Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Neubauten verdrängen Kleingärtner in Hannover

Kolonie Bischofshol Neubauten verdrängen Kleingärtner in Hannover

Aufregung in der Kleingartenkolonie Bischofshol an der Zuschlagstraße in Hannover: Das gesamte Areal ist bereits im vergangenen Jahr an die private Firma VW-Immobilien GmbH verkauft worden. Jetzt möchte das Unternehmen offenbar das Grundstück als Bauland ausweisen.

Voriger Artikel
Angst von Autofahrern aus Hannover vor der MPU ist groß
Nächster Artikel
Hannovers Oberbürgermeister Weil bekennt sich zur Bundeswehr

Auch ein Ziel für Ausflügler: Die Kleingartenkolonie Bischofshol.

Quelle: Martin Steiner

Hannover. „Ein Rechenzentrum und mehrere Reihenhäuser sollen hier errichtet werden, deshalb müssen wir unsere Parzellen verlassen“, berichtet Marina Brusch, Vorsitzende der Bischofsholer Kleingartenkolonie. Das wolle man aber nicht widerspruchslos hinnehmen. Tatsächlich sind Pachtverträge gekündigt worden, wie der Präsident des Bezirksverbands der Kleingärtner, Karl-Heinz Rädecker, bestätigt. Rund 60 Lauben müssen geräumt werden.

Der Streit zwischen den Kleingärtnern und dem neuen Eigentümer geht inzwischen vor Gericht weiter. Der Bezirksverband der Kleingärtner spekuliert auf eine Entschädigung für seine Mitglieder in Bischofshol. „Wir sehen dem anstehenden Vergleich optimistisch entgegen“, sagt Rädecker.

45.000 Quadratmeter umfasst die Kleingartenkolonie Bischofshol, dem Vernehmen nach hat die Immobiliengesellschaft rund 1,5 Millionen Euro für das Grundstück bezahlt. Die Stadt habe das Vorkaufsrecht ausgeschlagen, erzählt Brusch, der Preis sei offenbar zu hoch gewesen. Um aber die Grünfläche als Bauland ausweisen zu können, müssen hohe bürokratische und politische Hürden genommen werden. Denn es bedarf einer umfangreichen sogenannten Flächennutzungsplanänderung, die der Rat und seine Gremien beschließen müssen. Von dort aber kündigt sich schon jetzt Widerstand an. „Die Kolonie am Rande der Eilenriede eignet sich hervorragend zur Renaturierung“, sagt Grünen-Baupolitiker Michael Dette. Da müsse nichts hingebaut werden. Die Grünen hatten im vergangenen Jahr mehrmals eine Vergrößerung der Eilenriede gefordert, stießen bei der Stadtverwaltung aber auf Ablehnung.

Der vormalige Eigentümer der Gartenkolonie, die Fleischer-Innung, weiß um diese Probleme. „Auch wir haben zuvor geprüft, ob das Grundstück in Bauland verwandelt werden könnte, aber die Stadtverwaltung sah auf lange Sicht wenig Chancen“, sagt Eric Handke, Obermeister der Fleischer-Innung. Daher habe sich die Innung „aus betriebswirtschaftlichen Gründen“ entschlossen, die Kolonie abzustoßen. Der Mietzins sei sehr niedrig gewesen, und wenn man noch die Steuern abzog, blieb es beim Nullsummenspiel, erklärt Handke. „Die Angst der Kleingärtner vor der Vertreibung hat es aber schon immer gegeben“, sagt der Obermeister. Ob die Sorgen jetzt begründet sind, mag er nicht beurteilen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Kolonie Bischofshol
Sehen der Entwicklung gelassen entgegen: Helga, Monika, Horst und Rolf Werner (von links) sind seit Jahrzehnten Laubenbesitzer.

Unternehmer Andreas Waag beruhigt: „Wir werden im Einvernehmen mit den Kleingärtnern handeln – keinesfalls sollen sie gegen ihren Willen für Bauland von ihren Parzellen vertrieben werden.“ Gemeinsam mit seinem Partner Thorsten Voigts hat er die 45.000 Quadratmeter großen Flächen des Kleingärtnervereins Bischofshol am Kirchröder Eilenriederand gekauft und würde sie langfristig gerne zu Bauland machen.

mehr
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Anfang Juli heiratete Ernst August Erbprinz von Hannover Ekaterina Malysheva. Auf unserer Themenseite finden Sie Bilder, Videos und Berichte zur Promi-Hochzeit des Jahres in Hannover.

Klartext-Festival im Pavillon

400 Schüler waren am Dienstag im Pavillon beim Klartext-Festival.