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Aus der Stadt Klinik-Neubau bis zu 19 Millionen Euro teurer
Hannover Aus der Stadt Klinik-Neubau bis zu 19 Millionen Euro teurer
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00:18 14.07.2015
Von Mathias Klein
Das Bettenhaus des Nordstadtkrankenhauses ist nach einem Wasserschaden unbenutzbar. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Das wurde den Mitgliedern des Aufsichtsrats am Freitag mitgeteilt. Grund sind zusätzliche Forderungen von Handwerkern und anderer am Bau beteiligter Firmen.

Ursprünglich war geplant, das sogenannte Haus B auf dem Gelände der Haltenhoffstraße zum Preis von 39 Millionen Euro zu bauen. Dort sollte für 160 Patientenbetten und mehrere Operationssäle Platz sein. Im Jahr 2013, der Bau war schon im Gang, stimmte der Aufsichtsrat Planungsänderungen zu. Dazu gehören unter anderem zwei zusätzliche Operationssäle, die sowohl vom Haus B als auch vom direkt daneben liegenden Haus A aus genutzt werden sollten, sowie eine verbesserte Medizintechnik. Der Etat für den Bau wurde deshalb um 12 Millionen Euro auf 51 Millionen Euro aufgestockt. 

Zusätzliche Forderungen von Handwerkern

Am Freitag haben die beiden Geschäftsführer des Regionsklinikums, Matthias Bracht und Barbara Schulte, mitgeteilt, dass es noch Handwerkerforderungen von 3 Millionen Euro gebe, die beglichen werden müssen. Dazu könnten allerdings noch weitere 16 Millionen Euro Forderungen von am Bau beteiligten Firmen kommen, wie aus dem Aufsichtsrat berichtet wurde. Schulte wollte gegenüber der HAZ diese Zahl nicht nennen und verwies darauf, dass die Forderungen derzeit geprüft würden. 

Wie es heißt, seien 8 Millionen Euro dieser Forderungen unstrittig und müssten deshalb beglichen werden. Die anderen 8 Millionen sind offenbar zwischen den Firmen und dem Regionsklinikum umstritten. Ob in diesen 16 Millionen Euro auch Geld für Gutachter und rechtliche Auseinandersetzungen eingeplant ist, ist unklar. Schulte hat allerdings am Freitag angekündigt, dass es um Forderungen rechtliche Auseinandersetzungen geben werde. Davon seien sowohl der Generalunternehmer als auch das Architekturbüro betroffen. 

Rechtsstreit bereits in Gang

Derzeit werde bereits ein Rechtsstreit geführt. Dabei geht es um den Höhenversatz des Hauses B im Vergleich zu Haus A. Haus B ist vom Keller bis zum dritten Obergeschoss zunehmend um zehn Zentimeter höher. Das heißt, um zum Beispiel Betten auf den Fluren zwischen den beiden Häusern hin- und herzurollen, müssten Rampen gebaut werden. Wer für den Fehler haftbar gemacht werden kann, sei unklar, die Beteiligten schöben die Schuld immer auf andere. 

Medizingeschäftsführer Bracht, unter dessen Verantwortung in Minden ein neues Klinikgebäude errichtet wurde, meinte, das Haus B sei eine „große, komplexe Baumaßnahme, die zu Risiken geführt“ habe. Keinesfalls wolle die jetzige Geschäftsführung die frühere Geschäftsführung des Regionsklinikums angreifen, betonte Bracht.

Gutachter untersuchen weiter

Wie es mit dem neu gebauten Bettenhaus weitergeht, ist unklar. Derzeit sind immer noch die Gutachter in dem Gebäude unterwegs, berichtet Klinikumsgeschäftsführerin Barbara Schulte. Erst dann würde die Versicherung entscheiden, wie viel sie zahle. Unstrittig sei, dass es sich um einen Versicherungsschaden handele. Möglicherweise könnte es im Herbst eine Entscheidung geben, die Sanierungsarbeiten bis zu einer Aufnahme des Krankenhausbetriebs würden ein Jahr dauern.

Im Januar 2014 war in dem Gebäude ein Wasserschaden entdeckt worden. Unbekannte hatten jeweils einen Wasserhahn im dritten Obergeschoss und einen Hahn in einem unteren Stockwerk aufgedreht. Das Wasser konnte dann tagelang ungehindert fließen. Damals stand das Bettenhaus kurz vor der Fertigstellung.

Innerhalb des Regionsklinikums werden die Kosten durch den Wasserschaden auf 20 Millionen Euro beziffert. Bauexperten gehen von einem Totalschaden des Gebäudes aus.

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