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Hilfe für Opfer häuslicher Gewalt

Netzwerk ProBeweis Hilfe für Opfer häuslicher Gewalt

Das niedersachsenweite Netzwerk ProBeweis zieht eine erste Bilanz: Seit dem Juni 2012 haben sich 187 Opfer gemeldet. Das Sozialministerium fördert Projekt.

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187 Opfer haben sich seit Juni 2012 bei ProBeweis gemeldet, doch viele Fälle von häuslicher Gewalt bleiben im Dunkeln.

Quelle: dpa/Symbolbild

Hannover. Wenn Frauen Opfer häuslicher oder sexueller Gewalt werden, ist die Hemmschwelle hoch, den Täter anzuzeigen. Denn die meisten Übergriffe geschehen in ihrem sozialen Umfeld durch Ehe- oder Lebenspartner. Ringen sie sich Wochen oder Monate später doch dazu durch, gibt es meistens keine gerichtsverwertbaren Spuren und Beweise mehr. Hilfe bietet ihnen das Netzwerk ProBeweis, das Betroffenen seit zwei Jahren die Möglichkeit gibt, Verletzungen dokumentieren und Spuren sichern zu lassen – ohne sofort eine Anzeige erstatten zu müssen. Gestern zogen Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt und Fachleute der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) eine erste Bilanz.

Seit dem 1. Juni 2012 haben 187 Opfer, 181 Frauen und sechs Männer, von der Möglichkeit der Beweissicherung Gebrauch gemacht. „Die hohen Fallzahlen verdeutlichen, dass das Modellprojekt richtig und notwendig ist“, erklärte Rundt im Vorfeld einer zweitägigen Fachkonferenz über aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen in der Gewaltopferversorgung. Das niedersächsische Sozialministerium fördert das auf drei Jahre angelegte Modellprojekt ProBeweis mit 810 000 Euro. Es soll nach Rundts Angaben fortgesetzt werden; das Ministerium verhandelt zurzeit mit den großen Krankenkassen um eine Kostenbeteiligung.

An 18 Partnerkliniken in 15 niedersächsischen Städten, außer in Hannover unter anderem in Göttingen, Northeim, Lüneburg, Stade und Wolfsburg, können Opfer häuslicher Gewalt oder sexueller Straftaten Verletzungen und Spuren kostenlos gerichtsfest dokumentieren lassen. Mindestens drei Jahre werden die Beweismittel aufbewahrt. „Das ist auch eine Frage des Platzes“, begründete Prof. Michael Klintschar, Direktor des federführenden MHH-Instituts für Rechtsmedizin.

„Wir verzeichnen eine stetig wachsene Nachfrage nach Beweissicherung“, berichtete die Rechtsmedizinerin Prof. Anette Solveig Debertin. Allein in diesem Jahr seien schon 67 Fälle gezählt worden. Insgesamt handele es sich in etwa zu gleichen Teilen um körperliche und sexuelle Gewalt, in einigen Fällen um eine Kombination aus beidem. Mehr als 20 Prozent der Opfer hätten Anzeige erstattet, wobei die MHH in einigen Fällen gutachterlich tätig geworden sei.

Da bei den forensischen Untersuchungen alle 18 Anlaufstellen nach demselben Standard vorgehen müssen, hat das MHH-Institut für Rechtsmedizin einheitliche Dokumentationsbögen und Spurensicherungsmaterialien entwickelt; rund 250 Ärzte in den Partnerkliniken wurden bereits geschult. „Wir weisen auch gezielt auf sogenannte Bagatellverletzungen wie blaue Flecken und Hautabschürfungen hin“, berichtete Privatdozentin Tanja Germerott vom MHH-Institut für Rechtsmedizin. Dies seien typische Verletzungen, die die gewalttätigen Partner aber häufig mit der Begründung zurückwiesen, die Frauen seien betrunken gestürzt.

Weitere Informationen gibt es unter www.probeweis.de

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