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Wie geht es jetzt auf dem Steintorplatz weiter?

Alles neu Wie geht es jetzt auf dem Steintorplatz weiter?

Die Pläne für die Bebauung des Steintorplatzes sind zunächst vom Tisch, das neue, fragile Mehrheitsbündnis aus SPD, Grünen und FDP im Rat stellt das Projekt auf null und will eine Bürgerbeteiligung anschieben. Bei den Betroffenen ist die Erleichterung groß. Doch wie geht es jetzt weiter?

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Und nun? Die geplanten Bauten sollen auf dem Steintorplatz nicht entstehen - verändern soll er sich dennoch. Foto: Dröse (Archiv)

Quelle: Droese

Hannover. Für Eiscafébetreiber Massimo Dall‘Asta war die Nachricht in seiner Tageszeitung am Donnerstag eine echte Erleichterung: Die Pläne für die Bebauung des Steintorplatzes sind zunächst vom Tisch, das neue, fragile Mehrheitsbündnis aus SPD, Grünen und FDP im Rat stellt das Projekt auf null und will eine Bürgerbeteiligung anschieben. „Da fällt mir ein Stein vom Herzen“, sagt Dall‘Asta: „Für viele in Hannover ist die Platzbebauung nur eine Frage der Ästhetik, für mich ist sie eine Existenzfrage.“ Sein Eispavillon steht dort, wo die Neubauten hätten hingepflanzt werden sollen.

Überraschenderweise ist die Freude auch bei der City-Gemeinschaft groß. Eigentlich hatte sich deren Geschäftsführer Martin Prenzler noch im Sommer deutlich für die Neubauten positioniert. „Aber nur, weil ich mir nicht habe träumen lassen, dass jetzt eine Aufwertung des Platzes auch ohne den Verkauf der Grundstücke an einen Investor finanzierbar sein soll“, sagt Prenzler. Für ihn sei „die Bebauung des Platzes das kleinere Übel gewesen, denn der derzeitige Zustand ist das größere Übel“. Die Neugestaltung sei „wie ein Sechser im Lotto“.

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Viele Fragen aber sind noch offen. Die Planung hatte vorgesehen, auf dem architektonisch und funktional vernachlässigten Platz zwei sechsgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser zu errichten und von dem Geld einen zeitgemäßen Platz im Bereich zwischen Bratwurst Glöckle und Schillerdenkmal anzulegen. Dabei sollte auch die überdimensionierte Rampe in die U-Bahntunnel vor dem Schnellrestaurant Mc Donald‘s am Steintor verkleinert werden. Und der Gänselieselbrunnen sollte längst auf den neu gestalteten Goseriedeplatz umziehen, wo er historisch auch eher hingehört. Was davon aber noch umgesetzt wird und wer das alles bezahlt - davon steht in der Absichtserklärung der neuen, losen Ratsmehrheit nichts. Man wolle einen Bürgerdialog nach Vorbild des Projekts City 2020 starten, heißt es nur.

Die City-2020-Foren hatten mit Einsatz vieler Fachreferenten versucht, einen historischen Überblick über das Werden der Stadt zu vermitteln - mit Schwerpunkt darauf, was am Erbe des Nachkriegsumbaus erhaltenswert ist. Fürs Steintor wird man bei einer Neuauflage wohl feststellen, dass die Fläche seit Menschengedenken bebaut war und derzeit vielfach Unzufriedenheit mit der aktuellen Gestaltung herrscht.

Fest steht immerhin, dass der niedrige Gebäudeblock an der Nordmannpassage abgerissen und aufgestockt werden darf. Er wirkt wie ein unansehnlicher Fremdkörper in der Innenstadt, wegen komplizierter Eigentumsverhältnisse aber war ein Abriss und Neuaufbau bisher nie gelungen. Daran arbeitet derzeit der Düsseldorfer Projektentwickler Holger Wohner, der seit Jahren schon für die Firma Centrum Häuser in der Innenstadt modernisiert: Das erneuerte Drachentöterhaus am Schillerdenkmal mit der benachbarten H&M-Filiale hat er gemanagt, das Heutelbeck-Haus abgerissen und für Esprit neu gebaut und auch das Kröpcke-Center komplett abgetragen und neu aufgebaut. Dem Vernehmen nach ist er mit seiner eigenen Firma First-Immobilien schon relativ weit, was die Einigung mit den Eigentümern des Nordmann-Blocks betrifft. Aber er wäre auch derjenige gewesen, der die beiden geplanten Neubauten auf dem Steintorplatz hätte bauen sollen. Er werde „die weitere Entwicklung in Ruhe abwarten“, sagt Wohner und fügt etwas bitter zur neuen Situation am Steintorplatz hinzu: „Natürlich war es nach immenser Vorarbeit in den letzten Jahren für alle Beteiligten ein herber Rückschlag.“

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