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Aus der Stadt Nur dieser Mann darf im Maschsee angeln
Hannover Aus der Stadt Nur dieser Mann darf im Maschsee angeln
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00:16 12.05.2016
Marco Neumann ist Hannovers neuer Maschsee-Fischer. Quelle: privat/Archiv/M
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Hannover

Der Fischwirt bewirtschaftet gemeinsam mit seinem Bruder Thore seit 2008 eine Fischzucht mit insgesamt 40 Hektar Teichfläche bei Hamburg. „Wir sind aber ein durch und durch niedersächsischer Betrieb, denn die Gemeinde Moisburg gehört nunmal eindeutig zu Niedersachsen“, sagt er im Gespräch mit der HAZ.

Der Maschsee wird seit Jahren nicht bewirtschaftet, nachdem der letzte Pächter Insolvenz anmelden musste. Fischwirt Neumann will in den kommenden Tagen und Wochen in Hannover mehrere Probebefischungen auf dem Maschsee vornehmen. „Wir müssen uns erst mal ein Bild von dem derzeitigen Fischbestand machen, um genau planen zu können“, sagt Neumann. Ziel sei es, im Maschsee einen ausgeglichenen Fischbestand aus Großkarpfen, Speisekarpfen, Hecht, Zander, Barsch und Weißfisch aufzubauen.

Zwei Dinge stehen aber bereits jetzt fest: In Hannover soll es zu Weihnachten wieder Maschsee-Karpfen zu kaufen geben. Dazu will der Neu-Pächter den See mit sogenannten Zugnetzen befischen. Angelplätze rund um das 780 000 Quadratmeter große Gewässer soll es definitiv nicht geben. „Eine öffentliche Angelnutzung ist von der Stadt schlicht untersagt“, sagt Marco Neumann. Auf die Ausschreibung der Stadt Hannover habe er aus wirtschaftlichen Gründen reagiert. „Wir wollten unseren Betrieb vergrößern, deswegen haben wir unsere Bewerbung ins Rennen geschickt“, sagt der 33-Jährige. Die Stadt will den neuen Maschsee-Fischer offiziell in der Woche nach Pfingsten der Öffentlichkeit vorstellen.

Nicht glücklich mit der Entscheidung der Stadt ist der Fischereiverein Hannover. Vereinschef Heinz Pyka hatte schon im November die Bewerbungsunterlagen für den Pachtvertrag bei der Stadt eingereicht. „Wir hätten uns etwas anderes gewünscht“, sagt er der HAZ. Nicht wenige der 4500 Mitglieder des Vereins bezweifeln, dass ein so großes Gewässer wie der Maschsee bewirtschaftet werden kann, ohne dass jemand regelmäßig vor Ort ist. „Es reicht nicht, den See ein Mal im Jahr abzufischen. Wer übernimmt denn die Kontrollfunktion für den Rest der Zeit?“, fragt Pyka. Die Stadt teilt diese Bedenken nicht. „Zur fischereilichen Bewirtschaftung ist eine ständige Präsenz am

See nicht erforderlich und stellt organisatorisch kein Problem dar“, teilt die Verwaltung auf Anfrage der HAZ mit. Auch in der Vergangenheit seien die Berufsfischer meist nicht ortsansässig gewesen.

Nach Auffassung von Vereinschef Pyka hat der Fischereiverein Hannover nur deswegen den Zuschlag für den Pachtvertrag nicht erhalten, weil der Verein öffentliche Angelplätze am See einrichten wollte. „Das ist hier politisch offenbar nicht gewollt“, sagt Pyka. Er kenne allerdings kein einziges Gutachten, das belege, das privates Fischen an diesem Gewässer schädlich für den Fischbestand oder die Umwelt sei.

Mit dem Pachtvertrag für den Maschsee übernimmt der neue Maschsee-Fischer auch die sogenannte Hegepflicht für den Maschteich. Marco Neumann erhält also künftig auch für dieses Gewässer die Verantwortung, muss sich um die Regulierung des Fischbestandes und erkrankte Tiere kümmern.

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