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Neue Hoffnung für Patienten mit Diabetes

Automatische Blutzuckersteuerung Neue Hoffnung für Patienten mit Diabetes

Ein Gerät, das automatisch den Blutzucker misst und die Insulinzufuhr übernimmt – dieser Traum von Diabetikern könnte in den nächsten zehn bis 15 Jahren Realität werden. Als erstes deutsches Diabeteszentrum arbeitet das Kinderkrankenhaus Auf der Bult an einem neuen System, das das Leben von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes erheblich erleichtern soll.

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Prof. Thomas Danne mit Tobias Heseler, der als einer von vier Patienten im Kinderkrankenhaus Auf der Bult auf das neue System eingestellt wird.

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. In Zusammenarbeit mit einer israelischen und einer slowenischen Forschergruppe entwickelte ein Team um den hannoverschen Diabetologen und Chefarzt im Kinderkrankenhaus auf der Bult, Prof. Thomas Danne, einen „Closed Loop“, einen geschlossenen Kreis, beziehungsweise eine künstliche Bauchspeicheldrüse.

Bisher müssen Diabetes-Patienten mit einem Pieks in den Finger mehrmals täglich ihren Blutzuckerwert messen und anhand der Blutwerte sowie zusätzlich vor jeder Mahlzeit dem Körper über eine Pumpe Insulin zuführen. Ein System, bei dem die jungen Patienten und ihre Eltern Tag und Nacht entscheiden müssen, wie viel Insulin die Pumpe abgeben soll. Bei der neuartigen, künstlichen Bauchspeicheldrüse, die eigentlich ein Computerprogramm ist, misst ein kleiner, unter der Haut befestigter Sensor permanent den Blutzucker, während die computergesteuerte Insulinpumpe automatisch die Anpassung der notwendigen Insulindosis übernimmt. Parallel dazu führen die Probanden ein Tagebuch darüber, was und wie viel sie gegessen und getrunken haben.

Nachts übernimmt „Closed Loop“ die Blutzuckersteuerung automatisch. „Damit kann man den gefährlichen Unterzuckerungen vorbeugen, von denen die Patienten vor allem nachts, während der Schlafenszeit von Kindern und Jugendlichen, bedroht sind“, beschreibt Prof. Danne das Prinzip. Der Versuch mit einem 19-jährigen Patienten mit Diabetes vom Typ 1 sei sehr erfolgreich verlaufen. „Der Computer misst viel genauer und hält den Blutzucker wesentlich stabiler, als das manuell möglich ist.“

Jetzt wird die künstliche Bauchspeicheldrüse an drei weiteren Patienten getestet, dem 16-jährigen Nick Severloh aus Celle, dem 15-jährigen Tobias Heseler aus Rodenberg bei Stadthagen und dem 58-jährigen Peter Bunke aus Waldrode. Durch dessen Sohn, Diabetiker wie sein Vater, rutschte Bunke in den klinischen Versuch. „Ich bin seit 30 Jahren Diabetiker, damals gab es noch nicht einmal Blutzuckermessgeräte, sondern nur Teststreifen“, erzählt der Patient. Aber so eine künstliche Bauchspeicheldrüse wäre schon klasse. Doch bis das Produkt serienreif ist, müssen noch viele Tests durchlaufen werden.

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