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Eine Zeitreise durch Hannover mit 66 Haltestellen

Neues Benne-Buch Eine Zeitreise durch Hannover mit 66 Haltestellen

HAZ-Autor Simon Benne hat im Historischen Museum sein neues Buch zur Geschichte von Hannover vor: "66 Tage" heißt es und widmet sich den Menschen, die Hannover in seiner 775-jährigen Stadtgeschichte geprägt haben.

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Simon Benne liest im Historischen Museum aus seinem neuen Buch. Foto: Thomas

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Man kann die Geschichte einer Stadt wie ein pedantischer Chronist erzählen. Man würde penibel Jahrgang um Jahrgang abarbeiten und müsste für Hannover natürlich von der ältesten Urkunde der Stadt berichten, einem 48,6 Zentimeter langen Pergament mit zwei schweren Siegeln, das von Herzog Otto dem Kind am 26. Juni 1241 ausgestellt wurde. Das Dokument regelte, welche Rechte die Stadt gegenüber dem Herzog hatte - es ist das erste Schriftstück, das Hannover als rechtlich verfasste Stadt belegt. Und natürlich erzählt auch Redakteur Simon Benne in seinem neuen HAZ-Buch „66 Tage - eine Reise durch die Geschichte Hannovers“ vom Besuch im hannoverschen Stadtarchiv und der Urkunde. Doch Benne versammelt nicht nur historische Fakten und genaue Datumsangaben. Er erzählt vielmehr von den Menschen, die die Stadt Hannover prägten und prägen. Die 66 Geschichten entstanden anlässlich der Feierlichkeiten zum 775-jährigen Stadtgeburtstag. Einige davon wurden als Serie in der HAZ veröffentlicht. Mittwoch stellte Benne das Buch im Historischen Museum vor.

Er erzählte dabei Mittwoch zunächst vom 17-jährigen Herschel Grynszpan. Der junge Mann aus Hannover schoss am 7. November 1938 „im Namen von 12 000 verfolgten Juden“ in der deutschen Botschaft in Paris auf einen Legationsrat. „Nazis nutzten das tödliche Attentat als willkommenen Anlass, um überall in Deutschland jene Pogrome zu entfachen, die man später Reichskristallnacht nennen sollte“, sagte Benne, dessen historische Protagonisten im Buch für vielschichtige Erinnerungen sorgen. Manche Geschichten lesen sich, wie im Fall von Emil Berliner und seinem Patent fürs Grammofon oder dem Triumph von Lena Meyer-Landrut beim Eurovision Song Contest, vorsichtig euphorisch. Andere bewegen, wie die Schilderung der Bombennacht in Hannover am 9. Oktober 1943. Immer erfährt der Leser bei der Lektüre Wissenswertes über die Stadt. So berichtet Benne von Ernst Heinrich Hildebrandt, der in der Marktkirche getauft wurde und später eine Schlüsselrolle bei der Meuterei auf der Bounty einnahm. Oder es geht um das Haus am Lister Kirchweg 21 (heute Nummer 37), in dem ab 1934 zwei Jahre lang Claus Schenk Graf von Stauffenberg wohnte. Der spätere Hitler-Attentäter übernahm dort Dienste an der Kavallerieschule und besuchte von dort aus die Technische Hochschule.

Die Fotos im 148 Seiten starken Buch stammen zu großen Teilen aus dem Fotoarchiv des Historischen Museums. Simon Benne dankte Mittwochabend Direktor Dr. Thomas Schwark für die gute Zusammenarbeit. Das Buch ist von heute an für 12,90 Euro in den HAZ-Geschäftsstellen und im Buchhandel erhältlich.

Von Jan Sedelies

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