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Händler wollen wieder ins Ihme-Zentrum

Neubelebung Händler wollen wieder ins Ihme-Zentrum

Es kommt wieder Bewegung in die Neubelebung des Ihme-Zentrums: Händler wie Edeka sehen unter dem neuen Eigentümer "deutliche konzeptionelle Fortschritte". Es gibt bereits weitere Anfragen für Ansiedlungen. Und auch mit der Stadt gehen die Verhandlungen voran.

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Das Ihme-Zentrum in Hannover.

Quelle: Michael Thomas

Hannover. Nach langem Stillstand werden derzeit offenbar entscheidende Weichen zur Neubelebung des Ihme-Zentrums gestellt. Nach Angaben des Verwalters gibt es inzwischen mehrere Handelsunternehmen, die sich in den leer stehenden Gewerbearealen der Großimmobilie niederlassen wollen.

"Deutliche konzeptionelle Fortschritte"

Gegenüber der HAZ bestätigt Edeka, dass sich unter dem neuen Eigentümer „deutliche konzeptionelle Fortschritte“ zeigten. Und auch mit der Stadt, einer der größten Büromieter im Haus, gehen nach Monaten der Anspannung die Verhandlungen positiv voran. Nach Angaben eines Sprechers werden „sehr intensive Gespräche“ darüber geführt, einen neuen Mietvertrag im Ihme-Zentrum abzuschließen.

Die Gewerbeareale der Großimmobilie waren in der Finanzkrise ins Trudeln gekommen und schließlich im Frühjahr zwangsversteigert worden. Käufer ist eine Tochter der Berliner Firma Intown, hinter der israelische Investoren stehen. Sie haben auch das Maritim Grand-Hotel gekauft. Nach der Zwangsversteigerung aber hatte bei den Investoren lange Funkstille geherrscht. Sowohl bei den Wohnungseigentümern im Ihme-Zentrum als auch bei der Stadt und Geschäftspartnern hatte sich Skepsis breit gemacht, ob die neuen Mehrheitseigentümer möglicherweise erneut nichts als leere Versprechen liefern könnten.

Intensive Verhandlungen

Im Spätsommer machte die Stadt dem Investor öffentlich Druck: „Möglichst bis Ende des Jahres 2015“ solle die Planung im Ihme-Zentrum soweit sein, dass neue Büromietverträge für Hunderte Mitarbeiter unterschrieben werden könnten, teilte sie im September schriftlich mit - sonst müsse man sich nach anderen Büros umschauen. Diese Frist ist zwar abgelaufen. Beide Seiten betonten aber gestern, dass aktuell sehr intensiv verhandelt werde. Die Stadt macht zur Auflage, dass endlich ein Gesamtkonzept für die Modernisierung und ein Bauzeitplan vorgelegt werden.

Dem Investor ist wichtig, dass es für Tausende Quadratmeter leer stehender Gewerbeflächen bald wieder zahlende Mieter gibt, damit sich seine Investitionen auszahlen. Glaubt man Verwalter Torsten Jaskulski, dann gibt es derzeit erfreulich viele Mietinteressenten. „Wir spüren eine starke positive Resonanz“, sagt er. Handelsketten wollten in urbane Lagen, und weil dort nicht genug Flächen verfügbar seien, setzten viele wieder aufs Ihme-Zentrum. Es werde „eine gute Mischung“ geben, verspricht er. Hannoveraner kennen die Immobilie als starken Handelsort, früher waren dort Ketten wie Huma oder Saturn ansässig.

"Visionen erkennbar"

Bei Edeka bestätigt Expansionsmanager Heino Schmidt den positiven Eindruck. „Es sind wieder Visionen erkennbar“, sagt Schmidt. Edeka war in der Krise das einzige Unternehmen, das dem Ihme-Zentrum die Treue gehalten und sich nicht von dem avisierten Mietvertrag zurückgezogen hat. Dabei bleibe es, sagt Schmidt: „Wir gehen ins Ihme-Zentrum.“

Uferweg wird saniert: Mit Millionenaufwand wird jetzt auch der Uferweg im Ihme-Zentrum ausgebaut. Er soll barrierefrei am Wasser das Capitol mit der Brücke Spinnereistraße verbinden. Verwalter Jaskulski sagt, das Vergabeverfahren sei abgeschlossen, die Baufirma gefunden. Die Stadt bestätigt, dass sie zu ihrer Förderzusage weiter steht. „Allerdings muss auch hier der Investor nun tätig werden“, drängt Sprecher Andreas Möser.

Kommentar von Conrad von Meding

Ein erster Schritt

Der Ton macht die Musik. Und der hat sich, was das Ihme-Zentrum betrifft, plötzlich um Nuancen verschoben. Noch im Oktober, bei der Immobilienmesse Expo-Real, war bei allen Beteiligten große Skepsis herauszuhören. Doch die neuen Eigentümer haben es seitdem geschafft, bei Gesprächspartnern den Eindruck zu hinterlassen, dass sie wirklich etwas bewegen können.

Nein, das ist noch nicht der Durchbruch für die Problemimmobilie. Dafür wollen alle Beteiligten zunächst einmal Taten sehen: zunächst ein plausibles Konzept, dann echte Veränderungen. Aber die positive Grundstimmung ist in einer Reihe sehr, sehr schlechter Nachrichten aus dem Ihme-Zentrum ein erster Schritt, der hoffen lässt. Die Investoren tun gut daran, diesen Hoffnungsfunken nicht zum Erlöschen zu bringen.

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