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Nagelneues Clubheim ist einsturzgefährdet

BV Werder in Ledeburg Nagelneues Clubheim ist einsturzgefährdet

Nur ein Jahr, nachdem der BV Werder Hannover ein neues Clubhaus bekommen hat, ist der Bau einsturzgefährdet. Schuld daran sind die Vereinsleute selbst: Sie hatten eigenmächtig tragende Teile des Baus entfernt. Nicht nur das Gebäude, auch der gesamte Sportplatz ist bis auf Weiteres gesperrt.

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Vereinsgebäude des BV Werder: Die Anlage wurde von der Stadt gesperrt.  

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. Nur ein Jahr ist es her, dass den Fußballern des BV Werder im Norden Hannovers ein neu errichtetes Vereinsheim in Ledeburg übergeben wurde. Knapp 2 Millionen Euro ließ sich der Bauherr, die Stadt Hannover, das Clubhaus für die Kicker kosten. Doch seit Kurzem ist das Gebäude vollständig abgesperrt - wegen akuter Einsturzgefahr. Der Grund liegt darin, dass die Vereinsleute zwei tragende Konstruktionen im Inneren, sogenannte Windverbände, eigenmächtig entfernt haben, um Platz für weitere Schränke zu schaffen. „Das gesamte Tragsystem des Gebäudes und auch die Gebäudekonstruktionen, Decken, Wände, Fassade, müssen jetzt begutachtet werden, ein Konzept für die Wiederherstellung des statischen Systems gefunden werden“, bestätigt Stadtsprecher Dennis Dix die Informationen der HAZ.

Beim BV Werder ist man zerknirscht. „Wir hatten den Architekten gefragt, ob wir die beiden Träger abmontieren können“, sagt Frank Ernst vom Vereinsvorstand. Schließlich ragten die Stahlkonstruktionen in den Raum hinein. Kinder hätten sich an den x-förmigen Rohren die Finger geklemmt. Der Architekt hatte angeblich keine Einwände, schriftlich festgehalten wurde die Einwilligung aber nicht. „Jetzt müssen wir für den Schaden wohl selbst aufkommen“, sagt Ernst. Zwei neue Stahlträger lässt die Stadt anfertigen. Die abmontierten Rohre könne man aus rechtlichen Gründen nicht mehr verwenden, heißt es. Der BV Werder rechnet mit einer fünfstelligen Summe, deren Begleichung auf ihn zukommt. Vier Wochen dauert die Herstellung der Träger, in dieser Zeit ist auf der Anlage des BV Werder an Sport nicht zu denken.

Stadt überprüft alte Flutlichtanlagen

Etliche hannoversche Sportanlagen sind in die Jahre gekommen. Viele Vereinsheime sind sanierungsbedürftig und können nur mit Zuschüssen der Stadt wiederhergerichtet werden. Um die Clubhäuser zugleich energetisch fit zu machen, bietet die Stadt Beratungen an und gewährt Fördermittel. Zudem dürften einige Flutlichtmasten bereits altersschwach sein. Die Stadt lässt derzeit alle 281 Flutlichtanlagen in Hannover auf ihre Standfestigkeit überprüfen. Sollte eine Flutlichtanlage repariert oder gar ausgetauscht werden müssen, kämen auf den Verein hohe Kosten zu. Denn die Vereine sind für die sogenannte Verkehrssicherung zuständig. Ratspolitiker haben bereits signalisiert, dass sie die Vereine nicht im Regen stehen lassen wollen. Bezirksräte können Zuwendungen beschließen und somit den Vereinen unter die Arme greifen. Grundsätzlich sind sich die Sportpolitiker aber einig, dass die Überprüfung der Masten richtig ist.

Nicht nur das Gebäude, auch der gesamte Sportplatz ist bis auf Weiteres gesperrt. Ein Ball könnte zum baufälligen Clubhaus rollen, wo dann Spieler gefährdet wären, lautet die Begründung der Stadt gegenüber dem Verein. Die Sportler halten das für überzogen, sie sind aber gezwungen, ihren Spielbetrieb vorerst einzustellen. Neun Fußballmannschaften und zwei Gastvereine, die auf der Anlage in Ledeburg trainieren, sind betroffen. Nur wenn ein fester Bauzaun das Vereinsheim umschließt, kann auf dem Platz wieder gespielt werden. „Den Zaun müssten wir aber auf eigene Kosten errichten“, sagt Ernst.

Am Freitagnachmittag konnten Vereinsmitglieder des BV Werder wenigstens Trikots, Bälle und Spielerpässe aus dem Klubhaus holen. Alles war noch an seinem Platz, die Stadt hatte das Gebäude schließlich von einem Tag auf den anderen gesperrt. „Wir mussten eine Erklärung unterschreiben, dass wir auf eigene Gefahr ins Haus gehen“, sagt Ernst. Zuvor habe er eine Liste sämtlicher Dinge geschrieben, die er in Sicherheit bringen wollte. „Einiges habe ich dann doch vergessen“, sagt der ­BV-Werder-Vorstand. Aber das Haus stehe ja noch.

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