Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Nach Verwüstung: Moschee organisiert Wachdienst
Hannover Aus der Stadt Nach Verwüstung: Moschee organisiert Wachdienst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:59 03.01.2009
Die Brüder Adeel (10, li.) und Sajeel (6, 2.v.l.) und ihre Freunde gehören zu den 300 Mitgliedern der Ahmadiyya-Gemeinde. Quelle: Michael Thomas

„Wenn alle zustimmen, werden wir an den Eingängen zur Moschee Kameras installieren“, sagte Ahmad Imtiaz, der Vorsitzende der Gemeinde. Bereits beschlossen ist, dass die Muslime ab sofort einen eigenen Sicherheitsdienst für die Moschee organisieren. „Zusätzlich zur Polizei fahren wir jetzt regelmäßig zur Moschee, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist“, erläuterte Imtiaz.

Unbekannte waren in der Silvesternacht in die Gebetsräume am Alten Damm eingedrungen. Sie zertrümmerten die Eingangstüren und zerschlugen mindestens 15 Fenster mit Pflastersteinen. Dann nahmen sie drei Flachbildfernseher im Wert von rund 4000 Euro mit und flüchteten. Die Polizei geht nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen davon aus, dass es sich bei der Tat um einen Einbruch mit Vandalismus handelt.

Nach wie vor werde aber in alle Richtungen ermittelt, so eine Polizeisprecherin. Eine Spur zu den Tätern oder Hinweise von Zeugen gibt es bislang nicht. Fest steht nur: Es müssen mehrere Einbrecher gewesen sein. Außerdem müssen sie mit einem großen oder mehreren kleinen Fahrzeugen zur Moschee gefahren sein, sonst hätten sie die Fernseher nicht transportieren können. „Ich bin sehr traurig über das, was hier passiert ist. Wir sind doch friedliche Leute, deswegen soll man auch uns gegenüber friedlich sein“, sagte Vorsitzender Imtiaz.

In Hannover und Umgebung hat die Ahmadiyya-Gemeinde etwa 300 Mitglieder. Sie stammen meist aus Pakistan. Bundesweit zählt die religiöse Gruppe rund 30.000 Mitglieder. Ihnen stehen derzeit 40 Moscheen und Gebetszentren zur Verfügung. Der Verfassungsschutz stuft die Ahmadiyya als unproblematisch ein. Mit Bestürzung hat auch der Bundesverband der Religionsgemeinschaft auf die Vorfälle in der Silvesternacht reagiert.

„Den Einbruch, den Diebstahl von Einrichtungsgegenständen und die Verwüstungen verurteilen wir auf das Schärfste als sinnlosen Gewaltakt“, sagte Abdur Rafik Ahmad, der Sprecher der Muslime. Auch Ralf Meyer, der Vorsitzende des Bürgervereins in Stöcken, verurteilte die Tat: „Wir heißen das, was dort geschehen ist, nicht gut. Uns ist daran gelegen, dass die verschiedenen Religionen bei uns im Stadtteil friedlich miteinander leben und umgehen.“

von Tobias Morchner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein 49-Jähriger ist am Freitag gegen 9 Uhr bei einem Unfall auf der A7 schwer verletzt worden. Er wurde mit Prellungen und einem Schlüsselbeinbruch zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

02.01.2009

Verkehrsforscher der Leibniz Universität Hannover tüfteln an einem neuen Steuerungssystem für Ampeln. Ihr Ziel ist eine „Grüne Welle“, die den Verkehr fließen lässt und damit die Fahrzeiten und den Ausstoß von Schadstoffen verringert.

02.01.2009

Nachdem Unbekannte in der Neujahrsnacht eine Moschee in Hannover verwüstet haben, schließt die Polizei einen politisch motivierten Hintergrund derzeit aus.

02.01.2009