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Neuer Körperscanner am Flughafen im Test

Gerät der zweiten Generation Neuer Körperscanner am Flughafen im Test

Die Bundespolizei testet am Flughafen Langenhagen einen neuen Körperscanner der zweiten Generation. Damit sollen Fluggäste auf Waffen und Sprengstoffe kontrolliert werden. Viele Freiwillige lassen sich dort lieber kontrollieren als bei den herkömmlichen Metalldetektoren.

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Hinstellen, Füße platzieren, Arme spreizen - dann wird der Fluggast mit Hilfe von Millimeterwellen abgetastet. Foto: Dröse

Hannover. Würde der QPS 200 in einer Videospielhalle stehen, er würde wohl nicht großartig auffallen. Zu sehr erinnert das riesige Gerät an eine der Spielkonsolen, an denen man zu basslastiger Musik Choreografien nachtanzen kann und die sich vor allem bei jungen Mädchen großer Beliebtheit erfreuen.

Der Quick Personal Scanner 200, so der vollständige Name, steht jedoch im Sicherheitsbereich von Terminal A im Langenhagener Flughafen. Dort testet die Bundespolizei, ob sich das etwa 200.000 Euro teure Gerät für die Kontrolle von Fluggästen eignet.

Dafür stellen sich die Reisenden zwischen zwei etwa vier Quadratmeter große Wände, platzieren ihre Füße auf den Markierungen auf dem Boden und spreizen ihre Arme im Winkel von 45 Grad vom Körper ab. „Dann wird die Person von beiden Seiten mit Hilfe von Millimeterwellen abgetastet“, sagt Mathias Schmedtje aus der Forschungs- und Erprobungsabteilung des Bundespolizeipräsidiums. Ein Vorteil dieser Technik gegenüber den noch immer üblichen Metalldetektoren an Flughäfen ist, dass auch Menschen mit einem Herzschrittmacher kontrolliert werden können, ohne dass ein gesundheitliches Risiko für sie entsteht.

Ein anderer ist, dass das Sicherheitspersonal bei einem Alarm auf einem Bildschirm direkt angezeigt bekommt, wo es suchen muss. An der entsprechenden Körperstelle des angezeigten digitalen Strichmännchens blinkt dann ein gelbes Dreieck mit einem Ausrufezeichen auf. Zwar sind auch schon an Flughäfen in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart, Hamburg und Köln Sicherheitsscanner in Betrieb. „Als diese installiert wurden, gab es aber nur einen Anbieter“, sagt Schmedtje: „Wir testen hier in Hannover die erste Alternative zu diesen Geräten.“

Auf dem Bildschirm zeigen Dreiecke verdächtige Punkte an.

Quelle: Droese

Fluggast Harald Schiel, der mit seiner Familie ins rumänische Sibiu fliegen will, ist entspannt: „Ich finde die Kontrolle eigentlich ganz lässig.“ Obwohl den Fluggästen freigestellt wird, ob sie sich für die Sicherheitskontrolle bei dem neuen Scanner anstellen oder lieber durch einen der herkömmlichen Metalldetektoren gehen, ist die Schlange vor dem Körperscanner am längsten. Längst hat sich die Aufregung gelegt, die herrschte, als nach den Anschlägen vom 11. September strengere Flugkontrollen und der Einsatz sogenannter Nacktscannern angekündigt wurden. Viele Reisende wollten sich damals nicht in die Geräte der ersten Generation stellen, die die Körperoberfläche abtasteten und ein genaues Bild des Körperbaus der Personen zeichneten. Dass inzwischen nur schematische Körperbilder gezeigt werden, beruhigt viele. „Ich habe mich jetzt nicht irgendwie in meiner Intimsphäre gestört gefühlt“, sagt denn auch Schiel, als er seinen Rucksack nach der Röntgenkontrolle zurückbekommt.

„Dafür gibt es auch gar keinen Grund mehr“, sagt Polizeidirektor Rüdiger Stein, der die Inspektion der Bundespolizei am Flughafen leitet. „Die Millimeterwellen, die hier eingesetzt werden, gehen zwar durch die Kleidung der Reisenden und scannen die Haut ab.“ Angezeigt wird aber immer nur das gleiche Piktogramm, das gegebenenfalls darauf hinweist, wo die Person etwas Ungewöhnliches unter der Kleidung trägt. Das muss mittlerweile nicht einmal aus Metall sein, um entdeckt zu werden. Auch flüssiger Sprengstoff oder Waffen, die mit einem 3D-Drucker hergestellt wurden, kann der QPS 200 finden. Dennoch kontrolliert das Sicherheitspersonal am Flughafen auch Personen, bei denen der Scanner nichts zu beanstanden hat.

„Das Kontrollsystem am Flughafen beruht nicht auf einem Gerät“, sagt Stein. „Vielmehr gibt es mehrere Maßnahmen, die wir unterschiedlich einsetzen, teilweise auch nacheinander.“ Das wichtigste Rädchen in dieser Maschinerie ist nach Steins Meinung der Mensch. „Unsere Mitarbeiter können mit den Fluggästen interagieren und vor allem auf sie reagieren“, sagt er. Auf diese Weise werde auch einmal ein Gast kontrolliert, bei dem der Scanner nichts anzeige, der sich aber vielleicht auffällig verhalte. „So etwas bemerkt schließlich kein Gerät der Welt“, sagt Stein.

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