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Messebesucherin verklagt den Deutschen Bundestag

Sturz auf der Infa Messebesucherin verklagt den Deutschen Bundestag

Claudia Springer hat den Bundestag auf 2000 Schmerzengeld und 567 Euro Behandlungskosten verklagt. 2014 war die 53-Jährige am Informationsstand des Deutschen Bundestages auf der Infa gestolpert und hatte sich den Arm gebrochen.

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Claudia Springer meint, dass der Infostand nicht fachmännisch aufgebaut und unzureichend gesichert war.

Quelle: Zgoll

Hannover. Diesen Augenblick am 25. Oktober 2014 wird Claudia Springer wahrscheinlich nie vergessen: Gegen 14 Uhr stolperte die Infa-Besucherin vor dem Informationsstand des Deutschen Bundestages über eine Schwelle. Sie fiel zu Boden und brach sich den Arm. Sieben Wochen trug sie eine Schiene, konnte ihrer Arbeit als Näherin in der Büromöbelbranche fünf Monate lang nicht nachgehen. Nun hat die 53-Jährige den Bundestag verklagt, fordert 2000 Euro Schmerzensgeld und 567 Euro Heilbehandlungskosten ein. Doch die Institution mit der markanten Adresse „Platz der Republik 1“ stellt sich quer, sieht sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. Die gestrige Verhandlung am Amtsgericht Hannover brachte keine Annäherung.

Claudia Springer meint, dass der Infostand nicht fachmännisch aufgebaut und unzureichend gesichert war. Die Konstruktion in der Halle 26 war wenige Zentimeter über dem eigentlichen Boden aufgeständert, der größte Teil des Höhenunterschieds wurde mithilfe einer Leiste aus Riffelblech ausgeglichen. Unmittelbar vor dieser Schiene hatten die Messebauer ein gelb-schwarz gestreiftes Band aufgeklebt, zusammen mit dem Blechstreifen einmal rund um den Stand. Doch stolperte die 53-Jährige, so sagt sie, nicht über die silberfarbene Leiste, sondern über eine etwa zwei Zentimeter hohe Schwelle, die sich 20 Zentimeter vor dem Warnstreifen befand. Das Material dieser Voraberhöhung war vom gleichen Dunkelgrau wie der Hallenboden.

„Sie sind jetzt schon die Vierte, die hier stürzt“

„Auch diese Schwelle hätte kenntlich gemacht und gesichert werden müssen“, sagt Rechtsanwalt Jochen Scholz, der die Frau aus Bad Münder vertritt. So habe das gestreifte Band eher von der eigentlichen Gefahrenquelle abgelenkt. Wie seine Mandantin vor Gericht schilderte, sei sie offenbar nicht die Einzige gewesen, die vor dem Bundestags-Stand zu Fall kam. Ein Mitarbeiter, der ihr zu Hilfe eilte, habe gesagt: „Sie sind jetzt schon die Vierte, die hier stürzt.“ Auch habe sie vernommen, wie sich das Personal darüber unterhielt, dass man den Stand im Folgejahr umbauen müsse.

Die Näherin hatte sich mit ihrer Schmerzensgeldforderung auch an die Deutsche Messe AG gewandt, doch die fühlte sich nicht zuständig und verwies sie an den Aussteller. Vor Gericht zeigte sich die Justiziarin des Deutschen Bundestages, die noch zwei Begleiterinnen aus Berlin mitgebracht hatte, allerdings unnachgiebig. Vorsichtigen Bemühungen von Richter Roger Heidenreich, sich mit der Klägerin zu vergleichen, schob die Justiziarin schnell einen Riegel vor: „Wir können keine Pflichtverletzung unsererseits erkennen.“ Zudem sei Claudia Springer auf dem Hallenboden, nicht auf dem eigentlichen Infostand gestürzt.

Der Richter skizzierte kurz die Bandbreite eines möglichen Urteils. Hatte die 53-Jährige einfach Pech oder brach sich den Arm, weil sie nachlässig war? Dann wird sie von der Gegenseite keinen Cent bekommen. Oder hat der Bundestag seine Verkehrssicherungspflicht verletzt, weil er seinen Infa-Infostand nicht ausreichend absicherte? Dann kann sich die Frau aus Bad Münder berechtigte Hoffnungen machen, dass ihr Roger Heidenreich bei der Urteilsverkündung am 12. April ein Schmerzensgeld zuspricht.

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