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Aus der Stadt Neue Kritik an Umzugsplänen für BBS 6
Hannover Aus der Stadt Neue Kritik an Umzugsplänen für BBS 6
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19:03 02.02.2014
Von Bärbel Hilbig
Schüler der Hannah-Arendt-Schule und der BBS6 ziehen am 21.01.2014 demonstrierend zum Regionshaus in Hannover. Quelle: Tobias Kleinschmidt
Hannover

Die Elternvertreter argumentieren, die BBS 6 sei bisher die größte Schule für Fahrzeugberufe in der Region und habe eine Reihe von Auszeichnungen für ihre Arbeit erhalten. 70 Prozent ihrer Berufsschüler wohnten in Hannover. Eine Verlagerung des Angebots nach Burgdorf sei für die Jugendlichen mit erheblichem Mehraufwand an Zeit und Kosten verbunden.

Mehrere hundert Berufsschüler haben gegen Veränderungen an ihren Berufsschulen demonstriert. Unter anderem will die Region Hannover die BBS 6 auflösen.

Die Professoren Julia Gillen und Günter Ratschinski konzentrieren sich in ihrer Stellungnahme dagegen auf die Berufseinstiegsschule der BBS 6 für benachteiligte Jugendliche ohne Schulabschluss, die nach den Plänen der Region dezentral auf verschiedene andere Berufsschulen verteilt werden soll. Die Region argumentiert, dort sei die Anbindung an die späteren Ausbildungsberufe gegeben, auf die die Schüler in der Vorbereitungsphase hinsteuern. Gillen und Ratschinski widersprechen dieser Argumentation. Jugendliche in der Berufsvorbereitung seien sich ihrer Fähigkeiten und Neigungen nicht sicher. Eine Auswahl an Angeboten, wie sie die BBS 6 bietet, sei deshalb angemessen. Wenn Jugendlichen dagegen vorzeitig eine Berufsrichtung zugewiesen werde, seien deutlich erhöhte Abbruchquoten die Folge. Eine wichtige Aufgabe der Berufsvorbereitung an Berufsschulen sei neben der Berufsorientierung die Stabilisierung der Persönlichkeit.

Die 50 Lehrer an der Berufseinstiegsschule der BBS 6 haben aus Sicht von Gillen und Ratschinski ein „bewährtes und abgestimmtes Fördersystem entwickelt, das bundesweit als einmalig gilt“. Die Zusammenarbeit von Berufs- und Sozialpädagogen in der Schule sowie Kooperationspartnern außerhalb sichere die Qualitätsentwicklung der Schule. Beide Professoren arbeiten am Institut für Berufspädagogik der Leibniz-Uni. Gillen hat dort den Lehrstuhl für Organisations- und Qualitätsentwicklung in der beruflichen Bildung. Zu Ratschinskis Forschungsschwerpunkten gehören die Entwicklung beruflicher Ambitionen und Orientierungen und die empirische Benachteiligtenforschung.

Die IG Metall Hannover spricht sich ebenfalls für den Erhalt der BBS 6 aus. „Wir erkennen die Bemühungen der Region um die Verbesserung der Lernbedingungen für KFZ-Auszubildende an. Dazu gehören aber auch akzeptable Schulwege“, sagt Dirk Schulze, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Hannover. Region und Landeshauptstadt seien aufgefordert, Konzepte für die KFZ-Berufsschule in Hannover zu entwickeln. Für eine Erweiterung der BBS 6 seien Flächen auf dem Gelände der Feuerwache 1 oder dem Parkplatz der BBS Metall-/Elektrotechnik zu finden.

 

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