Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Nackte Frauen provozieren in der Marktkirche

Vernissage der 4. Kestnerschau Nackte Frauen provozieren in der Marktkirche

Ungewöhnlich freizügige Anblicke hatten am Mittwochabend die Besucher der Marktkirche in Hannover: Junge Künstler hatten zur Vernissage der diesjährigen Kestnerschau geladen – und ließen unter anderem nackte, nur mit orthopädischen Stützen bekleidete junge Frauen durch die Kirche laufen.

Voriger Artikel
Kröpcke-Uhr wird Minigalerie zum Mitmachen
Nächster Artikel
Schienenersatzverkehr für die Linien 3,7 und 9

Lea Hageroth stellt mit ihren auf nackte Frauenkörper maßgeschneiderte Orthesen Fragen nach Schönheit, Mode, Norm und Funktion. 

Quelle: Petrow

Hannover. Die Kestnerschau ist eine Ausstellung im Südschiff der Marktkirche Hannover, die alle zwei bis drei Jahre eigenständig von den Praktikanten und Praktikantinnen der Kestnergesellschaft geplant und durchgeführt wird. Unter dem Titel "Die Dinge, das sind die Anderen" werden in diesem Jahr Werke von elf Künstlerinnen und Künstlern der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig gezeigt. Die Gruppenausstellung beschäftigt sich mit Fragestellungen rund um das Objekt Mensch. Wie sehr macht sich der Mensch selbst zum Objekt? Wie wird er von äußeren Zwängen zum Objekt, zur Form, erklärt?

Die Schau zeigt Erhellendes, Verstörendes und Ergreifendes. Sara Wieckenberg lädt zum Beispiel ein, ihr im Video beim trotzigen Scheitern an einer präparierten Treppe zuzusehen. Alina Erdmann reduziert Konsumversprechen installativ auf Lebensentwürfe. Enric Fort Ballester entdeckt die „Freiheit“ des Geldes in einer überraschenden Fotografie. Und Lea Hageroth stellt mit ihren auf nackte Frauenkörper maßgeschneiderte Orthesen (orthopädische Stützen) Fragen nach Schönheit, Mode, Norm und Funktion. Ihr gelingt es schließlich auch, die Grenzen des Kontextes auszuloten. In einer Laufstegperformance zeigte sie ihre Objekte bei der Vernissage an drei nackten jungen Körpern.

Ungewöhnlich freizügige Anblicke hatten am Mittwochabend die Besucher der Marktkirche in Hannover: Junge Künstler hatten zur Vernissage der diesjährigen Kestnerschau geladen – und ließen unter anderem nackte, nur mit orthopädischen Stützen bekleidete junge Frauen durch die Kirche laufen.

Zur Bildergalerie

Das Publikum reagierte, wohl ganz im Sinne ihrer Schöpferin, zunächst sprachlos. Doch nicht die Nacktheit ließ im Vorfeld schon die Kirche zögern und dann am Mittwochabend viele Gäste erstarren. Vielmehr war es die Angst vor der Schaulust – noch dazu an einem sonst von beinahe ehrfürchtiger Zurückhaltung dominierten Raum wie der Marktkirche.

Christina Végh, seit wenigen Monaten neue Direktorin der Kestnergesellschaft, kündigte an, sie werde am Modell Kestnerschau festhalten. Das Potential junger Perspektiven spricht dafür. Es ist ein Erfolg für die jungen Kuratoren wie auch für die jungen Künstler, dass die präsentierte Kunst sich in ihrer Lebendigkeit und Eigenständigkeit zu behaupten vermag. Dass sie sich nicht von der Kirche instrumentalisieren lässt. 

Was meinen Sie?

Bei einer Kunstperformance liefen nackte junge Frauen durch die hannoversche Marktkirche. Ist das der passende Ort für eine solche Aktion?

Die Ausstellung ist noch bis Ende September zu sehen. Während des Ausstellungszeitraumes findet ein Begleitprogramm statt, unter anderem mit Künstlergesprächen, einer Theateraufführung und einer Film-Matinee.

mic

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Die Mega 90er-Party in der TUI-Arena

Fun Factory, Captain Hollywood Projekt oder Culture Beat: Bei der Mega 90er-Party haben die Musikgrößen der Neunziger in der TUI-Arena die gute alte Zeit wieder aufleben lassen. Und das Publikum feierte ungenierte zu den Beats seiner Jugend.