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Aus der Stadt Neunstöckiger Bürobau soll Aegidientorplatz bereichern
Hannover Aus der Stadt Neunstöckiger Bürobau soll Aegidientorplatz bereichern
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22:09 16.08.2011
Von Mathias Klein
So soll der neue Aegidientorplatz aussehen: Neben dem Theater am Aegi wird sich bald der Neubau für das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte erheben. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Der Entwurf für das Eckgrundstück der Hildesheimer Straße zeigt eine Fassade aus veredeltem weißem Sichtbeton mit viel Glas und einer starken Geste zum Aegidientorplatz. Das Gebäude soll den bisherigen Versicherungsbau ersetzen, der zuletzt von der VGH-Regionaldirektion genutzt worden war und jetzt abgerissen werden soll. Der Entwurf für den Neubau setze einen angemessenen baulichen Akzent am Aegi, lobte Stadtbaurat Uwe Bodemann am Dienstag bei der Präsentation der Pläne. „Die Fassade wird ruhig, zeitlos und elegant wirken“, versprach Architekt Klaus Leiber von BKSP. Die Arbeiten am Neubau sollen in der zweiten Jahreshälfte 2012 starten.

Neue Büros für 350 Mitarbeiter

Es ist ein unaufgeregter Entwurf, der sich gut in die Umgebung einfügt und dennoch einen starken Akzent setzt: Gestern haben Stadtverwaltung und die Quantum Projektentwicklung den Sieger des Architekturwettbewerbs für ein neues Bürohaus neben dem Theater am Aegi präsentiert. Gewonnen hat das hannoversche Architekturbüro BKSP mit dem Entwurf für einen bis zu neunstöckigen Bau an der Ecke Hildesheimer Straße. Die weiße Beton-Naturstein-Fassade mit den hohen, schmalen Fensterformaten hat einige optische Gemeinsamkeiten mit dem früheren Hauptsitz der Nord/LB auf der anderen Seite des Aegi, der unter Denkmalschutz steht. Der Beschluss der Jury, BKSP den Siegerplatz einzuräumen, soll einstimmig gefallen sein.

In den Neubau wird die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte einziehen, die schon seit Jahren einen neuen Standort in der Innenstadt sucht. Das Gebäude mit Platz für 350 Mitarbeiter kostet nach Angaben von Quantum-Vorstand Frank Gerhard Schmidt 35 Millionen Euro. „Wir wollen das Gebäude nach der Fertigstellung nicht verkaufen, sondern langfristig in unserem Bestand erhalten“, sagt der Chef des Hamburger Immobilienunternehmens.

Schließlich habe es eine „gewisse Nähe zu Hannover“: Die VGH ist bei Quantum mit zehn Prozent beteiligt. Sie hat der Fondsgesellschaft auch die Immobilie verkauft, die dem Neubau weichen soll. Das siebenstöckige Gebäude diente zuletzt als VGH-Regionaldirektion, es war ursprünglich nach Plänen von Dieter Oesterlen für die Hannoversche Leben errichtet worden.

Nach Ansicht von Stadtbaurat Uwe Bodemann passt sich das geplante Bürogebäude mit einer Höhe von rund 33 Metern gut in die Umgebung ein. Zum einen werde das benachbarte Theater am Aegi nicht erdrückt. „Gleichzeitig wird aber ein selbstbewusster Auftritt für das Unternehmen geschaffen,“ sagt Bodemann. Vor dem Baubeginn für das neue Gebäude muss zunächst der Bebauungsplan geändert werden. Bodemann schätzt, dass in der zweiten Jahreshälfte 2012 mit dem Bau begonnen werden kann, Mitte 2014 könnten die Mitarbeiter in die Büros einziehen. „Die Investition ist eine gute Nachricht für den Wirtschaftsstandort Hannover“, sagt Bodemann.

Jan Grabau vom Architekturbüro BKSP freut sich über den Erfolg im Wettbewerb mit sieben anderen Büros. „Das sind alles Architekturbüros mit einem sehr hohen Anspruch“, sagt Grabau. Den zweiten Platz belegt das Hamburger Büro Schenk+Waiblinger, den drittbesten Entwurf lieferte das hannoversche Büro ASP Architekten Schneider Meyer Partner ab.

Das Hamburger Unternehmen Quantum gab gestern gleich ein zweites Projekt in der Landeshauptstadt bekannt. Wenn die Deloitte-Mitarbeiter ihre neuen Büros bezogen haben, werde man sich an die Umgestaltung des derzeitigen Firmensitzes in der Georgstraße 52 machen. „Das Gebäude ist marode“, sagt Schmidt. Er rechnet aber nicht mit einem Abriss. „Wir werden das Gebäude aber vollkommen entkernen müssen“, sagt er. An der anschließenden Nutzung werde sich voraussichtlich nichts ändern: Im Erdgeschoss bleiben Geschäfte, darüber Büros.

Kritik von den Grünen: Ratsherr Michael Dette von den Grünen bezeichnete den geplante Gebäudeentwurf als „nicht ganz überzeugend“. Der Eingangsbereich ähnele dem des Bundeskanzleramts und sei „sehr dominant“. Zudem sei das Gebäude mit mehr als 33 Metern höher als andere Wettbewerbsbeiträge und daher „sehr markant“. Konkurrierende Entwürfe böten trotz ihrer geringeren Höhe mehr Büroraum und seien daher wirtschaftlicher umzusetzen und zu betreiben sowie energieeffizienter.

Alle Wettbewerbsentwürfe sind bis zum 9. September in der Bauverwaltung, Rudolf-Hillebrecht-Platz 1, zu sehen.

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