Um Problemen mit privaten Schülerbeförderungsunternehmen vorzubeugen, verlangt die Region Hannover von ihnen zukünftig einheitliche Sicherheitsstandards nach DIN-Norm. Einen entsprechenden Beschluss fasste die Regionsversammlung am Dienstag. Danach kann die Region ab 2012 Beförderungsaufträge nur noch an zertifizierte Unternehmen vergeben, die ein internes Qualitätsmanagement vorweisen können. In der Vergangenheit hatte es an solchen Überprüfungen gefehlt, was mitunter zu unhaltbaren Zuständen führte. Höhepunkt war ein Vorfall im September 2008, als der Fahrer eines Kleinbusses mit 3,4 Promille im Blut ein halbes Dutzend Schulkinder transportierte. In der Folge stellte die Polizei bei Kontrollen fehlende Kindersitze und Fahrer ohne sogenannten Personenbeförderungsschein fest. Beides schrieben die Bedingungen der Region schon damals vor.
Dabei rankt sich die Problematik allein um die sogenannte Schülerbeförderung im Freistellungsverkehr, nicht um den Öffentlichen Personennahverkehr. Im Freistellungsverkehr werden Schüler befördert, die vorübergehend oder dauerhaft von einer Behinderung beeinträchtigt sind, deren Fußweg zur nächsten Haltestelle länger als zwei Kilometer ist oder deren Schulweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln unzumutbar lang wäre. In diesem Schuljahr werden im Auftrag der Region 3000 Schüler zu 150 Schulen in der Region gefahren, von denen sich 37 in der Stadt Hannover befinden. Insgesamt kostet diese Beförderung die Region 5,9 Millionen Euro im Jahr, aufgeteilt in 109 sogenannte Lose. Sie werden jeweils für zwei Jahre ausgeschrieben. Bisher kontrolliert die Region die Unternehmen stichprobenartig.
Von nun an müssen sich die Dienstleister von akkreditierten Gutachtern bescheinigen lassen, dass ihr internes Qualitätsmanagement funktioniert. „Ein hohes Maß an Sicherheit in der Schülerbeförderung ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit“, sagt Sozialdezernent Erwin Jordan. Bisher habe aber ein bindender Standard gefehlt, der es erlaube, nicht nur die preiswertesten, sondern auch die qualitativ anspruchsvollsten Unternehmen zu beauftragen. Das soll das neue Konzept nun gewährleisten – womit es laut Region niedersachsenweit einzigartig ist. „Die Zertifizierung nach DIN-Norm stärkt einerseits das Vertrauen der Eltern in die Fahrdienste, andererseits wird erstmals auch eine qualitative Vergleichbarkeit der Angebote im Unternehmen geschaffen“, sagt Jordan.
Die Liste der Kriterien, die die Unternehmen nun zusätzlich erfüllen müssen, reicht von der richtigen Beschilderung des Schulbusses über gute Deutschkenntnisse der Fahrer bis hin zum pünktlichen Abholen der Schüler. All das wird alle sechs bis zwölf Monate von einem Gutachter überprüft, nach drei Jahren muss das Zertifikat neu erworben werden.
Die Kosten tragen die Unternehmen, allerdings gibt es Fördermöglichkeiten, über die die Region informiert. Weitere Informationen gibt sie unter der Rufnummer (05 11) 61 62 22 61.
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