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Aus der Stadt Neuer Ärger um „Hannoveraner“
Hannover Aus der Stadt Neuer Ärger um „Hannoveraner“
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06:16 24.03.2012
Von Andreas Schinkel
Im Rathaus haben die Vorgänge viel Staub aufgewirbelt. Quelle: Zimpel
Hannover

Die Fraktion "Die Hannoveraner" wird sich in der Ratssitzung am Donnerstag einmal mehr selbst zum Thema machen. Die Rechtskonservativen fühlen sich im wörtlichen wie im übertragenen Sinne ausgegrenzt und erwarten eine Stellungnahme von Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD). Hintergrund sind die Irritationen rund um eine Ausstellung in der Volkshochschule mit dem Titel "Demokratie stärken - Rechtsextremismus bekämpfen". Die Vorwürfe der "Hannoveraner" an die Veranstalter - Friedrich-Ebert Stiftung, DBG und zum Teil auch die VHS - wiegen schwer. Als Rechtsradikale habe man sie auf den Ausstellungstafeln dargestellt und in einen Topf geworfen mit der NPD. Zudem sei Mitgliedern der "Hannoveranern" der Zutritt zu einer Vortragsveranstaltung am 14. März verweigert worden. "Die Hetze gegen uns hat eine neue Dimension erreicht", sagt "Hannoveraner"-Chef Jens Böning.

Im Rathaus haben die Vorgänge viel Staub aufgewirbelt. In der heutigen Sitzung will man die Dinge aus eigener Sicht darstellen. Schon jetzt ist das Knäuel aus gegenseitigen Anschuldigungen kaum zu entwirren.

Die VHS streitet vehement ab, am 14. März Türsteher engagiert zu haben. Offenbar hätten sich Teilnehmer der Veranstaltung zu selbsternannten Wächtern aufgespielt und den "Hannoveranern" den Eintritt verwehrt. Davon habe man aber nichts gewusst. Dass die "Hannoveraner" in der Ausstellung aber zu den "extrem rechten Parteien" gezählt werden, sei legitim, heißt es vonseiten der Friedrich-Ebert-Stiftung. Das beweise allein der neueste, populistische Ratsantrag der Gruppe, "osteuropäischen Profibettlern keine kostenlose Bleibe" zu geben.

Einem der "Hannoveraner" gelang es am 14. März dennoch, in den Vortragssaal zu kommen und sich die Ausführungen des Rechtsextremismus-Experten Martin Burgdorf anzuhören. Der präsentierte mehrere Fotos von hannoverschen Neonazis, darunter die Gruppe "Besseres Hannover" - zusammen mit dem Mitglied. "Ich war nur zufällig auf dem Bild", betont er. Einige Zuhörer erkannten ihn wieder und forderten ihn auf, den Saal zu verlassen. "Im Foyer wurde ich dann von vier Leuten bedrängt", sagte er. Er beteuert, weder mit den Neonazis von "Besseres Hannover" zu tun zu haben noch mit der Gruppe zu sympathisieren.

Rechtsextremismus-Experte Burgdorf sieht aber durchaus personelle Überschneidungen der "Hannoveraner" mit rechtsradikalen Gruppen. "Mindestens einer der ,Hannoveraner’ ist auch Mitglied bei der sogenannten German Defense League", sagt er. Diese aggressiv auftretende, islamfeindliche Vereinigung mische auch bei Naziaufmärschen mit. "In dieser Hinsicht müssen sich die ,Hannoveraner’ Fragen gefallen lassen", meint Burgdorf. Fraktionschef Böning hat nach eigenen Angaben keine Kenntnisse über Verbindungen seiner Mitstreiter zu jener Gruppe. "Mir ist aber bisher nichts Negatives an der German Defense League aufgefallen", sagt er.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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