Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Nagelneues Clubheim ist einsturzgefährdet
Hannover Aus der Stadt Nagelneues Clubheim ist einsturzgefährdet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:27 07.09.2015
Von Andreas Schinkel
Vereinsgebäude des BV Werder: Die Anlage wurde von der Stadt gesperrt.   Quelle: Katrin Kutter
Anzeige
Hannover

Nur ein Jahr ist es her, dass den Fußballern des BV Werder im Norden Hannovers ein neu errichtetes Vereinsheim in Ledeburg übergeben wurde. Knapp 2 Millionen Euro ließ sich der Bauherr, die Stadt Hannover, das Clubhaus für die Kicker kosten. Doch seit Kurzem ist das Gebäude vollständig abgesperrt - wegen akuter Einsturzgefahr. Der Grund liegt darin, dass die Vereinsleute zwei tragende Konstruktionen im Inneren, sogenannte Windverbände, eigenmächtig entfernt haben, um Platz für weitere Schränke zu schaffen. „Das gesamte Tragsystem des Gebäudes und auch die Gebäudekonstruktionen, Decken, Wände, Fassade, müssen jetzt begutachtet werden, ein Konzept für die Wiederherstellung des statischen Systems gefunden werden“, bestätigt Stadtsprecher Dennis Dix die Informationen der HAZ.

Beim BV Werder ist man zerknirscht. „Wir hatten den Architekten gefragt, ob wir die beiden Träger abmontieren können“, sagt Frank Ernst vom Vereinsvorstand. Schließlich ragten die Stahlkonstruktionen in den Raum hinein. Kinder hätten sich an den x-förmigen Rohren die Finger geklemmt. Der Architekt hatte angeblich keine Einwände, schriftlich festgehalten wurde die Einwilligung aber nicht. „Jetzt müssen wir für den Schaden wohl selbst aufkommen“, sagt Ernst. Zwei neue Stahlträger lässt die Stadt anfertigen. Die abmontierten Rohre könne man aus rechtlichen Gründen nicht mehr verwenden, heißt es. Der BV Werder rechnet mit einer fünfstelligen Summe, deren Begleichung auf ihn zukommt. Vier Wochen dauert die Herstellung der Träger, in dieser Zeit ist auf der Anlage des BV Werder an Sport nicht zu denken.

Stadt überprüft alte Flutlichtanlagen

Etliche hannoversche Sportanlagen sind in die Jahre gekommen. Viele Vereinsheime sind sanierungsbedürftig und können nur mit Zuschüssen der Stadt wiederhergerichtet werden. Um die Clubhäuser zugleich energetisch fit zu machen, bietet die Stadt Beratungen an und gewährt Fördermittel. Zudem dürften einige Flutlichtmasten bereits altersschwach sein. Die Stadt lässt derzeit alle 281 Flutlichtanlagen in Hannover auf ihre Standfestigkeit überprüfen. Sollte eine Flutlichtanlage repariert oder gar ausgetauscht werden müssen, kämen auf den Verein hohe Kosten zu. Denn die Vereine sind für die sogenannte Verkehrssicherung zuständig. Ratspolitiker haben bereits signalisiert, dass sie die Vereine nicht im Regen stehen lassen wollen. Bezirksräte können Zuwendungen beschließen und somit den Vereinen unter die Arme greifen. Grundsätzlich sind sich die Sportpolitiker aber einig, dass die Überprüfung der Masten richtig ist.

Nicht nur das Gebäude, auch der gesamte Sportplatz ist bis auf Weiteres gesperrt. Ein Ball könnte zum baufälligen Clubhaus rollen, wo dann Spieler gefährdet wären, lautet die Begründung der Stadt gegenüber dem Verein. Die Sportler halten das für überzogen, sie sind aber gezwungen, ihren Spielbetrieb vorerst einzustellen. Neun Fußballmannschaften und zwei Gastvereine, die auf der Anlage in Ledeburg trainieren, sind betroffen. Nur wenn ein fester Bauzaun das Vereinsheim umschließt, kann auf dem Platz wieder gespielt werden. „Den Zaun müssten wir aber auf eigene Kosten errichten“, sagt Ernst.

Am Freitagnachmittag konnten Vereinsmitglieder des BV Werder wenigstens Trikots, Bälle und Spielerpässe aus dem Klubhaus holen. Alles war noch an seinem Platz, die Stadt hatte das Gebäude schließlich von einem Tag auf den anderen gesperrt. „Wir mussten eine Erklärung unterschreiben, dass wir auf eigene Gefahr ins Haus gehen“, sagt Ernst. Zuvor habe er eine Liste sämtlicher Dinge geschrieben, die er in Sicherheit bringen wollte. „Einiges habe ich dann doch vergessen“, sagt der ­BV-Werder-Vorstand. Aber das Haus stehe ja noch.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Rund 200 Flüchtlinge haben am Freitag in der Turnhalle der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen in der Tannenbergallee eine vorübergehende Bleibe gefunden. Mit Bussen reisten sie am Abend aus der Erstaufnahmeeinrichtung in Friedland bei Göttingen nach Hannover.

Tobias Morchner 07.09.2015
Aus der Stadt Multimedia-Dossier zur Einschulung - Willkommen in der Schule!

Für 68.000 Kinder in Niedersachsen beginnt mit der Einschulung der Ernst des Lebens. Die Erstklässler haben große Erwartungen an die Schulzeit. In unserem neuen Multimedia-Dossier erzählen Kinder, worauf sie sich freuen. Außerdem gibt es Tipps von älteren Schülern, Rätsel und spannende Buchtipps.

05.09.2015
Aus der Stadt Schlichtungsverfahren gescheitert - Üstra-Kameras kommen vor Gericht

Der Streit zwischen der Üstra und der Datenschutzbeauftragten des Landes Niedersachsen um den Einsatz von Kameras in Bussen und Bahnen geht wieder vor Gericht. Nach HAZ-Informationen ist das Schlichtungsverfahren gescheitert, damit muss das Verwaltungsgericht in der Sache ein Urteil fällen.

07.09.2015
Anzeige