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Aus der Stadt Neue Behandlung: Frau erholt sich rasch nach Schlaganfall
Hannover Aus der Stadt Neue Behandlung: Frau erholt sich rasch nach Schlaganfall
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00:19 06.03.2018
Sonja Stucke geht es nach einem Schlaganfall deutlich besser. Hinter ihr: die behandelnden Ärzte Jens Diekmann und Erck Elolf (v.l.). Quelle: Petrow
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Hannover

 Am frühen Mittwochmorgen kippt Sonja Stucke im Badezimmer um, sie kann nicht mehr sprechen, die rechte Körperhälfte nicht bewegen, Schlaganfall. 24 Stunden später im Henriettenstift geht es ihr schon deutlich besser. Nach einigen Tagen kann sie wieder mit ihrer Familie sprechen, von Lähmungen keine Spur. „Ich habe noch Wortfindungsschwierigkeiten, ansonsten geht es mir gut“, sagt die 36-Jährige.  Jetzt ist sie einige Wochen krank geschrieben und muss in die Reha. Was sich wie ein medizinisches Wunder anhört, ist das Ergebnis einer neuen Behandlungsmethode und einer schnellen Rettungskette. 

„Ich kannte die Symptome eines Schlaganfalls schon von meinem Vater“, sagt Stuckes Lebensgefährte, Ingo Wissenbach. Sofort verständigte er den Notarzt. Rasch wurde die Schlaganfallpatientin ins Krankenhaus gebracht.  „Ich habe an alles nur bruckstückhafte Erinnerung. Schmerzen empfand ich nicht“, erzählt Stucke. Im Henriettenstift wurde ihr ein Medikament verabreicht, das Blutgerinnsel auflöst – die Standardbehandlung bei Schlaganfällen. Doch die Ärzte gingen einen Schritt weiter.

Bei Schlaganfällen wird die Blutzufuhr im Gehirn wie mit einem Pfropfen verschlossen. Teile des Hirns werden nicht mehr mit Blut versorgt und funktionieren nicht mehr. Die Folge sind Lähmungen und Sprachstörungen. „Wir können den Pfropfen mit einem Herzkatheter entfernen“, sagt Stuckes Arzt, Erck Elolf. Er ist Leiter der interventionellen Neuroradiologie und Oberarzt im Zentrum für Radiologie. Durch die rechte Leiste führt er einen Katheter durch die Blutbahnen bis zum Gehirn, ein Weg von 1,20 Meter Länge. Mit einem Röntgengeräte kann Elolf erkennen, wo sich Katheter und Blutgerinnsel befinden. Wie mit einem Netz fängt er den Pfropfen am Ende ein und entfernt ihn. Die Prozedur dauert keine halbe Stunde. 

„Bei Frau Stucke hat alles so funktioniert, wie es sein sollte“, sagt Elolf. Das mache den Behandlungserfolg aus. Bei einem Schlaganfall komme es darauf an, dass der Patient möglichst schnell ins Krankenhaus komme, vor allem um bleibende Hirnschäden zu vermeiden. „Bisher haben wir angenommen, dass das Gerinnsel innerhab von sechs Stunden entfernt werden muss, damit sich die Folgeschäden in Grenzen halten“, sagt der Oberarzt. Doch amerikanische Studien hätten jüngst nachgewiesen, dass sich das Gehirn auch nach längeren Zeitspannen ohne Blutzufuhr regenerieren könne. Dennoch gelte: Je schneller der Notarzt verständigt wird, desto besser.

  Die Kliniken des Diakovere-Verbunds (Henrietten-, Anna- und Friederikenstift), das Nordstadtkrankenhaus und die Medizinische Hochschule sind Zentren für die neue Katheter-Methode.

Von Andreas Schinkel

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