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Hat der City-Tree in Hannover noch eine Zukunft?

Stadtwerke wollen abwarten Hat der City-Tree in Hannover noch eine Zukunft?

Im Bezirk Mitte hat die Mooswand City-Tree keine Zukunft, doch nun kommen andere Stadtteile auf den Geschmack: Die Bezirksräte in Vahrenwald-List und auch in Südstadt-Bult können sich für einen City-Tree erwärmen. Die Stadtwerke aber „nehmen den Fuß vom Gas“.

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Das Hochkantbeet: Auf der Cebit im März zeigte die Deutsche Bahn auf ihrem Messestand einen City-Tree.

Quelle: Samantha Franson

Hannover. Eine vier Meter hohe Mooswand mit Sitzgelegenheit, City-Tree genannt, wird es in Hannovers Innenstadt nicht geben - aber womöglich in anderen Stadtbezirken. Der Bezirksrat Mitte hat dem Vorhaben der Stadtwerke zwar endgültig eine Absage erteilt. In der jüngsten Sitzung des Gremiums stimmte eine Mehrheit dem Antrag von Linken und Piraten zu, die Standortsuche aufzugeben. Aber die Bezirksräte in Vahrenwald-List und auch in Südstadt-Bult können sich für einen City-Tree erwärmen. Nun allerdings scheinen die Stadtwerke, die die Senkrechtbeete aufstellen wollten, die Lust darauf verloren zu haben. „Wir nehmen den Fuß vom Gas“, sagt Sprecher Carlo Kallen. Man werde abwarten.

Die Reaktion ist verständlich. Die Suche nach einem geeigneten Standort in der Innenstadt zog sich monatelang hin. Immer wieder gab es Bedenken. Kaufleute fürchteten etwa, die vier Meter hohe Wand könnte ihre Schaufenster verdecken. So richtig anfreunden konnte sich der Bezirksrat nie mit dem Projekt. Letztlich gehe es den Stadtwerken nur darum, eine sperrige Werbetafel zu installieren, lautete der Vorwurf aus den Reihen des Gremiums. Der angebliche Nutzen für die Umwelt sei zweifelhaft.

Die Stadtwerke wollten mit dem Hochkantbeet einen Stromtarif bewerben („Hannover-Energie“). Wer sich für den Tarif entscheidet, finanziert zugleich Öko-Projekte mit - beispielsweise den City-Tree. Die Mooswand mit eingebautem Bewässerungssystem soll so viel Feinstaub filtern wie 275 Bäume. Auf Großplakaten haben die Stadtwerke den City-Tree präsentiert; inzwischen ist er von den Litfaßsäulen wieder verschwunden. Misslich für die Stadtwerke ist, dass sie bereits einen City-Tree für 10.000 Euro bestellt haben. Aber womöglich geht die Geschichte für das kommunale Unternehmen noch gut aus.

Andere Bezirksräte zeigen Interesse. So haben die Politiker in Südstadt-Bult kürzlich beschlossen, dass die Stadt nach einem geeigneten Standort für die Mooswand suchen soll. Im Gespräch ist ein Ort nahe dem Aegidientorplatz, unmittelbar an der Grenze zur City. Das freut die wenigen Befürworter des City-Trees im Bezirksrat Mitte.

Auch in Vahrenwald-List haben sich die Politiker auf Initiative der SPD für ein Hochkantbeet entschieden. Auf der Vahrenwalder Straße in Höhe Büttnerstraße oder in Höhe Niedersachsenring könne man sich die Mooswand gut vorstellen, sagt SPD-Fraktionschef Bruno Gill. „Wir warten jede Woche auf einen Standortvorschlag“, betont er. Mooswände scheinen in dem Gremium beliebt zu sein. In der jüngsten Sitzung haben die Politiker mehrere bepflanzte Wände für die Vahrenwalder Straße in Höhe Conti beschlossen, um die Luftverschmutzung zu bekämpfen. „Das sollen aber keine City-Trees sein“, sagt Gill.

In Linden-Limmer hatte Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube vor der Sommerpause angeregt, dass ein City-Tree auf dem Deisterplatz, an der Wunstorfer Straße oder am Schwarzen Bären stehen könnte. In der August-Sitzung des Gremiums stand das Thema Mooswand aber nicht auf der Tagesordnung. „Wir wollen nicht das, was andere Bezirke ablehnen“, heißt es aus der CDU.

Mooswände gegen Luftverschmutzung

Die Ratspolitik kann Mooswänden derzeit viel abgewinnen, wenn auch nicht in Verbindung mit Sitzgelegenheiten wie beim City-Tree. Kürzlich hat der Bauausschuss auf Wunsch des Ampel-Bündnisses (SPD, Grüne, FDP) die Stadtverwaltung aufgefordert, den Einsatz von Mooswänden zur Bekämpfung der Luftverschmutzung zu prüfen. Dabei sollen auch die Ergebnisse eines Tests in Stuttgart berücksichtigt werden.

Dort hat die Kommune entlang einer besonders befahrenen Straße moosbewachsene Mauern aufgestellt und mit Messgeräten bestückt. Es soll herausgefunden werden, wie gut die Moose Feinstaub und Stickoxide filtern. In Hannover könnten Mooswände entlang belasteter Straßen wie der Friedrich-Ebert-Straße gebaut werden. In diese Richtung gehen zumindest Überlegungen innerhalb des Ampel-Bündnisses. Jetzt muss die Verwaltung entscheiden, ob sie dem Wunsch nachkommt.

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