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Misburger Bad ist ein "Totalschaden"

Machbarkeitsstudie Misburger Bad ist ein "Totalschaden"

Für den versprochenen Ersatz für das wegen Einsturzgefahr unbrauchbare Misburger Hallenbad muss die Stadt Millionen aufwenden. Laut am Montag vorgestellter Machbarkeitsstudie kostet eine Sanierung 16,5 Millionen Euro - ein Neubau je nach Ausstattung bis zu 20,2 Millionen Euro.

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Das Misburger Bad liegt seit einem Jahr still.

Quelle: von Ditfurth

Hannover. Mit der Machbarkeitsstudie hatte die Stadt die Ingenieubüros Kannewischer und Veauthier beauftragt. Dabei wurde deutlich, dass die bei der Sanierung im Jahr 2007 angerichteten Schäden umfangreicher sind als bisher bekannt. War bisher nur von statischen Problemen die Rede, rückt nun auch die Technik ins Visier. "Wir haben zu unserer Überraschung einen Totalschaden vorgefunden", sagte Andrea Debus von Veauthier. Das gelte für Heizung, Wasseraufbereitung und Brandschutz. Leitungen seien nicht ausgetauscht oder falsch verlegt worden. Neben dem Hallen- sei auch das Freibad ein Sanierungsfall.

Die Gutachter empfehlen für Misburg weiterhin ein Kombibad aus Frei- und Hallenbad,  weil dies ein Alleinstellungsmerkmal sei. Der Fokus sollte auf Lehrschwimmen, einem moderaten Freizeitangebot mit Rutsche und einer Sauna samt großzügigen Garten gelegt werden.

Eine direkte Empfehlung sprachen die Gutachter nicht aus, ließen aber durchblicken, dass sie die teurere Neubauvariante für angebrachter halten. Der Grund: Das Bad könnte barrierefrei konzipiert werden, man sei bei der Gestaltung der Wasserflächen flexibler und könne den Betrieb effizienter gestalten. Alexandru Tocilescu von Kannewischer schätzt, dass die reine Bauzeit bei einem Neubau bei knapp zwei Jahren liegen dürfte. Dazu kommt der Planungsvorlauf. Darin liegt noch ein Kostenrisiko. "Die Investitionssummen sind nach dem aktuellen Bauindex berechnet. Der dürfte bis zum Bau steigen", erklärt Tocilescu. Für den Betrieb eines Kombibades mit Sauna muss die Stadt bei einem Neubau mit 2,2 Millionen Euro Jahreszuschuss rechnen. Das sind immerhin noch 100 000 Euro weniger als bei der Sanierungsvariante.

Die Schäden am 1974 eröffneten Misburger Bad wurden vermutlich im Jahr 2007 bei Sanierungsarbeiten durch den damaligen privaten Betreiber s.a.b  angerichtet  - und zwar mit Vorsatz, wie man bei der Stadt vermutet. Unter anderem sind tragende Teile für Leitungskanäle angebohrt und Stützpfeiler entfernt worden. Erst im vergangenen Jahr entdeckten Handwerker den Pfusch bei Sanierungsarbeiten. Seitdem liegt das Hallenbad wegen Einsturzgefahr trocken.

Erschwerend kommt für die Stadt hinzu, dass sie für das Bad noch für zwei Jahrzehnte einen Kredit über 13,5 Millionen Euro abzahlen muss. Das Geld war der s.a.b für die missratene Sanierung zur Verfügung gestellt worden. Justiziare im Rathaus haben angekündigt, die ehemalige Betreiberfirma in Regress nehmen zu wollen.

Oberbürgermeister Stefan Schostok und auch die Ratsfraktionen hatten nach dem Bekanntwerden des Desasters eine Standortgarantie in Sachen Hallenbad in Misburg gegeben. Im vor zwei Jahren aufgelegten Sanierungsfahrplan für die zwölf städtischen Bäder war dasjenige im östlichen Stadtteil als allerletztes vorgesehen - im Jahr 2028. Nun muss wohl eine neue Reihenfolge festgelegt werden, zumal die Stadt mit dem Fössebad in Limmer parallel einen zweiten schweren und kostenintensiven Fall inklusvie von der Politik erteilter Standortgarantie am Hals hat. Auch hier hatten Gutachter die beiden Varianten Sanierung oder Abriss und Neubau durchgerechnet. Beides würde gleich teuer, nämlich um die 20 Millionen Euro. Addiert man dazu die veranschlagten Kosten für Misburg, wäre der für das komplette Sanierungsprogramm veranschlagte Topf von 42 Millionen Euro für nur zwei Anlagen ausgeschöpft.

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