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Kommt ein Zaun um die Leibniz-Büste?

Nase abgeschlagen Kommt ein Zaun um die Leibniz-Büste?

Immer wieder gibt es Schmierereien und Vandalismus am Denkmal für den Universalgelehrten Leibniz im Georgengarten. Unter anderem wurde die Nase der Leibniz-Büste in kurzer Zeit vier Mal abgeschlagen. Jetzt könnte ein Zaun um den Tempel errichtet werden.

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Die Leibniz-Büste ist häufig Ziel von Vandalismus.

Quelle: Schaarschmidt

Hannover. Hannover feiert in diesem Jahr Gottfried Wilhelm Leibniz, der vor 300 Jahren starb, doch das öffentliche Denkmal des Universalgenies im Georgengarten ist erneut beschmiert und beschädigt worden. „Das ist sehr ärgerlich“, sagt Leibniz-Professor Wenchao Li. Wenn Leibniz-Forscher aus aller Welt nach Hannover kämen, wie erst kürzlich beim Leibniz-Kongress, dann suchten viele den bekannten Leibniz-Tempel in Herrenhausen auf. „Aber der Zustand des Kleinods treibt uns die Schamesröte ins Gesicht“, sagt Li.

Die Nase der Büste wurde abgeschlagen, die Augen bemalt und die Säulen des Tempels beschmiert – nicht zum ersten Mal. Besonders nachts komme das immer wieder vor, teilt die Stadtverwaltung auf Nachfrage der HAZ mit. Noch in dieser Woche werde man den Tempel reinigen lassen. „Die Nase wurde bereits viermal in kurzer Zeit abgeschlagen und dreimal wieder ersetzt“, sagt Stadtsprecherin Ulrike Serbent. Dem Vernehmen nach hat die Stadt schon einen Vorrat von Ersatz-Nasen für die Büste angelegt. Damit das nicht so weitergeht, überlegt man im Rathaus, wie Büste und Tempel angemessen gesichert werden können.

Im Gespräch ist nach Informationen der HAZ, die Büste zu entfernen und durch eine Art Lichtskulptur zu ersetzen. Mithilfe von Lasertechnik und Nebel könnte das Konterfei des Philosophen nachts in den Tempel projiziert werden. Eine andere Möglichkeit wäre, das Denkmal zu umzäunen. „Das ist aber die schlechteste Lösung“, heißt es im Rathaus. Die Gefahr drohe, dass Menschen Abfall in den eingezäunten Bereich werfen. Die Frage sei, ob die Büste noch gebraucht werde, schließlich handele es sich nur um eine Kopie.

Tatsächlich steht der Original-Leibnizkopf des irischen Bildhauers Christopher Hewetson längst im Schlossmuseum Herrenhausen. 1788 hatte Hewetson das Kunstwerk aus Carrara-Marmor gefertigt. Die Kopie im Georgengarten besteht aus Beton, hat aber auch knapp 10 000 Euro gekostet. 2010 wurde sie im Tempel aufgestellt, seitdem ist sie immer wieder beschädigt und beschmiert worden.

Die Reinigung wird nicht nur von der Stadtverwaltung bezahlt. Der Immobilieneigentümerverband Haus & Grundeigentum beteiligt sich über seine Bürgerstiftung an den Kosten. Die Bemühungen gleichen einer Sisyphus-Arbeit. Daher hat der Wohnungseigentümerverband vor zwei Jahren vorgeschlagen, einen Zaun um den Tempel zu errichten. Damals lehnte die Stadt ab. Jetzt ändert sich die Haltung in Sachen Sicherheit.

„Der Tempel muss ohnehin restauriert werden, aber nicht vor dem Jahr 2019“, sagt Gartendirektor Ronald Clark. Da in den Herrenhäuser Gärten jetzt etliche Bauarbeiten begännen, stehe der Leibniz-Tempel nicht ganz oben auf der Liste.„Wir haben die Probleme aber im Blick“, sagt Clark. Grundsätzlich sei Vandalismus im Georgengarten selten und konzentriere sich auf den Tempel. Die Blumenbeete auf der Wiese vor dem Wilhelm-Busch-Museum blieben unangetastet, obwohl sich im Sommer etliche Gartenfreunde auf der Wiese tummeln und grillen. Danach liegt oft viel Müll im Garten, meist von Krähen aus den Abfalleimern gerupft. Die Stadt hat jetzt 50 Abfallkörbe bestellt, in die Krähen und Eichhörnchen nicht hineinsteigen können.     

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