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Neuer Chef des Zoos Hannover stellt sich vor

Machens' Nachfolger Neuer Chef des Zoos Hannover stellt sich vor

Schorses neuer Chef: Seit Ende März ist Frank Werner als Geschäftsführer des Zoos Nachfolger des gekündigten Klaus-Michael Machens. Jetzt spricht der Mann, der bisher in der zweiten Reihe stand, erstmals über seine Arbeit und seine Ziele.

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Giraffenbulle Schorse bekommt von Zoochef Frank Werner etwas zu fressen.

Quelle: Ralf Decker

Hannover. Er hat den Blick für Details. „Ein kleiner Frosch“, sagt Frank Werner und deutet auf die Türschwelle zum Giraffenstall. Er fängt das winzige Tier und zeigt es stolz in seiner Hand. Vor anderen Tieren hat der 47-Jährige mehr Respekt. Als er für Fotografen mit einem Steppenadler posieren soll, sagt er zunächst: „Gut, ich stell mich daneben.“ Dann lässt er sich doch überreden den Lederhandschuh anzuziehen und nimmt den Adler auf seinen Arm. Der Greifvogel sieht nicht ängstlich aus.

Seit dem 1. März ist der 47-Jährige Geschäftsführer des Zoos, Herr über 3414 Tiere in 237 Arten. Zunächst war Werner das gemeinsam mit dem langjährigen Zoochef Klaus-Michael Machens, seit dessen fristloser Kündigung knapp einen Monat später durch den Aufsichtsrat steht er allein an der Spitze. Gestern präsentierte sich der Betriebswirt, der im Zoo 13 Jahre lang im Hintergrund gearbeitet hat, erstmals der Öffentlichkeit.

Seit Ende März ist Frank Werner neuer Geschäftsführer des Zoos, als Nachfolger des gekündigten Klaus-Michael Machens. 
Jetzt spricht der Mann, der bisher in der zweiten Reihe stand, erstmals über seine Arbeit und seine Ziele.

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„Nach der Entwicklungs- und Bauphase muss der Zoo in eine Betriebsphase gebracht werden“, sagt Werner, der einen Fünfjahresvertrag hat. Mit diesem ab-straktem Satz meint er, dass interne Abläufe verbessert und die Teamarbeit weiter ausgebaut werden müsse. Und der Zoo müsse sich immer wieder ausdenken, wie er Besucher anlocke. „Schließlich konkurrieren wir mit vielen anderen um die Freizeit der Menschen“, meint der leidenschaftliche Skifahrer und Segler. Und das müsse jetzt ohne spektakuläre Neubauprojekte funktionieren. „Es gibt eine Aufgabe, und die wird erledigt“, sagt er dann noch. Und es klingt ehrlich zupackend.

Und dann sind da noch die dringend nötigen Sanierungen, die wegen der millionenschweren Neubauprojekte im Zoo immer wieder aufgeschoben wurden. Als Beispiele nennt der Zoochef den Stall von Giraffenbulle Schorse und seinen Artgenossen, das Tropen- und das Affenhaus, die Voliere und auch Sozialräume für die Mitarbeiter sowie Lagerkapazitäten. Bald werde es auch einen Masterplan geben, in dem steht, was im Zoo wann saniert werden solle – in Absprache mit dem Aufsichtsrat. Im Moment ist er zuversichtlich, dass einiges angepackt werden kann. Denn wegen des guten Wetters vor allem im Mai sieht es auf der Einnahmenseite gut aus, schließlich liegt die Zahl der Besucher bisher rund 100.000 höher als in der Planung. Bis gestern waren in diesem Jahr rund 740.000 Menschen in den Zoo gekommen, im vergangenen Jahr waren es im gleichen Zeitraum etwa 612.000.

Kritische Worte über seinen früheren Chef und Vorgänger Machens findet Werner nicht. Nur einmal sagt er: „Man kann den Zoo nicht als Ein-Mann-Veranstaltung betreiben.“ Aber er wünscht sich einen Friedensschluss zwischen dem Aufsichtsrat mit Regionspräsident Hauke Jagau an der Spitze und Machens, die derzeit kurz vor einem Prozess stehen. „Es muss eigentlich eine gütliche Einigung geben“. Der Streit um die Kündigung bedeute aber für den Zoo keinen nachhaltigen Schaden, meint Werner. „Die Leute kommen nicht wegen des Zoodirektors sondern wegen des Zookonzepts hierher.“

Bildungsarbeit als neues Ziel des Zoos

Der Vater von vier Kindern möchte den Zoo mehr für die Bildungsarbeit nutzen. Als Beispiel nennt er die Zooschule, in der Schulklassen mehrere Tage im Zoo verbringen können. „Die macht eine sehr erfolgreiche Arbeit, aber die Landesschulbehörde steht da nicht richtig hinter.“ Da es nur einen Raum und einen Lehrer gibt, betrage die Wartezeit bis zu drei Jahren.

Der neue Zoochef schreckt auch vor Kritik an der Stadt nicht zurück. So stellt er beim Thema Parkplatz für Reisebusse fest, der Zoo sei bei der Planung von Wohnbebauung auf dem Platz an der Mars-la-Tour-Straße zu spät eingebunden worden. „Da gibt es Optimierungsbedarf“, meint er. Derzeit werde überlegt, ob die Busse auf dem Randstreifen der Clausewitzstraße, auf dem Schlachthofgelände oder auf dem Zooparkplatz abgestellt werden könnten.

„Man muss gut jonglieren können, weil man hier mit vielen Bällen spielen muss“, sagt Werner über seinen neuen Posten. Heute zum Beispiel empfängt er über 100 Zoodirektoren aus dem deutschsprachigen Raum zu ihrem jährlichen Kongress. Wenn er dann zu Hause in Waldhausen ist, liebt er es, gemeinsam mit seiner Familie komplett abzuschalten. „Es gibt ein Leben neben dem Zoo“, sagt er. Vielleicht haben die Werners deshalb als einzige Tiere nur zwei Wellensittiche.

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