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Neuer Ärger über den Ma(t)schsee

Marode Uferwege Neuer Ärger über den Ma(t)schsee

Seit Langem kritisieren Sportler und Spaziergänger den schlechten Zustand der Uferwege am Maschsee – und seit Langem verspricht die Stadt Abhilfe. Doch die überfällige Sanierung lässt weiter auf sich warten. Nun hat die Verwaltung den Arbeitsbeginn für November in Aussicht gestellt.

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Viele kleine Seen am See: Auf den schlechten Wegen werden Spaziergänge und Joggingrunden zum Ärgernis.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Hannovers beliebtester Spazierweg und zugleich die am meisten genutzte Joggingstrecke rund um den Maschsee ist kaum noch zu benutzen. Nach den heftigen Regenfällen in den vergangenen Tagen wird der Bummel auf den Wegen wegen unzähliger Pfützen und Matschflächen zum Slalomlauf, insbesondere auf der Ostseite entlang dem Rudolf-von-Bennigsen-Ufer. Sportler, Spaziergänger und viele Bürger sind verärgert, denn das Problem ist nicht neu.  Seit Langem wird die Sanierung gefordert, die Stadtverwaltung hatte sie zuletzt zum Maschseefest angekündigt, dann aber - nicht zum ersten Mal - erneut verschoben.

Das Wasser auf den Wegen versickert nur langsam, weil die Deckschicht nach jahrelanger Benutzung festgetreten ist. Am Nordufer nahe der Brücke zum Fußballstadion breitet sich eine durchgehende Wasserfläche aus, und vor dem Courtyard Hotel ist der kiesbedeckte Boden zerklüftet. „Es ist Zeit, dass die Wege endlich repariert werden“, sagt Jörg Voigt, Kader-Lauftrainer beim Niedersächsischen Leichtathletikverband.

Regelmäßig rennt Voigt mit seinen Athleten, die im Sportleistungszentrum am Stadion trainieren, um den Maschsee. „Wir sind auf die Strecke angewiesen, besonders im Herbst, wenn es früh dunkel wird“, sagt Voigt. Die Maschseerunde ist als einzige Laufroute in Hannover beleuchtet, das sei ein großer Vorteil. „Aber wir müssen oft auf die asphaltierten Radwege ausweichen, weil der Zustand der Schotterstrecken schlimm ist“, sagt der Lauftrainer. Und das könne wegen der vielen Radler und Skater gefährlich werden.

„Das ist kein Zustand“

Auch aus der Ratspolitik wird die Forderung immer lauter, die maroden Schotterpisten zu sanieren. Vertreter von SPD und CDU ermahnen die Stadtverwaltung, endlich aktiv zu werden. Die Stadt ist jedoch derzeit damit beschäftigt, die Schäden auszubessern, die der Auf- und Abbau der Stände für das Maschseefest angerichtet haben. Erst im November könne eine Sanierung der Wege am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer „voraussichtlich“ beginnen, heißt es.

Schwierigkeiten mit Pfützen, deren Wasser kaum versickert, und aufgeweichten Böden gibt es am Maschsee nicht erst seit gestern. „Ich habe schon vor zehn Jahren auf das Problem hingewiesen“, sagt CDU-Ratsherr Dieter Küßner. Vor zwei Jahren rang sich der Rat durch, die Reparatur der Wege zu beschließen. „Geschehen ist bisher wenig, und das ist ärgerlich“, sagt Küßner. Auch in der SPD regt sich Unmut. „Die bereits angekündigte Reparatur der Wege sollte endlich umgesetzt werden“, sagt SPD-Sportpolitikerin Peggy Keller. Sie wolle jetzt im Rathaus noch einmal „nachhaken“. Grünen-Sportpolitiker Mark Bindert ärgert sich über die vielen Jogger, die den Radlern auf den asphaltierten Wegen vor die Reifen laufen, weil sie die Pfützen auf den Fußwegen umgehen müssen. „Das ist kein Zustand.“

Sanierung kostet 150.000 Euro

Die Stadtverwaltung hatte vor einigen Wochen versprochen, nach Ende des Maschseefestes mit den Bauarbeiten zu beginnen. Jetzt müsse man zunächst die Senken und Löcher auffüllen, die das Maschseefest hinterlassen habe, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. „Die große Sanierung am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer soll dann voraussichtlich ab November laufen, in der veranstaltungsfreien Zeit“, sagt Dix. Derzeit sei man noch im Vergabeverfahren.

Sportler und Ratspolitiker bleiben skeptisch. „Ich glaube erst daran, wenn ich die Bagger anrücken sehe“, sagt ein Freizeitsportler, der regelmäßig um den Maschsee joggt. Er hat beobachtet, dass inzwischen auch auf dem Radweg am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer Pfützen entstehen, weil Teile des Grünstreifens nebenan abgesackt sind. Kader-Trainer Voigt will die Hoffnung nicht aufgeben. „Wenn die Wege repariert sind, jubilieren alle im Sportleistungszentrum“, sagt er.

Wie die Wege wieder trittfest werden können, hat sich die Stadt schon überlegt. Die sogenannte wassergebundene Decke soll auf der gesamten Strecke des Rudolf-von-Bennigsen-Ufers bis zu einer Tiefe von acht bis zehn Zentimetern ausgetauscht werden. Als Deckschicht will die Stadt das gleiche Material verwenden, mit dem auch die Wege im Maschpark planiert worden sind. Die Kosten für die Sanierung des Weges schätzt die Stadt auf rund 150 000 Euro.

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Ständiges Ärgernis
Foto: Auch am Sonntag mussten Fußgänger wieder sehen, wie sie den großen Pfützen am Maschsee ausweichen, die sich während der Regentage gebildet haben.

Die Stadt lässt die stark ramponierten Uferwege am Maschsee noch in diesem Frühjahr aufwendig sanieren. Je nach Witterung sollen in den kommenden Monaten die Arbeiten am Ostufer und auf der Stadionseite des Sees beginnen.

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