche auf dem Drängegitter an den Gleisen, trinken, rauchen und hören laut Musik. „Ich versuche, nicht darauf zu reagieren“, sagt sie. Gleiches Bild am Endpunkt Alte Heide: Benjamin B. berichtet von herumlungernden Halbstarken am Bahnsteig. „Vielleicht verkaufen sie auch noch Drogen“, sagt der 25-Jährige.

Die CDU-Ratsfraktion fordert unterdessen mehr Polizeipräsenz sowie eine dauerhaft besetzte Wache in den beiden Stadtteilen. Derzeit ist diese nur tagsüber besetzt und sonntags geschlossen. „Im Sahlkamp und in Vahrenheide hat sich in den vergangenen Jahren vieles zum Positiven entwickelt“, teilen die örtlichen Ratsherren Michael Emmelmann und Felix Blaschzyk mit. Nun müsse eine Abwärtsspirale verhindert werden. „Kriminellen Banden muss entschieden entgegengetreten werden“, sagt Emmelmann, „mit der vollen Härte des Rechtsstaates.“

Von Peer Hellerling

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