Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Bahn-Mitarbeiter Schuld am Stromunfall?
Hannover Aus der Stadt Bahn-Mitarbeiter Schuld am Stromunfall?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:49 10.12.2014
Von Tobias Morchner
Dieses Bild steht im Zentrum der Ermittlungen. Es wurde wenige Tage vor dem Unglück aufgenommen und zeigt, dass die Arbeiter bereits damals eine Aluleiter aufgestellt hatten. Quelle: Michael Thomas
Hannover

Die Ermittlungen richten sich gegen zwei Mitarbeiter der Deutschen Bahn, denen die Strafverfolger fahrlässige Tötung vorwerfen. In den verschiedenen Berichten der HAZ und anderen Medien waren Zweifel an der Gründlichkeit der Untersuchung des Unglücks seitens der Behörden laut geworden.

Im Juli 2012 waren der damals 21-jährige Matthias W. und sein Kollege Maik K. im Auftrag der Deutschen Bahn mit Sanierungsarbeiten am Bahnhofsgebäude befasst. Ein Windstoß erfasste die Aluminiumleiter, mit der die Arbeiter einer Glasfirma aus Peine auf das Dach des Bauwerks gelangt waren, und drückte sie gegen die Oberleitung. Matthias W. und Maik K. erlitten tödliche Stromschläge und verbrannten am Bahnsteig vor den Augen mehrerer Fahrgäste.

Bis zum heutigen Tag ist unklar, warum die Oberleitung während der Arbeiten in unmittelbarer Nähe der Stromtrasse nicht abgeschaltet war. Der Umstand, dass im Vorgriff auf die Baumaßnahme keine Gefährdungsanalyse für den Bahnhof vorgenommen wurde, spielte bei den Nachforschungen der Behörden keine Rolle. Auch die Frage, warum die Aluminiumleiter überhaupt am Gleis 2 des Bahnhofs Nordstadt zum Einsatz kam, wurde nie beantwortet. Wer für das Aufstellen der Leiter die Verantwortung trage, habe sich nicht abschließend klären lassen, teilte die Staatsanwaltschaft ein Jahr nach dem Unglück mit und stellte die Ermittlungen ein. Im November 2013 lehnte die Generalstaatsanwaltschaft in Celle die Beschwerde der Mutter des verunglückten Matthias W. gegen die Einstellung der Ermittlungen ab. Der Fall war damit juristisch abgeschlossen.

HAZ-Bilder stehen im Zentrum der Ermittlungen

Im Zentrum der neuen Ermittlungen stehen mehrere Bilder, die HAZ-Fotograf Michael Thomas wenige Tage vor dem Unglück am Nordbahnhof aufgenommen hatte und die zum Teil in der Zeitung veröffentlicht wurden. Auf ihnen ist deutlich zu erkennen, dass die beiden späteren Opfer bereits Tage vor dem Unglück mithilfe der Aluminiumleiter ihrer Arbeit nachgingen. Haben die beiden nun beschuldigten Bahn-Mitarbeiter also ihre Sorgfaltspflicht verletzt, weil ihnen die Leiter an der Baustelle über einen längeren Zeitraum hinweg nicht aufgefallen war? Dieser Frage geht die Staatsanwaltschaft jetzt nach. „Wir hatten von der Existenz der Fotos bislang keine Kenntnis“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge.

Nach dem Unglück an dem Bahnhof hatte sich bei der HAZ ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn gemeldet, der vor dem Unglück für den Konzern ein umfassendes Sicherheitskonzept für Arbeiten in unmittelbarer Nähe von Stromleitungen verfasst hatte. In dem Papier hatte er dringend dazu geraten, die Oberleitungen bei Baumaßnahmen in deren unmittelbarer Nähe grundsätzlich abzuschalten. Die Bahn lehnte das Konzept mit dem Hinweis auf die enormen Kosten dieser Maßnahme ab. Das Papier verschwand in einer Schublade. Inzwischen gelten die Vorschläge des Sicherheitsexperten konzernweit. Sie traten zwei Wochen nach dem tödlichen Stromschlag in Kraft.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Aus der Stadt Automaten nehmen neue Scheine nicht - Zehn-Euro-Noten bereiten der Üstra Probleme

Wenn von Dienstag an der neue Zehn-Euro-Schein in den Umlauf kommt, müssen Kunden der Üstra aufpassen. Die Fahrkartenautomaten des Verkehrsunternehmens können die Banknote noch nicht erkennen und spucken sie wieder aus.

Bernd Haase 25.09.2014
Aus der Stadt Hochschule, 96, Zehn-Euro-Scheine - Das ist heute in Hannover wichtig

Die Leibniz-Uni informiert auf den Hochschulinformationstagen über ihre Studiengänge, die zweite Mannschaft von Hannover 96 trifft auf Eintracht Braunschweig und die neuen Zehn-Euro-Scheine werden in Umlauf gebracht – das ist heute in Hannover wichtig.

23.09.2014

Das ist mal eine gute Nachricht: Am Weltkindertag haben Kinder am heutigen Montag freie Fahrt im gesamten Geltungsbereich des Großraum-Verkehrs Hannover (GVH).

22.09.2014