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Glocksee wird für zwei Jahre zur Großbaustelle

Neubau der Stadtwerke-Zentrale Glocksee wird für zwei Jahre zur Großbaustelle

Die Glocksee soll zur Unternehmenszentrale der Stadtwerke werden. Davor wird sie allerdings für mehr als zwei Jahre eine Großbaustelle. Der ambitionierte Zeitplan sieht vor, den Neubau möglichst 2020 beziehen zu können. 

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Die Stadtwerke verlegen die Unternehmenszentrale an die Glocksee zurück – der Gasometer (rundes Gebäude Bildmitte) bleibt aber stehen.

Quelle: Google Earth

Hannover. Linden-Nord und die Calenberger Neustadt müssen sich auf eine Großbaustelle einstellen: Die Stadtwerke Enercity haben sich endgültig entschieden, die neue Unternehmenszentrale auf ihrem Gelände an der Glocksee zu errichten. Um Platz zu schaffen, müssen sie vorhandene Gebäude abreißen lassen. Der ambitionierte Zeitplan sieht vor, den Neubau möglichst 2020, spätestens aber im folgenden Jahr beziehen zu können. Dem Ihme-Zentrum geht dadurch ein solventer Mieter verloren.

Durch die Entscheidung geht ein längeres Hin und Her zu Ende. Mit dem jetzigen Standort im maroden Ihme-Zentrum sind Führungsetage und Belegschaft schon seit Langem unzufrieden. Der Vorstand um Susanna Zapreva hatte im November entschieden, dass Enercity den Betonkomplex nach Auslaufen des aktuellen Mietvertrags im Jahr 2020 verlässt. „Die Mitarbeiter haben lange genug unter den Bedingungen gelitten“, sagt Personalvorstand Kai-Uwe Weitz.

Keine Erweiterung

Als Standort für die neue Unternehmenszentrale war zeitweilig auch die Stammestraße in Ricklingen im Gespräch, wo Enercity aber hätte erweitern müssen. Jetzt hat man sich für den kurzen Sprung ans gegenüberliegende Ihme-Ufer entschieden. „Die Glocksee wird unser Zukunftsstandort“, sagt Zapreva. Der Aufsichtsrat, der Oberbürgermeister Stefan Schostok zum Vorsitzenden gewählt hat, stimmt dem zu. Schostok ist Nachfolger seines noch amtierenden Kämmerers Marc Hansmann. Dieser wird im April das Rathaus verlassen und dann den dreiköpfigen Stadtwerke-Vorstand komplettieren.

Kosten: 90 Millionen

Für Neubau und Abriss sind laut Weitz bis zu 90 Millionen Euro eingeplant. Bereits in diesem Monat beginnt ein Architektenwettbewerb. Das Gebäude soll nicht nur funktional, sondern auch repräsentativ sein, betont der Personalvorstand: „Dort werden nicht nur 550 Mitarbeiter einziehen, es wird auch Kundenverkehr herrschen. Außerdem soll es für ein modernes Unternehmen stehen, dass auf erneuerbare Energien und Digitalisierung setzt.“

Für den Neubau müssen die Stadtwerke vorhandene Gebäude aus den Sechzigerjahren an der Spinnereistraße abreißen lassen sowie einen Parkplatz aufgeben. Erhalten bleiben ein Gebäuderiegel mit Büros für weitere 150 Mitarbeiter sowie der dahinter liegende denkmalgeschützte Gasometer.

Durch die Entscheidung für die Glocksee kehrt die Unternehmensleitung an die Keimzelle der Stadtwerke zurück. Zum Geburtstag von König Georg IV wurde dort am 12. August 1826 das Gaswerk fertiggestellt. Hannover war damit die erste Stadt auf dem europäischen Festland, die eine reguläre Gasversorgung aufgebaut hatte. Sie diente zunächst der Straßenbeleuchtung. Der Gasometer stammt aus dieser Zeit.

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