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Aus der Stadt Das wichtigste Narkosemittel wird in Hannover knapp
Hannover Aus der Stadt Das wichtigste Narkosemittel wird in Hannover knapp
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00:15 30.04.2017
Von Mathias Klein
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Die Vorräte eines üblichen Betäubungsmittels für Operationen reichen in zahlreichen Fälle nur noch wenige Wochen. Betroffen sind vor allem niedergelassene Ärzte, die ambulante Operationen durchführen. Wie es weitergeht, wenn die Ärzte keine Ampullen des Medikaments mehr haben, ist derzeit unklar. In den Krankenhäusern gibt es größere Vorräte. Dort kann zudem einfacher auf andere Betäubungsmittel ausgewichen werden.

In der Tagesklinik Döhren reichen die Ampullen mit dem Wirkstoff Remifentanil für Vollnarkosen gerade einmal rund zwei Wochen, berichtet Anästhesistin Petra Schindelhauer. Gemeinsam mit drei weiteren Kollegen können andere Ärzte in der Döhrener Praxis operieren, außerdem sind die Ärzte auch für Betäubungen in weiteren Tageskliniken in Celle, Hildesheim und Garbsen unterwegs.

Keinen Nachschub bekommen

„Ich weiß noch nicht, wie es dann weitergeht“, berichtet Schindelhauer. „Wenn wir nichts bekommen, werden wir keine Vollnarkosen mehr machen können.“ Vor einer Woche hat sie mit zahlreichen Telefonaten bei Apotheken versucht, von dort noch Ampullen des Betäubungsmittel mit Remifentanil zu erhalten, aber richtig erfolgreich war sie nicht. Auch bei der Apotheke des Krankenhauses Siloah bekam die Ärztin keinen Nachschub.

„Remifentanil ist ein besonders gut steuerbares Narkosemittel“, berichtet Schindelhauer. Insbesondere Tageskliniken seien darauf angewiesen. Natürlich gebe es auch andere Narkosemittel. „Aber alle anderen Narkosemittel haben deutlich längere Wirkzeiten“, berichtet die Medizinerin. Damit die Patienten aus der Tagesklinik möglichst schnell wieder nach Hause könnten, müssten sie auch wieder schnell aufwachen. Und das sei nur mit Remifentanil gewährleistet.

Ausweichen auf andere Mittel

Auch im Kinderkrankenhaus Auf der Bult gibt es derzeit nur noch Restbestände dieses Narkosemittels, sagt Chef-Anäthesist Prof. Christoph Bernhard Eich. „Seit Wochen haben wir nichts mehr angeboten bekommen“, berichtet er. Lediglich ein Hersteller habe das Narkosemittel angepriesen - für das fünffache des üblichen Preises, berichtet Eich. „Da haben wir dankend abgelehnt.“ Seine Klinik werde einfach auf andere Medikamente ausweichen, falls vorerst kein Nachschub kommt. Beim wichtigsten Hersteller war ein Produktionswerk für den Stoff ausgefallen.

Das Regionsklinikum verfügt dagegen in der Zentralapotheke über ausreichende Reserven, berichtet der Chef der Apotheke, Thomas Vorwerk. Er bestätigte aber Lieferprobleme, die seit rund einem Jahr bestünden und im Sommer behoben sein sollen. Ein möglicher Mangel könnte ohne Probleme durch andere Narkosemittel ausgeglichen werden, betont der Chefarzt für Anästhesie am Nordstadtkrankenhaus, Prof. Martin Bauer.

Auch in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist durch langfristige Verträge dauerhaft ein ausreichender Bestand an Remifentanil gewährleistet.

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