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Neue Bahn-App pusht Verspätungen und Ausfälle

„Streckenagent“ Neue Bahn-App pusht Verspätungen und Ausfälle

Die Bahn will ihre Kunden besser über Störungen im Zugverkehr informieren. Helfen soll dabei eine neue App. Der „Streckenagent“ schickt bei Verspätungen, Zugausfällen oder Streckensperrung künftig Push-Nachrichten aufs Smartphone.

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... und kann das den Kunden aufs Smartphone schicken. Fotos: Schaarschmidt (2)

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Die Bahn will ein Dauerärgernis für ihre Kunden beseitigen - den unzureichenden Informationsfluss bei Störungen und Verspätungen. Mittel zum Zweck ist eine App namens „Streckenagent“, deren Funktionsweise der Schienenkonzern in Hannover präsentiert hat. Dahinter steckt nicht nur Technik - Streckenagenten heißen auch die bundesweit 50 Mitarbeiter, die den Service organisieren.

Das Angebot war seit März in einer Testphase verfügbar und funktioniert nun laut Bahn verlässlich. „Das ist eine App gegen Wartefrust“, sagt Arne Matthaei, Leiter Marketing und Kundendialog bei DB Regio Nord. Angaben über Verspätungen, Zugausfälle oder Streckensperrung kommen per Push-Nachricht auf das Smartphone. „Wir machen das bei Verspätungen von zehn Minuten oder mehr oder wenn von einer Gleissperrung mehr als zwei Züge betroffen sind“, erläutert Andreas Harig, einer der Streckenagenten in Hannover.

Infos über Verspätungen und Reisealternativen

Der Kunde kann die App so einstellen, dass nur bestimmte Zugverbindungen, bestimmte Linien oder festgelegte Zeiträume berücksichtigt werden. „Das ist beispielsweise für Pendler interessant, die jeden Tag dieselbe Strecke nutzen“, sagt Harig. Informiert wird über den Grund für eine Verspätung, die voraussichtliche Dauer sowie Reisealternativen. Außerdem werden die Nachrichten aktualisiert, damit Kunden Wartezeiten besser kalkulieren können. Bisher gibt es Nachrichten nur für die S-Bahnen, Regional- und Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn. Möglicherweise werden andere Zugunternehmen später integriert.

„Die App ist Teil unserer konzernweiten Qualitätsoffensive“, sagt Matthaei und spricht von einem „Durchbruch in der Informationspolitik.“ Dass es damit jahrzehntelang gehapert hat, weiß man bei der Bahn. Zuverlässiger will sie nun werden, indem sie die technischen Möglichkeiten des Smartphones nutzt und das Personal geschickter einsetzt. Die Streckenagenten sitzen direkt in den einzelnen Dispositions- und Leitstellen. „Wir bekommen umgehend mit, wenn der Betrieb irgendwo gestört ist, und können reagieren“, berichtet Harig.

Die Bahn zitiert den Mobilitätsforscher Stephan Rammler aus Braunschweig: „Wenn wir transportiert werden und nicht selbst fahren, sind wir skeptisch wegen der Abhängigkeit von einem System“, sagt er. Mangelnde Information sorge dann für Frust bis hin zur Wut. „Wenn ich nichts weiß, gehe ich vom Schlimmsten aus. Wenn ich die Hintergründe kenne, akzeptiere ich eine Verspätung eher“, sagt Rammler.

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