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"Neue Cebit ist eine Chance für Hannover"

HAZ-Forum "Neue Cebit ist eine Chance für Hannover"

Moderner, digitaler, frischer will sich die Messe präsentieren - und auch wieder mehr in Hannover sichtbar werden. Beim HAZ-Forum am Mittwoch haben Messechef Jochen Klöckler, OB Stefan Schostok und Martin Prenzler von der City-Gemeinschaft auch über ihre persönlichen Messe-Momente gesprochen.

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"Hohe Hotelpreise sind echter Gegenwind für uns": Messe-Vorstandschef Jochen Köckler (Mitte) mit Oberbürgermeister Stefan Schostok (re.) und Martin Prenzler von der City-Gemeinschaft.

Quelle: Samantha Franson

Hannover. Er tritt mit frischen Ideen für den Messestandort Hannover an: Seit drei Monaten ist Jochen Klöckler als Vorstandschef im Amt. "Eine Messe ist mehr, als Stände in eine Halle zu bauen", sagte er am Mittwochabend beim HAZ-Forum. "Moderne Entscheider wollen heute anders angesprochen werden", die Messe werde "die digitale Transformation positiv bewegen".

Seit 70 Jahren gehört die Messe zu Hannover und hat, wie Oberbürgrmeister Stefan Schostok betont, entscheidend an der Mentalität der Hannoveraner mitgewirkt. "Gelassenheit" habe sie nach Hannover gebracht und Weltoffenheit - aber eben auch dafür gesorgt, dass Hannover in aller Welt bekannt ist.

Martin Prenzler, Geschäftsführer der Innenstadt-Kaufleute, fordert vor allem, dass die Emotionalität zurückkehrt, die die Messe über Jahrzehnte in Hannover stark gemacht hat. "Ohne Messe würde Hannover in die Bedeutungslosigkeit versinken", sagt er. Für die Händler spielten die Großereignisse auch finanziell eine große Rolle: Jeder Tagesgast lasse durchschnittlich 38 Euro im Einzelhandel, jeder Übernachtungsgast sogar über 170 Euro. Wichtig sei aber, dass das Messeleben in der Stadt wieder spürbar sei. "Mein persönlicher Messemoment ist, wenn am Kröpcke Gastfreundlichkeit gelebt wird", sagt er.

Sehr deutlich wurde Klöckler beim Thema Hotelpreise in Hannover: "Das ist echter Gegenwind für uns." Plastisch schilderte er die Nöte von Ausstellern, die sich entschieden, mit einem Stand zur Messe zu kommen - und die sich dann mit Übernachtungspreisen von bis zu 500 Euro konfrontiert sähen, und das für ihre gesamten Standteams. Das werde in Metropolen wie München vielleicht noch verziehen, aber in Hannover werde es zum Problem. Er könne verstehen, dass Hoteliers während der Zeitspannen starker Nachfrage die Preise erhöhten - ab bestimmten Summen aber schade das dem Messestandort.

Oberbürgermeister Stefan Schostok berichtete, dass die Stadt lange Zeit mit Rücksicht auf den Branchenverband Dehoga möglichst keine zusätzlichen Hotelkapazitätemn genehmigt habe. Jetzt aber werde ausgebaut: Häuser mit 860 zusätzliche Hotelbetten seien aktuell in Planung, darunter auch das Maritim Grand Hotel gegenüber vom Rathaus, was ab Mitte 2018 nicht mehr als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden soll.

Doch das war auch das einzige Problemthema in der von HAZ-Redakteur Conrad von Meding moderierten Runde. Insgesamt waren die Mitdiskutanten optimistisch, dass die Messe auch zum 80. Geburtstag ein starker Standortfaktor in Hannover sein werde. Dazu werde auch die rundumerneuerte Cebit beitragen, die künftig wieder ein jüngeres Startup-Publikum erreichen will und mit Shows und Live-Konzerten eventisiert wird. Sie werde "ein Labor", sagte Schostok: "Wir wollen das alte Cebit-Gefülhl wiederbeleben und die Szene auch vor Ort mitnehmen."

Köckler berichtete, dass angesichts der viel diskutierten Messen wie Cebit oder Hannover-Messe die Bedeutung von Spezialmessen wie Euro-Blech, Agritechnica oder der Metallverarbeitungsmesse EMO oft unterschätzt werde. "Vier der fünf größten deutschen Messen finden in Hannover statt", sagte er: Das sei ein Pfund, mit dem die Messe und Hannover wuchern könnten.

Von Jan Sedelies

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