Hannover. Grund, dass sich der Film am Mittwoch nicht mehr hochladen ließ, waren vielmehr urheberrechtliche Fragen. Der Film, in dem ein Mann im Bärenkostüm vor einem Südstädter Dönerlokal den „Hitlergruß“ zeigt, wurde mit Musik der Gruppe The Prodigy unterlegt. Die Anwälte der Musiker sahen Urheberrechte verletzt und forderten das amerikanische Onlineportal „vimeo“ auf, den Film unverzüglich zu sperren. Die Staatsanwaltschaft hatte am Mittwoch gemutmaßt, „Besseres Hannover“ habe den Film möglicherweise selbst von der Internetseite verschwinden lassen. Inzwischen steht das Video über „YouTube“ wieder im Netz.
In der Südstadt ist „Besseres Hannover“ in den vergangenen Monaten wiederholt aufgefallen. Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne und SPD-Ratsherr Thomas Hermann trafen sich daher am Donnerstag mit Polizeipräsident Axel Brockmann zum Gespräch. „Wir wollten wissen, was die Polizei tun kann, um die Geschäftsleute zu schützen“, sagt Hermann. Anlass für die Sorgen der beiden Kommunalpolitiker sind auch die Drohmails, die sie von „Besseres Hannover“ bekommen haben. Zwar habe das Gespräch keine konkreten Ergebnisse gebracht, sagt Pollähne, doch spüre er eine gestiegene Sensibilität der Polizei für das Thema Rechtsextremismus. Mitarbeiter des Staatsschutzes untersuchen derzeit Pollähnes Computer, um herauszufinden, wer die Drohbotschaften verschickt hat. Möglicherweise handelt es sich um Marc-Oliver M. Er steht in Verdacht, Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) eine identische Mail geschickt zu haben.
Vivien-Marie Drews und Andreas Schinkel
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