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Start für zwei Zwergschulen

Einschulung Start für zwei Zwergschulen

In Hannover wurden zwei neue Grundschulen eröffnet. Die Grundschulen Kronsberg und Buchholz-Kleefeld II bekommen Lob für ihre kleinen Klassen. Doch bei der Einschulung gab es auch Ärger über weite Wege.

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Seifenblasen? Nein, Wunschkugeln! Clown Fidolo bei der Feier in der Grundschule Kleefeld-Buchholz II. 

Quelle: Wallmüller

Hannover. Eigentlich sterben Zwergschulen aus. Gelten als nicht mehr zeitgemäß. Doch am Sonnabend, 5. September, haben zwei neue aufgemacht. Mitten in Hannover. Strahlende Kindergesichter, Schultüten, Bühnenprogramm, wie es sich gehört. Es sind die einzigen neuen Grundschulen, die dieses Jahr in Niedersachsen eröffnet werden. Und sie haben viel gemeinsam, die Neulinge aus Bemerode und aus Kleefeld – bis hin zu Eltern, die ihren Nachwuchs lieber an anderen Standorten untergebracht hätten.

Die neuen Schulen haben jeweils nur zwei Klassen

Die neuen Schulen sind wirklich winzig: Jede hat zwei Klassen, zwei Lehrerinnen, zwei pädagogische Hilfskräfte und eine Schulleitung. Beide, die Grundschule Kronsberg und die Grundschule Buchholz-Kleefeld II, sind in bestehende Schulgebäude eingezogen, in beiden werden zweimal 15 Schüler unterrichtet. Und beide Schulgebäude – in der Blauen Schule am Friedrich-Wulfert-Platz wie in der Maximilian-Kolbe-Schule in der Nackenberger Straße – sind keine Dauerlösung. 2017 soll die eine Neugründung in einen Neubau auf dem Kronsberg umziehen, irgendwann auch die andere in Richtung Groß-Buchholz.

„Wir finden es gut, am Aufbau einer neuen Schule mitwirken zu können“, sagt Manuela Müller. Tochter Rosalie freut sich, dass auch zwei gute Freundinnen in der Grundschule Kronsberg gelandet sind. Verzichten müssen die sechsjährigen Gründungsmitglieder allerdings auf Chorgesang oder Theateraufführung von älteren Grundschülern, die kann’s ja nicht geben bei einem solchen Start-up. Das jugendliche Quintett, das alternativ mit Cello- und Geigenmusik aufwartet, vermag die Abc-Schützen zwar nicht so zu fesseln wie der Li-La-Launebär. Aber dann lässt sich noch Frederick, die Maus, auf einer Leinwand blicken. Und schließlich dürfen die Erstklässler die Stimmung sogar persönlich anheizen, mit einem Mitmachlied von Kopf bis Fuß.

Nicht alle Kinder sind an Wunschschule gekommen

Eine gehörige Portion Unmut haben Marion und Wolfgang Meise zur Einschulungsfeier mitgebracht. Ein halbes Jahr haben sie dafür gekämpft, dass Sohn Ramon auf die benachbarte Grundschule An der Feldbuschwende gehen kann – vergeblich. Nun muss der Sechsjährige ohne seine Kumpel ins Schulleben starten. Und außerdem, moniert Vater Meise, gebe es in den Klassenzimmern des abrissreifen Gebäudes Mief und Schimmel. Schimmel lässt sich in den frisch gestrichenen Räumen zwar nicht finden. Aber leicht moderig riecht es, unbestreitbar.

Robin Buchheim, sechs Jahre jung, ist das egal. „Die Lehrerinnen sind sehr nett“, befindet er. „Und die Stühle finde ich toll, die sind zum Drehen und mit Lift.“ Das Hauptaugenmerk von Anna und Tomasz Tkacz richtet sich naturgemäß weniger auf das Gestühl, sondern eher auf die Ganztagsbetreuung zwischen 7 und 17 Uhr. „Wir sind beide berufstätig, da ist es wichtig, dass Aurelia gut versorgt ist“, sagt Mutter Tkacz.

Drei bis vier Kilometer Schulweg

Buchholz-Kleefeld II: Die Grundschule mit dem sperrigen Namen hat aus der Not, kein Begrüßungskomitee aus Viertklässlern aufbieten zu können, eine Tugend gemacht. Vorhang auf für Clown Fidolo. Als Traumfänger zieht der Pantomime sein Publikum in den Bann. In seiner Schultüte hat Fidolo eine Wunschkugel, und weil diese sich wundersam vermehren kann, haschen bald alle Kinder nach Seifenblasen.

Viel heftiger noch als in Bemerode haben Eltern aus Groß-Buchholz gegen den neuen Schulstandort opponiert. Drei bis vier Kilometer Schulweg waren ihnen zu weit. Doch weil das Haupthaus am Groß-Buchholzer Kirchweg aus allen Nähten platzt, ließ die Schulverwaltung nicht mit sich reden. „Wir sind sogar bis vor das Verwaltungsgericht gezogen“, erzählt Vater Nicki Mehr. Nun aber, ergänzt Ehefrau Verena, habe man seinen Frieden mit dem Unabänderlichen gemacht: „Die Rektorin und die Lehrerinnen sind sehr engagiert, die Einschulungsfeier war toll, alles gut.“ Auch Abc-Schützin Emilia nickt – offenbar einer Meinung mit den Eltern.

Man stößt an diesem Vormittag auf etliche Eltern, die ihre Vorbehalte an der Schulpforte abgegeben haben. Natalie und Eugen Rau loben den Schulbus, der dreimal täglich zwischen Groß-Buchholz und Kleefeld pendelt. Sohn Gabriel ist froh, dass sein bester Freund der IGS Roderbruch noch den Laufpass gegeben hat und zur Nackenberger Straße gewechselt ist: „Weil hier weniger Kinder in der Klasse sind.“ Auch Katja und Martin Hoppe, einst heftige Gegner eines kilometerlangen Bildungsweges, haben ihr Herz für die Zwergschule entdeckt. Die kleinen Klassen, das riesige Außengelände und die Nachmittagsbetreuung gefallen ihnen ebenso wie die Lehrerinnen und der nette Kontaktbeamte der Polizei, der sich schon am ersten Schultag vorgestellt hat. Und dann sagt Vater Hoppe einen Satz, der in den Ohren der Kultusbürokraten wie Musik klingen dürfte: „Jetzt finden wir es sogar gut, dass es so gekommen ist mit dem neuen Standort.“     

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