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Aus der Stadt Neonazis drängen in 96-Fanblock
Hannover Aus der Stadt Neonazis drängen in 96-Fanblock
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11:09 26.01.2012
Von Tobias Morchner
So präsentiert sich die Hooligan-Gruppe „Royal Riot“ im Internet. Quelle: Privat
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Hannover

Es soll personelle Überschneidungen zwischen der rechtsradikalen Gruppierung „Besseres Hannover“ und den sogenannten Ultras geben. Die Neonazis von „Besseres Hannover“ hatten in jüngster Zeit mit Videos auf sich aufmerksam gemacht, in denen Ausländer verhöhnt werden.

Die Behörden nehmen die Hinweise sehr ernst. „Wir prüfen, ob es strafrechtlich relevante Sachverhalte gibt“, sagt Polizeisprecherin Tanja Rißland. Derzeit sind die Beamten mit der Auswertung des 36 Seiten umfassenden Schreibens beschäftigt. Fanforscher Gunter Pilz, der das Schreiben der Initiative ebenfalls erhalten hat, bestätigt die in der Mail skizzierten Entwicklungen: „Organisierte Rechtsextremisten versuchen in der Tat, sich in den Stadien breitzumachen.“ Immer häufiger würden, so der Wissenschaftler weiter, rechte Gruppierungen in den Fanblöcken der Ultras auftauchen und durch ihr Auftreten Angst verbreiten. „Das scheint mir durchaus Methode zu haben“, sagt Pilz. Mit Blick auf Hannover 96 empfiehlt der Forscher dem Verein, künftig die Arbeit der vereinsinternen Gruppen, die sich bereits jetzt gegen rechte Entwicklungen engagieren, weiter zu stärken.

Die Mail der Initiative gegen rechte Gewalt enthält Dossiers über namentlich genannte rechte Ultra-Fans und Hooligans aus Hannover und Umgebung. Zusätzlich sind dem Schreiben zahlreiche Bilder der zumeist jungen Männer beigefügt. Sie sind darauf in eindeutigen Posen zu erkennen, unter anderem beim Zeigen des Hitlergrußes im Stadion. Immer wieder tauchen auf den Fotos auch Patrick H. und Marc-Oliver M. auf, die seit Langem zur Gruppierung „Besseres Hannover“ gezählt werden. Sie verfügen offenbar, auch das geht aus den Bildern hervor, über gute Kontakte zu der Gruppe „Royal Riot Hannover“, einem Zusammenschluss extrem gewaltbereiter Hooligans. Die Polizei vermutet, dass es rund um Hannover 96 etwa 100 bis 150 Hooligans gibt. Vier hannoversche Neonazis sind derzeit in der Datei „Gewalttäter Sport“ eingetragen.

Bei Hannover 96 hat man nach dem Eingang besagter Mail sofort reagiert und den Staatsschutz benachrichtigt. Seit Jahren ist der Verein beim Thema rechte Fußballfans äußerst wachsam. So wurde 2001 beispielsweise der Arbeitskreis „96-Fans gegen rechts“ ins Leben gerufen. Bis heute treffen sich die Mitglieder mindestens alle zwei Monate. „Die Treffen stehen neuen Mitgliedern jederzeit offen“, sagt 96-Sprecher Alex  Jacob. Zudem hat der Verein die Stadionordnung geändert und das Tragen von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen offiziell verboten.

Rund 400 Beschäftigte der Diakonischen Dienste Hannover (DDH) haben am Mittwoch nach Angaben der Gewerkschaften ver.di und Marburger Bund ihre Arbeit niedergelegt. Unter den Streikenden waren auch mehr als 100 Ärzte, deutlich mehr als beim ersten Diakonie-Streik im September 2011.

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