Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Das sind die neuen Regeln für Baumfällungen
Hannover Aus der Stadt Das sind die neuen Regeln für Baumfällungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 15.01.2016
Wer die Säge in seinem Garten ansetzt, muss künftig die Stämme genauer nachmessen. Quelle: Archiv
Anzeige

Künftig dürfen Gartenbesitzer einen Baumgutachter einschalten, wenn es darum geht, ob ein Baum gefällt werden darf oder nicht. Das erlaubt die geänderte Baumschutzsatzung, die der Stadtrat am Montag beschlossen hat.  

Die CDU befürchtet, dass damit Gutachterschlachten Tür und Tor geöffnet werden. Rot-Grün aber versichert, dass die Stadt bei Vorlage eines zertifizierten Gutachtens kein Gegengutachten in Auftrag geben werde. Ein privater Sachverständiger ist jedoch deutlich teurer für den Bürger. Nach Einschätzung des Grünflächenamts dürfte sich das Honorar auf ein paar Hundert Euro belaufen, während ein Verwaltungsgutachten den Bürger etwa 50 Euro kostet. SPD und Grüne halten die neue Regelung für einen Schritt hin zu mehr Bürgerfreundlichkeit. „Zudem wird die Arbeit der Stadtverwaltung entlastet“, sagt SPD-Ratsfrau Anne-Marie Gahbler im Umweltausschuss.

CDU, Linke, FDP und Piraten sehen in der neuen Baumschutzsatzung eine Verschärfung der bisherigen Bestimmungen. „Das Umweltbewusstsein der Menschen ist stärker geworden, daher brauchen wir nicht ein Mehr an Regelungen“, sagt Piraten-Vertreter Dirk Hillbrecht. CDU-Ratsherr Felix Blaschzyk spricht von einem „bürokratischen Monster“. SPD und Grüne sprechen von präziseren Vorgaben, die mehr Transparenz für den Bürger schaffen. „Die Stadt hat die Rahmenbedingungen für den Baumschutz, die schon zuvor galten, nur genauer gefasst“, sagt Grünen-Umweltexperte Patrick Drenske.

Einige Änderungen hat Rot-Grün zusätzlich durchgesetzt. So gibt es den neuen Passus, dass an geschützten Bäumen gesunde Äste mit einem Durchmesser von zehn Zentimetern nicht entfernt werden dürfen. SPD und Grüne haben noch hinzugefügt, dass dieses Maß einem Astumfang von 31,5 Zentimetern entspreche und an der Schnittstelle gemessen werden müsse. „Wir verhindern damit, dass Äste nahe am Baum an ihrer dicksten Stelle abgesägt werden“, sagt SPD-Umweltexperte Jürgen Mineur. Zudem dürfen Kleingärtner ihre Baumkronen beschneiden, wenn diese mehr als 20 Prozent ihrer Parzelle überwölben. Das sei ein Kniefall vor den Kleingärtnern, meint FDP-Mann Wilfried Engelke. Für Nadelbäume wird der Schutz gelockert. Nur Bäume mit einem Stammumfang von mehr als 80 Zentimetern fallen künftig unter die Schutzsatzung, zuvor galt das Abholzverbot bereits für Stämme mit 60 Zentimetern Umfang.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Aus der Stadt Falsche Gutachten für Patienten - Psychiater aus Heideviertel vor Gericht

Depressionen, Kleptomanie, Berufsunfähigkeit: Ein Psychiater aus dem Heideviertel hat mehreren seiner Patienten psychische Erkrankungen attestiert und dafür hohe Geldbeträge erhalten. Jetzt muss sich Doktor R. vor Gericht verantworten.

Michael Zgoll 15.01.2016

Die Nachrichten aus Hannover und Niedersachsen auf einen Blick: Mit „HAZ live“ lesen Sie jeden Tag ab 6 Uhr alles Wichtige im Newsticker. Heute: Nach zwei Testspielen am Vortag lässt es Hannover 96 im Trainingslager ruhiger angehen, Region begeht ihren Neujahrsempfang und Frank Turner singt im Capitol.

12.01.2016
Aus der Stadt Enkel-Trick oder Handwerker-Trick - So tricksen die Betrüger Senioren aus

"Guten Tag, ich bin von der Wohnbaugesellschaft" oder "Haben Sie einmal ein Glas Wasser?": Wie Senioren immer wieder Opfer von Trickdieben werden. Das sind die gängigsten Tricks.

14.01.2016
Anzeige