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Nachbarn streiten um Spuckerei und Körperverletzung

Landgericht Nachbarn streiten um Spuckerei und Körperverletzung

Seit drei Jahren muss sich ein Ingenieur aus Hannover mit den zweifelhaften Anschuldigungen einer Nachbarin herumplagen. Die gelernte Hebamme behauptet, von dem Nachbarn wiederholt angespuckt und zuletzt derart von ihm angerempelt und verletzt worden zu sein, dass sie ihren Beruf nicht mehr ausüben kann.

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Skurriler Prozess um Nachbarschaftsstreit.

Quelle: Thomas

Hannover. Das Amtsgericht zweifelte an den Angaben der Zeugin; es hatte den Ingenieur im Oktober freigesprochen.

Doch die Frau hat als Nebenklägerin Berufung vor dem Landgericht eingelegt. Dort wird die vermeintliche Tat derzeit wieder aufgerollt. Die Frau schildert sie so: An einem Februartag vor drei Jahren sei sie in der Eilenriede spazieren gewesen, als ihr der Nachbar joggend entgegenkam. Bei der Begegnung habe er ihr erst vor die Füße gespuckt und sie dann angerempelt. Sie sei mit Wucht zu Boden gefallen. Im Weiterlaufen soll der Nachbar sich umgedreht und noch einmal in ihre Richtung gespuckt haben.

Eine weitere Zeugin, die von der Frau benannt worden ist, will die Tat beobachtet haben. „Die Vorwürfe sind grotesk“, sagt der Anwalt des Beschuldigten, Andreas Hüttl. „Diese Vorfälle hat es nie gegeben. Wenn das Verfahren für meinen Mandanten nicht so belastend wäre, müsste man darüber lachen.“

Verfahren wegen Falschaussage

Auch das hannoversche Amtsgericht hielt die Aussagen der beiden Frauen für unglaubwürdig. „Dass ein Vorgang, wie er der Anklage zugrunde liegt, tatsächlich überhaupt stattgefunden hat, steht zur Überzeugung des Gerichts nicht sicher fest“, heißt es im Urteil. Die Staatsanwaltschaft hat bereits ein Verfahren wegen Falschaussage eingeleitet. Gleichwohl wiederholten die Zeuginnen ihre widersprüchlichen Schilderungen in zweiter Instanz. Unter anderem beschrieben sie die Tatzeit um 18 Uhr als „besonders hell“ und wollen „eine große rote Sonne“ gesehen haben.

Der Deutsche Wetterdienst, den das Gericht zu Rate gezogen hat, kam zu einem anderen Ergebnis: Die Sonne war bereits eine Viertelstunde vorher untergegangen und schon hinterm Horizont verschwunden. Der Angeklagte selbst wies zudem nach, dass er bis 17 Uhr bei seiner Firma in Hildesheim gearbeitet hatte. Da sei es laut Gericht „relativ unwahrscheinlich“, dass er sich innerhalb einer Stunde umgezogen, durch den Berufsverkehr nach Hannover gefahren und sich zum Joggen in der Eilenriede eingefunden habe.

Das vermeintliche Opfer hatte auch behauptet, nach dem Sturz weder eine Cola-Flasche noch einen Apfel in der verletzten linken Hand halten zu können.

Ein Video, das der Nachbar heimlich von ihr gedreht hatte, rückt diese Bekundungen in ein anderes Licht. Es zeigt, wie die Frau mehrere Taschen trägt und mit erheblichem Kraftaufwand eine vereiste Autotür öffnet – und das alles mit der gehandicapten Hand.

Der Ursprung für die Beschuldigungen gegenüber dem Nachbarn liegt womöglich länger zurück. Als dieser vor einigen Jahren in das Nachbarhaus eingezogen war, hatte er beim Ausparken das Auto der Nachbarin berührt. Diese zeigte ihn wegen Fahrerflucht an. Der Mann wurde freigesprochen, weil er den minimalen Schaden nicht bemerkt hatte. Seitdem soll die Frau in der Nachbarschaft behaupten, sie werde von ihrem Nachbarn bespuckt. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.

Sonja Fröhlich

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