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Neuer Aha-Chef ging mit Wasserkongress baden

Thomas Schwarz Neuer Aha-Chef ging mit Wasserkongress baden

Thomas Schwarz ist nur wenige Tage nach seinem Antritt als neuer Aha-Chef Gegenstand öffentlicher Debatten. Er soll in seiner Zeit als Betriebsleiter der Stadtentwässerung in München versucht haben, ein Defizit von 600.000 Euro auf die Stadt zu übertragen. 

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„Den Fehler, den ich damals gemacht habe, bedauere ich“: Thomas Schwarz ist seit 1. April Aha-Chef.

Quelle: Archiv

Hannover. Der neue Aha-Chef Thomas Schwarz hat gerade erst zum 1. April seinen Job in Hannover angetreten - nun wird über seine berufliche Vergangenheit diskutiert. In seiner Zeit als Betriebsleiter der Stadtentwässerung in München soll er versucht haben, das Defizit von 600 000 Euro eines Kongresses auf die Stadtentwässerung abzuwälzen, obwohl weder diese noch die Stadt München etwas mit der Organisation zu tun hatten. Er hatte das finanzielle Risiko auf die Stadt übertragen - ohne deren Wissen. Veranstalter des Kongresses war der Verein Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft (AöW), Schwarz war zu dem Zeitpunkt Vizepräsident des Vereins.

Der Verein hatte sich im Jahr 2007 gegründet und wollte im darauffolgenden Jahr mit einem Schlag bekannt werden. Zum Kongress unter dem Titel „Eine Welt - unser Wasser“ lud die AöW den ehemaligen US-Vizepräsidenten und Friedensnobelpreisträger Al Gore als Zugpferd ein. Allerdings betrug das vereinbarte Honorar für Al Gores Rede 230 000 Euro, hinzu kamen weitere Kongresskosten in Höhe von etwa 356 000 Euro.

Nach Recherchen von „Süddeutscher Zeitung“ und Münchner „Abendzeitung“ soll der damalige Münchner Oberbürgermeister Christian Ude durch einen anonymen Hinweis auf die Pläne aufmerksam gemacht worden sein. Daraufhin hatte er die städtische Revision mit der Prüfung beauftragt und Schwarz in sein Büro zitiert. Schwarz erklärte später, er sei dazu befugt gewesen, finanzielle Entscheidungen bis zu einer Höhe von 2,5 Millionen Euro zu treffen. Ude sprach dagegen von „haarsträubender Kompetenzüberschreitung“.

Stadt München verzichtete auf Klage

Letztendlich war Schwarz nur Fahrlässigkeit, aber kein Vorsatz nachzuweisen, heißt es. Deshalb verzichtete die Stadt auf eine Klage. Das Münchner Personalreferat erreichte in Verhandlungen eine Aufteilung des Defizits: Schwarz selbst übernahm 80 000 Euro, den größten Anteil beglichen mit 250 000 Euro Versicherungen.

Sein Weggang aus München habe mit dem Kongress nichts zu tun, sagt Schwarz selbst. Er habe gekündigt, weil er im Landkreis zum Planungsdezernenten gewählt worden war. Bei seinem Jobwechsel sei es um bessere Verdienstmöglichkeiten gegangen.

„Den Fehler, den ich damals gemacht habe, bedauere ich“

Die Stadt München hält sich bedeckt: „Wir bestätigen, dass das Arbeitsverhältnis von Herrn Schwarz zum 31. Mai 2009 auf eigenen Wunsch beendet wurde“, sagt Sprecherin Heike Pöhlmann. „Die genauen Umstände der Beendigung waren Gegenstand einer nicht öffentlichen Sitzung des Stadtentwässerungsausschusses und unterliegen daher der Verschwiegenheitspflicht.“

Schwarz, der seinen Posten in Hannover zum 1. April angetreten hat, erklärt die Finanzierungslücke mit dem Ausfall von Sponsoren als Folge der Wirtschaftskrise. Bei der Frage, wer die entstandenen Kosten trage, sei es zu einem außergerichtlichen Vergleich gekommen. „Einen Teil davon trug ich persönlich und übernahm damit die Verantwortung für die entstandene Finanzierungslücke“, sagt Schwarz heute. „Den Fehler, den ich damals gemacht habe, bedauere ich.“

Der Umweltdezernent der Region, Axel Priebs, betonte, der Findungskommission zur Besetzung des Chefpostens bei Aha seien die Details von Schwarz’ Münchner Vergangenheit bekannt gewesen. „Seine Stellungnahme dazu war für uns überzeugend“, berichtet er. Alle Mitglieder der Kommission seien „in Kenntnis der Vorgänge bei ihrer Empfehlung geblieben“. Schwarz sei eindeutig der beste Kandidat gewesen. Priebs bildet mit Hannovers Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette die sogenannte Verbandsversammlung von Aha. Diese hat über die Einstellung von Schwarz entschieden.

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