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Aus der Stadt Neue Chance fürs Bredero-Hochhaus in Hannover?
Hannover Aus der Stadt Neue Chance fürs Bredero-Hochhaus in Hannover?
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20:59 27.02.2011
Das Bredero-Hochhaus: Künftiger Sitz von Landesschulbehörde und Sozialamt? Quelle: Ralf Decker

Das Land bereitet eine große Behördenrochade vor, in deren Folge das weitgehend leer stehende Bredero-Hochhaus am Raschplatz hinterm Hauptbahnhof endlich wieder belebt werden könnte. Möglicherweise ziehen dort die Landesschulbehörde und das Landessozialamt mit etlichen Abteilungen und insgesamt 500 Mitarbeitern ein. Der Vorteil: Die Immobilie liegt zentral und für Besucher gut erreichbar, sie gilt inzwischen als schadstoffsaniert und schnell herzurichten, und der Mietpreis ist relativ günstig. Noch aber will sich beim Land niemand festlegen. Man nehme derzeit noch Angebote entgegen, sagt der Sprecher der für die Landesliegenschaften zuständigen Oberfinanzdirektion, Karsten Pilz.

Hintergrund ist die geplante Konzentration des Landeskriminalamts (LKA) in Hannover. Die Behörde mit fast 1000 Mitarbeitern ist derzeit auf neun Standorte im Stadtgebiet verteilt. Nachdem im vergangenen Jahr Neubaupläne wegen zu hoher Kosten gescheitert waren, soll das LKA nun im sogenannten Behördenhaus, dem Großbau der ehemaligen Bezirksregierung am Waterlooplatz, zusammengefasst werden. Auf dem Parkplatz hinter dem Gebäude soll zudem ein Neubau für das Kriminaltechnische Institut entstehen.

Doch zunächst muss im Behördenhaus Platz geschaffen werden. Etwa 500 Mitarbeiter müssten den Plänen zufolge das Gebäude verlassen. Das Land sucht mit Anzeigen in dieser Zeitung nach Immobilienangeboten. Der Haken: Die Büroflächen müssen bis spätestens 1. Dezember nach den Vorstellungen des Landes hergerichtet und zudem für „besucherintensive Dienststellen“ geeignet sein – also zentral im Stadtgebiet liegen. Das ist bei einer Gesamtfläche von 12.000 Quadratmetern nur an wenigen Standorten möglich. Allerdings lässt das Land auch zwei Einzelangebote zu, wenn die Flächen jeweils etwa gleich groß sind.

„Uns liegen Angebote vor“, sagt OFD-Sprecher Pilz nur. Ob der Eigentümer des Bredero-Hochhauses ein Angebot eingereicht hat, wollte er weder bestätigen noch dementieren. Ohnehin können Angebote noch bis Montagabend abgegeben werden. Nach HAZ-Informationen ist die Großimmobilie aber im Rennen. Das Land kennt sie gut: Lange Zeit gab es Pläne, in den 14 Büroetagen des Siebziger-Jahre-Hochhauses das Justizzentrum des Landes unterzubringen. Fünf Fachgerichte hätten dort einziehen sollen. Weil anfangs aber noch Angst vor Asbestbelastungen herrschte und die Sitzungssäle der Gerichte zum Teil mit wenig Tageslicht hätten auskommen müssen, sperrten sich Richter und Justizbedienstete erfolgreich. Im Gegensatz zu den Justiznutzungen brauchen Schul- und Sozialbehörden des Landes keine Sitzungssäle, sondern vor allem Archivflächen. Diese könnten in den innenliegenden, nur mit Kunstlicht zu betreibenden Räumen des Bredero-Hochhauses untergebracht werden – damit wäre Konfliktpotenzial entschärft. Das Justizzentrum soll jetzt hinterm Amtsgericht neu gebaut werden, die Ausschreibungen dafür werden gerade vorbereitet.

Conrad von Meding

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