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Aus der Stadt Neue Heimat für Gorillaweibchen Josy
Hannover Aus der Stadt Neue Heimat für Gorillaweibchen Josy
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21:10 22.08.2011
„Nicht in der Lage, ein Kind großzuziehen“: Gorilla Josy mit Juma im Oktober 2009. Quelle: Wilde
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Hannover

Auf der etwa vierstündigen Fahrt wurde Josy von einer Tierpflegerin aus Antwerpen begleitet, die zuvor schon eine Woche in Hannover war, um das Gorillaweibchen kennenzulernen. Der Umzug war in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) geplant worden, weil mit Josy nicht mehr gezüchtet werden soll.

Die Tochter von Zazie und dem Silberrücken Artis war im Februar 1999 im Zoo Hannover geboren worden. Im April 2007 erlitt Josy eine Totgeburt, schon ein Jahr später, im Mai 2008, brachte sie ihre Tochter Femi zur Welt. Das Gorillababy wurde zwar von seiner Mutter gesäugt, ansonsten aber kümmerte sich Josy kaum um ihren Nachwuchs. Ende Oktober kam es dann zu einem dramatischen Zwischenfall: Der Gorilla Buzandi, Femis Vater, warf den Säugling gegen eine Wand. Femi erlitt bei dem Übergriff eine Platzwunde und wurde vorsorglich von der Affengruppe getrennt. Trotz einer Antibiotikabehandlung starb der fünf Monate alte Säugling drei Tage später an einer bakteriellen Entzündung – Folge seiner schweren Verletzung. Wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelte die hannoversche Staatsanwaltschaft seinerzeit gegen den Zoo – das Monate später erstellte Gutachten brachte aber keine Klarheit darüber, ob den Zoo eine Schuld trifft. Auch der im Oktober 2009 geborene Juma wurde von seiner Mutter Josy vernachlässigt. Das Gorillaweibchen stillte den Säugling zwar, legte ihn aber zu oft ab, sodass der lebenswichtige Körperkontakt häufig unterbrochen wurde. Deshalb entschied der Zoo im Januar 2010, den kleinen Gorilla in die Aufzuchtstation des Stuttgarter Zoos zu geben. Dort starb Juma am 7. Januar nur einen Tag nach seiner Ankunft an einer Lungenentzündung.

Um zu verhindern, dass Josy erneut trächtig werden kann, erhielt die Gorilladame seitdem ein Mittel zur Empfängnisverhütung. Jetzt wurde entschieden, Josy komplett aus dem Erhaltungszuchtprogramm zu nehmen, weil sie nach Aussage des hannoverschen Zoos nicht mehr in der Lage sein werde, ein Kind großzuziehen. „Sie soll jetzt ein stressfreies Leben führen“, sagte Zoosprecherin Simone Hagenmeyer gestern.

Im Antwerpener Zoo leben der 38-jährige Silberrücken Kumba, der nicht zeugungsfähig ist, die 43-jährige Victoria und die 21-jährige Amahoro – eine kleine, unfruchtbare Gruppe von Flachlandgorillas wird Josys neue Familie.

Veronika Thomas

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