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Prozess

Nachtschwester belastet Arzt schwer

2003 starb eine Achtjährige nach erfolgreicher Hirntumor-Operation. Gegen den 35-jährigen Arzt wurde Anklage erhoben. Eine Krankenschwester belastet ihn nun schwer.

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Eine Krankenschwester hat einen Arzt der Medizinischen Hochschule, der sich wegen fahrlässiger Tötung einer Achtjährigen verantworten muss, gestern schwer belastet. Der zu dem Zeitpunkt des Vorfalls im Jahr 2003 noch am Nordstadtkrankenhaus tätige Assistenzarzt habe die Ratschläge des Pflegepersonals ignoriert, sagt die Schwester. Sie habe ihn mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass dem Kind ein bestimmtes Medikament verabreicht werden müsse oder die Infusion umzustellen sei. „Doch ich hatte das Gefühl, dass ich mich nicht durchsetzen kann.“

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 35-jährigen Mohammad M. vor, der Schülerin nach einer erfolgreichen Hirntumor-Operation im Jahr 2003 ein Medikament nicht verabreicht zu haben, mit dem ihr hoher Flüssigkeitsverlust hätte gestoppt werden können. Ein Rechtsmediziner hatte das Versäumnis ursächlich für Saskias Tod gesehen. Das Amtsgericht verurteilte den Arzt daraufhin zu einer Geldstrafe – er legte Berufung ein. Gegen M. ist noch ein weiteres Verfahren wegen fahrlässiger Tötung an einer Patientin anhängig, die er zwei Jahre später im Nordstadtkrankenhaus fehlerhaft behandelt haben soll.

In Saskias Fall hatte die Nachtschwester „massive Ausscheidungen“ bei der Patientin bemerkt. Auf die Frage, ob sie der Achtjährigen das für den Fall gebräuchliche Hormonspray geben soll, habe der Arzt nur knapp geantwortet: „Wollen Sie sie umbringen?“ Tragisch ist der Fall auch, weil die Mutter des verstorbenen Mädchens immer wieder versucht haben soll, auf den Arzt einzuwirken. Sie gibt an, sie habe sich von dem iranischstämmigen Mann nicht ernst genommen gefühlt, und äußerte zudem die Vermutung, der Mediziner sehe Frauen und Mädchen als „unterwertig“ an. Die Krankenschwester erklärte gestern, sie habe schließlich einen männlichen Pfleger um Hilfe gebeten. Aber auch dieser habe nach dem Gespräch mit dem Arzt die Besorgnis mitgeteilt, „ihn nicht wirklich erreicht zu haben“.

Erst sieben Stunden später hatte M.dem Mädchen selbst zwei Hübe des Hormonsprays in die Nase gegeben. Bis dahin hatte sich der Zustand des Mädchens jedoch dramatisch verschlechtert, sodass ein weiterer Arzt lebensrettende Maßnahmen durchführen musste. Eine Woche später starb Saskia. Die Krankenschwester sagt, es sei nicht das erste Mal zu Unstimmigkeiten mit M. gekommen. Drei Monate zuvor habe er bei einer anderen Patientin eine notwendige Untersuchung nicht veranlasst. Weil er dort „nicht die nötige Präsenz zeigte“, habe sie schließlich den Oberarzt verständigt.

Mohammad M. hat zwei renommierte Strafverteidiger engagiert. Diese beantragten, einen weiteren Facharzt mit Schwerpunkt Kinderanästhesie zu hören. „Es geht mir darum, die Version, die sechs Jahre lang in den Köpfen war, aufzulösen“, erklärte der Angeklagte. Der Neurochirurg legt durch eigene Nachfragen im Prozess immer wieder nahe, dass die Schuld nicht bei ihm, sondern bei anderen Ärzten oder dem Pflegepersonal liege. Mal wirft er seinen früheren Kollegen indirekt vor, das Kind falsch beatmet zu haben. Dann erklärt er, keine Erfahrung auf einer Intensivstation gehabt und erstmals ein Kind behandelt zu haben. „Wenn Sie das wussten – warum sind Sie denn dann den Ratschlägen des Personals nicht nachgekommen?“, fragt der Anwalt der Eltern.

