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Aus der Stadt Müll bleibt bis zu vier Wochen liegen
Hannover Aus der Stadt Müll bleibt bis zu vier Wochen liegen
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00:16 30.04.2016
„Das sieht schrecklich aus“: Müll liegt am Engelbosteler Damm. Foto: von Ditfurth Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Gelbe Säcke und Altpapier-Säcke liegen ein oder zwei Wochen auf dem Gehweg herum, wenn ihre Besitzer sie nicht wieder ins Haus räumen. Die Gewerkschaft Verdi und der Abfallentsorger Aha hatten sich geeinigt, trotz des Streiks Müll von Krankenhäusern, Altenheimen und Pflegeeinrichtungen abzuholen. 

Über den Vorschlag, den Müll aller anderen Kunden wie nach Feiertagen an den darauf folgenden Tagen ebenfalls abzuholen, gab es keine Einigung. „Dabei befürworten das auch die Mitarbeiter“, sagte Mike Renneberg, Leiter der Aha-Abfall- und Wertstoffabfuhr, im Bezirksrat Nord. Die Kollegen müssten nun beim nächsten Abholtermin jeweils die doppelte Menge Müll abtransportieren. Nach Feiertagen lasse sich die Abfuhr je nach Müllaufkommen dagegen flexibler gestalten, bis hin zum Einbezug des Sonnabends. „Genau diese Samstagsarbeit nach einem Streiktag wollten wir nicht“, betont Michael Ludwig, Personalratsvorsitzender von Aha. Der Streik solle ein Zeichen an die wenig verhandlungsbereiten kommunalen Arbeitgeber sein. In acht Stadtteilen blieben Gelbe Säcke, in 13 das Altpapier und über die ganze Stadt verteilt sowie in Hemmingen und Sehnde Restmüll liegen.

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Der Warnstreik vom 26.April entfaltet in manchen Stadtvierteln erst im Nachhinein seine volle Wirkung. 

Die Auswirkungen lassen sich in der Nordstadt besichtigen. Dort haben viele Anwohner Säcke auf die Straße gestellt, obwohl die am Dienstag nicht abgeholt wurden. Etliche Säcke sind bereits aufgeplatzt. Papier wird nun erst in einer Woche, Gelbe Säcke sogar erst in 14 Tagen abgeholt. Links und rechts vom Engelbosteler Damm stehen zudem überquellende Tonnen und Pappkartons, die der Regen durchweicht hat. „Das sieht schrecklich aus“, sagt Verkäuferin Domenica Caputo vom Modegeschäft 24colours. Sie befürchtet, dass Kunden abgeschreckt werden könnten. Ihre eigenen Kartons würde sie wieder reinholen, sagt Caputo, „aber dann wäre der ganze Laden dreckig“.

Wenig erfreut über die Situation ist auch Svenja Stucke, die in der Bäckerei und Konditorei Elysée arbeitet. Spätestens bei schönerem Wetter wird der Abfall für sie zum Problem. „Wer will sich schon an einen Tisch neben den stinkenden Säcken setzen?“ Anwohnerin Caroline Will möchte ihren Teil dazu beitragen, dass der Engelbosteler Damm nicht mehr so „extrem unschön“ aussieht. „Ich werde meinen Müll reinholen und in den Keller stellen“, sagt sie.

Wohin mit dem Müll?

Bürger können Wertstoffe, den Gelben Sack und Papier jederzeit zu den Öffnungszeiten an den Wertstoffhöfen abgeben. Wenn Restmülltonnen voll sind, können Aha-Kunden in der gesamten Region ihren Restmüll in Plastiksäcken daneben stellen.

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