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Aus der Stadt Neuer Polizeichef will klare Kante gegen Rocker zeigen
Hannover Aus der Stadt Neuer Polizeichef will klare Kante gegen Rocker zeigen
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16:49 27.10.2011
Von Tobias Morchner
Axel Brockmann, neuer Polizeipraesident in Hannover vor der Wache an der Waterloostrasse. Quelle: Steiner
Hannover

„Wir müssen den Rockern auf den Füßen stehen, da bin ich mit meinem künftigen Stellvertreter, Herrn Rochell, durchaus einig“, sagte der angehende Polizeipräsident.

Thomas Rochell, der bisherige Kripo-Chef und künftige stellvertretende Polizeipräsident, hatte vor gut einer Woche mit seinen Äußerungen zum Agieren der Hells Angels in Hannover eine lebhafte Diskussion ausgelöst. Im Interview mit der HAZ vertrat er die Ansicht, die Hannoveraner sollten ihr Geld „nicht dort ausgeben, wo die Hells Angels davon profitieren“. „Jeder, der das tut, muss wissen, dass er damit die Position der Rocker und ihres Chefs stärkt“, hatte Rochell erklärt. Brockmann kündigte darüber hinaus an, man werde alle Möglichkeiten nutzen, um die Gefahren, die von den Mitgliedern der Motorradklubs ausgingen, zu bekämpfen.

Axel Brockmann übernimmt das Amt von Uwe Binias, der zum neuen Landespolizeipräsidenten aufsteigt und somit den langjährigen Amtsinhaber Andreas Bruns ablöst. Bruns wurde nach Differenzen mit dem Innenminister in den einstweiligen Ruhestand versetzt.

Binias war seit Dezember 2007 Polizeipräsident in Hannover, er hatte damals Hans-Dieter Klosa abgelöst. Jetzt verlässt er sein Büro in der Waterloostraße nach eigenen Worten mit „zwei weinenden Augen“. „Das ist eine klasse Mannschaft, die hervorragend arbeitet“, sagte der 55-Jährige über seine bisherigen Mitarbeiter. Er werde viel von dem, was er in den knapp vier Jahren in der Behörde erfahren habe, in seinen neuen Aufgabenbereich mitnehmen. „Ich habe gelernt, dass draußen einiges anders läuft, als es manchmal in den Vorgaben des Ministeriums formuliert ist“, erklärte Binias.

Der gebürtige Braunschweiger hatte sich in seiner Amtszeit vor allem durch das konsequente Einschreiten gegen betrunkene Gewalttäter in der Innenstadt und den geschickten Umgang mit Demonstrationen, insbesondere denen von Neonazis, hervorgetan. Auf die Zunahme von Gewaltstraftaten nach Trinkgelagen in der City reagierte Binias im Jahr 2008 mit Aufenthaltsverboten für Wiederholungstäter oder besonders brutale Schläger. Seither wurden 470 solcher nachhaltigen Platzverweise erteilt. Im Jahr 2009 verbot Binias den Aufmarsch der NPD am 1. Mai unter anderem mit dem Hinweis, der Behörde stünden nicht genügend Einsatzkräfte zur Verfügung, um eventuelle Ausschreitungen zu verhindern. Dieses Verbot hielt sogar vor dem Bundesverfassungsgericht stand.

Nachdem nun das Amt des Polizeipräsidenten in Hannover und das seines Stellvertreters neu besetzt sind, steht noch eine wichtige Personalentscheidung aus: Wer Chef der Kriminalpolizei und damit Nachfolger von Thomas Rochell werden soll, ist nach wie vor offen. „Die Stelle muss ausgeschrieben werden, es wird also noch dauern, bis eine Entscheidung gefallen ist“, sagte Polizeisprecher Thorsten Schiewe.

Ein Interview mit Axel Brockmann lesen Sie in der Mittwochausgabe der HAZ.

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