Der Prozess wird am 16. November fortgesetzt.

von Sonja Fröhlich


  • Chorgeist Bornum – 12.11.09
    Lernt man nicht schon im ersten Semester das man von nun an Elite ist? Es lebe die Herachie und die Kulturellen Eigenarten.Ein Arzt muss immer Recht haben.Krankenschwester,Pfleger und Pantienten haben in Demut zu erstarren.Aroganz und Bella Figura scheinen bei einigen Medizinern immer noch das Wichtigste zu sein.Dafür gehen sie über Leichen. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • P.S. Matthias F. – 11.11.09
    P.S.: ...und kontrolliert mal eure Krankenhäuser besser, was da abgeht ist echt hart.

    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Polemik? Schädlich?? Matthias F. – 11.11.09
    Schädlich ist es, wenn man in Hannover krank wird. Ruft man 112 an, weil gerade jemand umgekippt ist, wird man in Hannover an den äzrtlichen Dienst verwiesen... Hallo?? Gehts noch? Von den Zuständen in Hannovers Krankenhäusern mal ganz abgesehen.
    In Zeiten von Schweinegrippe erwarte ich, das das Patientenzimmer täglich gereinigt & desinfiziert wird. Auch könnte man von Ärzten jenseits der 50 erwarten, dass sie Kompetenz mitbringen und nicht, dass ich denen die Diagnose selbst stellen muss..bzw. in bessere Institute wie die Uniklinik Kiel flüchten muss...
    Naja, wenn so ein Ärzteteam in Hannovers Nordstadtkrankenhaus nicht mal die Standardmedikamente auseinanderhalten kann, dann fühle ich mich da nicht gut aufgehoben. ( Paracetamol war das Problem zusammen mit einem Blutverdünner...) In Kiel wusste man sofort Bescheid, in Hannover wollte man mich tagelang im Bett behalten und erst mal abwarten, was mit den inneren Blutungen passiert...

    Also, Stadt Hannover oder MHH: Investiert mal ein bisschen in bessere Lehre...oder nehmt euch ein Beispiel an Kiel ;-)
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  • ab nach Kiel... irgendwer – 11.11.09
    ...studiert..? soso! bei diesem Beitrag eher zweifelhaft....Polemik ist in diesem Fall nicht zielführend sondern eher schädlich.... Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Krankenh'user Hannovers...das Grauen Matthias F. – 10.11.09
    Moin...

    ich studiere in Hannover und musste ins Nordstadtkrankenhaus wegen Verdacht auf innere Blutungen. Die MEdziner dort wussten mit mir nichts anzufangen und haben erst mal gar nichts gemacht...Bis ich die darauf hingewiesen habe, man koenne doch mal Ultraschall machen oder Roentgen...auf einmal waren diese Untersuchengen angesetzt...komischer Verein dort... Als ich nach 2 Tagen nichts tun immer noch keine Ergebnisse bekommen habe, die Zimmer nicht geputzt wurden sind und die Visite aus Kostengruenden eingestellt wurde, habe ich das Krankenhaus verlassen und bin in die Uniklinik Kiel gefluechtet.. Dort wusste man sofort ueber meinen Zustand Bescheid und hat die richtigen Massnahmen eingeleitet. Krankenhaus Hannover: NIE NIE WIEDER...

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  • Fall Saskia Ich – 10.11.09
    Es ist schon bewiesen worden das Er Schuldig ist nur wenn man immer in Berufung geht glauben viel vielleicht das Gegenteil Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Weil SJ – 10.11.09
    In Deutschland gilt NOCH ( jedenfalls bei 90% aller Straftaten ) die Unschuldsvermutung. Unschuldig bis die Tat bewiesen worden ist.
    Auch wenn konservative Politiker a la Schäuble(CDU) Jahrelang aufgrund von Terror-Hirngespinsten versuchen uns alle zu unterjochen und die im Grundgesetz verankerte Unschuldsvermutung auszuhebeln.

    Und deshalb sind auch Menschen einzustellen die unschuldig sind, bevor das Gegenteil bewiesen wurde.
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Nachtschwester bel. Arzt schwer..... Paulinchen – 10.11.09
    Wie kann die MHH einen Arzt (Neurologe)beschäftigen, der noch zwei Prozesse anhängig hat!!!!
    Mein tiefstes Mitgefühl gilt den Eltern von Saskia,in der Hoffnung das dieser unfähige Arzt die Höchststrafe bekommt,und nie, nie wieder auf die Menschheit losgelassen wird.
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