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Neuer Name für das Wilhelm Busch Museum

Karikatur und kritische Grafik Neuer Name für das Wilhelm Busch Museum

Nun ist es also beschlossen: Das „Wilhelm Busch Museum – Deutsches Museum für Karikatur und kritische Grafik“ wird nicht in „Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst Wilhelm Busch“ umbenannt, sondern in „Wilhelm Busch Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst“.

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Das „Wilhelm Busch Museum – Deutsches Museum für Karikatur und kritische Grafik“ wird in „Wilhelm Busch Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst“ umbenannt.

Quelle: Kristoffer Finn

Hannover. Der Name ist das Ergebnis einer mehr als dreistündigen, teils hitzigen Mitgliederversammlung des Trägervereins, der Wilhelm-Busch-Gesellschaft (WBG), die unter Leitung des Vereinsvorsitzenden Herbert Schmalstieg am Sonnabend am Ort des Namensstreits über die Bühne gegangen ist. Die Debatte im Wallmodenschlösschen im Georgengarten rückte die gesamte restliche Tagesordnung in den Hintergrund; es kam zu der von den meisten erwarteten lautstarken und emotionsgeladenen Aussprache über die künftige Bezeichnung des Hauses. Wie berichtet, hatte der Vorstand mit der Verkündung des neuen Namens bei der letzten Mitgliederversammlung heftige Kritik ausgelöst – nicht nur wegen der Art des Verfahrens, den Namen im Vorstands- und nicht im Mitgliederkreis zu beschließen. Das sei trotz rechtlicher Beratung eine „Fehleinschätzung“ gewesen, gestand Schmalstieg am Sonnabend eingangs der Debatte.

In deren Verlauf zeigte sich dann, dass die Kritiker vor allem die Verbannung des Hauspatrons ans Ende des Namens störte. Und plötzlich ging es um die Frage: Wie wichtig ist Wilhelm Busch noch für die zukünftige Ausrichtung des Museums? Die Vorstandsmitglieder der Gesellschaft, die Museumsleitung und andere Befürworter einer Umbenennung haben die nationale und internationale Ausrichtung des Hauses im Blick und wollten deshalb „Deutsches Museum“ nach vorn rücken. Der 2012 scheidende Museumschef Hans-Joachim Neyer wurde, auch angesichts eines immer härter umkämpften Museumsbesuchermarktes, deutlich: „Wilhelm Busch ist unser Erbe. Aber wir können uns nicht auf dem Erbe ausruhen, wir müssen nach vorne gehen. Wir müssen auch über neue Präsentationsformen von Busch nachdenken. Busch ist heute für Kinder eine Zumutung. Er transportiert seine Geschichten in einem Medium, das heute niemand versteht.“ Für neue Formen brauche man Geld, und das hänge auch vom „Standpunkt als modernes Museum“ ab.

Die städtische Kulturdezernentin Marlis Drevermann, Vorstandsmitglied der Gesellschaft, plädierte dafür, dass das Museum „künftig den Namen seines Inhaltes tragen soll und seine Vergangenheit mit aufnimmt“, und wies auf die großen Nach- und Vorlässe von Volker Kriegel, F. K. Waechter oder Ronald Searle hin, mit denen sich das Haus in „unbescheidener Konkurrenz“ als „Deutsches Museum“ titulieren solle. Hieße aber auch: Wilhelm Busch ans Ende des Namens.

Dass es nicht nur Befürworter dieser Ansicht gab, konnte Sitzungsleiter Schmalstieg schon an den Dutzenden Wortmeldungen erkennen. Wilhelm Busch sei nicht nur ein herausragender Künstler, sondern auch ein eingeführter Name in der Stadt und darüber hinaus, hieß es mehrfach. „Deutsch geht gar nicht“, sagte eine Dame und plädierte für den Zusatz „Hannover“ im Namen – „und die Unterzeile Karikatur und Cartoons, kritische Grafik und Zeichenkunst, das war’s schon“. Es kamen auch weitere neue Vorschläge wie „Wilhelm-Busch-Museum für philosophische, kritische, historische, zeitgenössische Karikatur“ oder „Wilhelm Busch Museum Hannover – Präsentation seiner Zeichenkunst und die seiner Gesinnungsfreunde in Karikatur, Cartoon und kritischer Grafik“ Eine Frau verließ demonstrativ die Versammlung, irgendwann wurde die Redeliste geschlossen.

Dass bei der anschließenden Abstimmung die erforderliche Dreiviertelmehrheit für den Namensvorschlag des Vorstands nicht zustande kam, war schon während der Diskussion abzusehen. Der Alternativvorschlag von Herbert Schmalstieg hingegen kam auch für viele Befürworter des Namensänderung ziemlich überraschend. Doch mit Wilhelm Busch als Vorsteher des neuen Namens ließen sich bei der zweiten Abstimmung 102 der 127 stimmberechtigten Mitglieder überzeugen. Folge: Die zuvor angekündigte Nichtentlastung des Vorstands wurde zurückgezogen, Schmalstieg, dem Insider sogar zugetraut hatten, seinen Vorstandsposten an den Ausgang der Abstimmung zu knüpfen, wurde – wie seine gesamten Kollegen – wiedergewählt.

Jetzt also „Wilhelm Busch Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst“. Ohne Gedankenstrich. Mit neuen Chancen auf das internationale Geschäft. Mit neuen Aufgaben für Briefkopf- und Schriftzugdesigner. Aber wohl ohne Auswirkungen auf die hannoversche Kurzform. Die lautet wohl weiterhin ganz einfach: „Wilhelm-Busch-Museum“.

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