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Neuer Ärger um den verkaufsoffenen Sonntag in Hannover

Einzelhandel Neuer Ärger um den verkaufsoffenen Sonntag in Hannover

Das Ladenschlussgesetz schreibt vor, dass Geschäfte nur dann öffnen dürfen, wenn eine andere Veranstaltung mehr Besucher anlockt, als es die Ladenöffnung selbst tut. Doch die Auslegung ist kompliziert. Geschäfte in Hainholz, Garbsen und der Südstadt dürfen an diesem Sonntag nicht öffnen. In der City und in Linden kann eingekauft werden.

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„Eine Wettbewerbsverzerrung, die uns hart trifft“: Helmut Staude und Sohn Alexander dürfen ihr Möbelgeschäft in Hainholz nicht öffnen - Hunderte andere Händler in Hannover aber schon. 

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. Erneut sorgt Niedersachsens diffuses Ladenöffnungsgesetz dafür, dass am Sonntag etliche Geschäfte überraschend nicht öffnen dürfen. Die Gewerkschaft Verdi darf kurzfristig Widerspruch einlegen - für Einzelhändler werden die Vorgänge rund um die verkaufsoffenen Sonntage schwieriger.

Am Sonntag dürfen zwar mehr als 500 Geschäfte in der Innenstadt öffnen, dazu der Handel in Linden. Keine Genehmigung aber hat zum Beispiel Möbel Staude in Hainholz erhalten, und Sofa-Loft in der Südstadt darf nur einen Schautag ohne Verkäufe anbieten. In Garbsen wurde der Verkaufssonntag sogar per Gerichtsentscheid untersagt. „Das ist eine Wettbewerbsverzerrung, die uns hart trifft“, sagt Helmut Staude vom gleichnamigen Möbelhaus.

Konzept fällt bei Verdi durch

Das Ladenschlussgesetz schreibt vor, dass Geschäfte nur dann öffnen dürfen, wenn eine andere Veranstaltung mehr Besucher anlockt, als es die Ladenöffnung selbst tut. Händlergemeinschaften lassen sich daher spektakuläre Aktionen einfallen, die ihre Sonntagsverkäufe einbetten. In der Innenstadt wird am Sonntag  der Auftakt der Fahrradsaison gefeiert, in Linden das Scillablütenfest. In Hainholz aber, wo Möbel Staude mit dem Betten-Center Soltendieck und Poco ein großes Frühlings-Kinderfest zugunsten der Aktion Sonnenstrahl organisiert hatte, an dem sich Polizei und Feuerwehr beteiligen wollten, fiel das Konzept bei der Gewerkschaft Verdi durch. Der Anlass sei kein Besuchermagnet - die Stadt untersagte die Genehmigung. In Garbsen zwang Verdi die Stadt per Gericht, den Verkaufssonntag zu stoppen.

Übersicht

Diese Läden haben geöffnet.

„Wir nehmen das mit Bestürzung zur Kenntnis“, sagt Martin Prenzler von der City-Gemeinschaft: „ Die kurzfristige Absage für Garbsen zeigt, wie dringend eine Gesetzesänderung ist.“ Das Land will das Ladenschlussgesetz seit 2016 reformieren, weit ist es nicht gekommen. Man bereite eine zweite Kabinettsfassung vor, sagt Uwe Hildebrandt vom zuständigen Sozialministerium. Kaum jemand glaubt, dass das neue Gesetz vor der Landtagswahl im Januar 2018 Mehrheiten findet. Für die Händler ein Albtraum.

„An einem offenen Sonntag machen wir vier- bis fünfmal so viel Umsatz wie an einem normalen Sonnabend - und das brauchen wir in diesen schwierigen Zeiten“, sagt Möbelhändler Staude. Sylvia Sobbek vom Sofa-Loft sagt: „Wir haben viel Geld in die Werbung für den Sonntag investiert.“ Auf dem Hof sei ein Fest mit Segways und anderen Attraktionen vorbereitet gewesen. Was sie überrascht hat: Bis 2016 galt, wenn für eine Stadt vier verkaufsoffene Sonntage genehmigt wurden, die Erlaubnis in allen Stadtteilen gleichermaßen. Auch dagegen aber ist Verdi vorgegangen - und hatte Erfolg.

„Verdi will Exempel in Hannover“

Verhindert hat Verdi Sonntagsöffnungen jüngst in Hannover, Langenhagen, Laatzen und Altwarmbüchen. In Celle oder Bad Nenndorf dagegen scheint es leichter zu sein, Erlaubnisse zu bekommen. „Verdi will offenbar im Raum Hannover Exempel statuieren“, sagt ein Händler, „vielleicht kümmern sich aber auch die Verwaltungen der Nachbarstädte besser um ihren Handel.“

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