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Aus der Stadt Neue Kehrmaschinen lassen Gebühren steigen
Hannover Aus der Stadt Neue Kehrmaschinen lassen Gebühren steigen
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00:15 25.05.2016
Von Mathias Klein
Vier Reinigungn pro Jahr – das bedeutet Kosten von 300.000 Euro. Zu viel, findet der Vorsitzende der Haus- und Grundeigentümer, Rainer Beckmann. Quelle: Thomas (Archiv)
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Hannover

Verbandschef Rainer Beckmann hat ausgerechnet, dass jede Reinigung 75.000 Euro koste. Diesen „Wucherpreis“ müssten die Hauseigentümer und die Mieter in ganz Hannover über die Straßenreinigungsgebühren bezahlen.

Stolz hatten Aha-Chef Thomas Schwarz und Hannovers Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette die neuen Maschinen vom Typ Cityjet3000 Anfang des Monats vorgestellt. Die Geräte, Stückpreis je 130.000 Euro, arbeiten nur mit Wasser, ohne chemische Zusatzstoffe. Das Wasser wird in der Maschine auf 90 Grad erhitzt und dann mit einem Druck von bis zu 280 bar auf die Pflastersteine gedrückt. Bei der Vorstellung hatten Passanten gestaunt, wie hell die Platten werden. Normale Reinigungsmaschinen waren an dem Pflaster gescheitert, das mittlerweile überall in der Stadt verlegt wird, aber anfällig für Kaugummi- und Kakaoflecken ist.

Den Preis dafür aber zahlen alle Hannoveraner - und nicht erst seit diesem Monat. Aha bestätigt, dass die entsprechenden Gebühren wegen der Anschaffung der Reinigungsgeräte bereits zum Januar 2015 um 1,3 Prozent erhöht worden waren. Sie werden nur in der Stadt Hannover erhoben, Aha hat den Auftrag zur Reinigung der öffentlichen Straßenflächen und Fußgängerzonen.

Aha gibt die jährlichen Kosten für die Maschinen und die Mitarbeiter mit 300.000 Euro an. Beckmann zieht diese Zahlen allerdings in Zweifel. „Das sind astronomische Summen für die Pflasterfläche in der Innenstadt“, sagt der Verbandschef. Nach Angaben von Aha muss die helle Pflasterung in den Bereichen Kröpcke, Karmarschstraße bis zur Markthalle, Bahnhofstraße, Schillerstraße und Luisenstraße alle drei Monate gereinigt werden, damit das Pflaster hell bleibt. Die Fläche, die die Maschinen in der City bearbeiten, beträgt rund 41.000 Quadratmeter. Laut Schweizer Herstellerfirma Aegi Schmidt Holding AG benötigt der Cityjet3000 für die Fläche rund 15 Stunden. Bei viermaliger Reinigung pro Jahr sind das 60 Stunden, also 1,5 Arbeitswochen. „Unglaublich“ sei dieser Umgang mit dem Geld der Bürger, wettert Beckmann. Bei 1,5 Arbeitswochen hätte eine Maschine gereicht. Der Vorgang sei „ein Paradebeispiel kommunaler Misswirtschaft“. Der Rat hatte der Anhebung der Gebühr zugestimmt, um die neuen Geräte anzuschaffen und den Einsatz von vier Mitarbeitern zu finanzieren. Die Mehrkosten betragen für einen durchschnittlichen Haushalt mit 10 Straßenmetern 90 Cent pro Jahr.

Beckmann betont, es gehe ihm nicht um die einzelnen Beträge, sondern um den Umgang mit Geld. „Wenn in dem regionseigenen Unternehmen so mit dem Geld der Gebührenzahler umgegangen wird, müssen endlich die Aufsichtsgremien eingreifen“, betont er: „Aha verschwendet das Geld regelrecht auf der Straße.“ Aus seiner Sicht wäre eine Ausschreibung unter Beteiligung der Privatwirtschaft für den Innenstadtbereich geben sollen. Er sei sich sicher: „Dann wären ganz andere Beträge herausgekommen.“

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