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Aus der Stadt Große Gala zu Samiis 80. Geburtstag
Hannover Aus der Stadt Große Gala zu Samiis 80. Geburtstag
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00:17 22.06.2017
Von Juliane Kaune
Doppelgänger: Madjid Samii mit der Büste, die Künstler Berahna Massoum angefertigt hat. Quelle: Schaarschmidt
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Hannover

Eigentlich wollte er abtauchen. Wie schon vor fünf und vor zehn Jahren. Doch dieses Mal haben zu viele Menschen gesagt, das gehe nicht. Nicht an seinem 80. Geburtstag. Darum ist Madjid Samii nicht verreist. Der international renommierte Neurochirurg ist in Hannover geblieben, um die Glückwünsche all derer entgegenzunehmen, die ihm gratulieren wollen.

800 Gäste tun das am Montagabend bei der Geburtstagsgala im Theater am Aegi, darunter viele Berufskollegen. Die Neurochirurgen aus aller Welt haben sich zuvor bei einem Kongress mit Samii ausgetauscht. Schließlich steht er noch mit 80 Jahren im OP. Eine Leistung, die auch den Präsidenten der Weltvereinigung der Neurochirurgen, Prof. Yong-Kwang Tu aus Taiwan, beeindruckt.

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Neurochirurg Prof. Madjid Samii hat im Theater am Aegi mit mit 350 Gästen seinen 80. Geburtstag gefeiert. 

Samii ist rund um den Globus vernetzt. Doch die Hälfte seiner acht Lebensjahrzehnte hat der gebürtige Iraner in Hannover verbracht. Plakativ ist das auf dem Geburtstags-Logo dargestellt: eine Weltkugel, eingerahmt von den Zahlen 80 und 40. Jenseits von Klinikräumen ist der Professor in Hannover längst ein Mitglied dessen geworden, was man Stadtgesellschaft nennt.

Oberbürgermeister Stefan Schostok, Regionspräsident Hauke Jagau, Unternehmer Dirk Roßmann, 96-Chef Martin Kind, MHH-Präsident Christopher Baum oder Fürst Alexander zu Schaumburg-Lippe gratulieren im Aegi. Ebenfalls unter den prominenten Gästen: Carsten Maschmeyer (ohne Veronika Ferres), Liz Mohn vom Bertelsmann-Konzern und Springer-Chef Mathias Döpfner.

Auf der Bühne sind gleich drei Redner gebucht, die in Niedersachsen Ministerpräsidenten waren oder sind. Amtsinhaber Stephan Weil ist aber nicht persönlich anwesend. Weil zeitgleich das Fest der niedersächsischen Landesvertretung in Berlin läuft, sendet er ein Grußvideo: „Machen Sie weiter so, wir brauchen Sie noch“, richtet er Samii aus. Der frühere Ministerpräsident Sigmar Gabriel, der in dieser Funktion im Jahr 2000 Samiis Hirnklinik INI eröffnet hat und heute als Bundesaußenminister arbeitet, ist tatsächlich im Aegi präsent. Gabriel lobt Samii als einen "gewaltigen Hannoveraner und großen Brückenbauer". Im Iran sei der Hirnprofessor wohl "so bekannt wie Franz Beckenbauer oder Mick Jagger". Am Ende fasst Gabriel es so zusammen: "Madjid Samii ist ein Supertyp."

Der Hauptredner ist ebenfalls ein Ex-Ministerpräsident, zugleich Altkanzler und heute 96-Aufsichtsratschef. Er trifft Samii auch regelmäßig in der HDI-Arena, wo beide für die „Roten“ die Daumen drücken. Gerhard Schröder bedauert, dass er letztlich nur das Lob seiner Vorredner wiederholen könne. Dann würdigt er Samii als "Wissenschaftler, Mediziner und Humanist von Weltrang".

Klaus Meine, Frontmann der Scorpions und musikalischer Botschafter für Samiis Neurobionik-Stiftung, ist für das Geburtstagsständchen zuständig. Er singt erstmals das eigens für Samii komponierte Lied "Bridges and Walls" - mit Unterstützung durch den Mädchenchor. Dann stimmen die jungen Sängerinnen „Tawalod“ an, ein Lied, das in Samiis Heimatland so oft zu hören ist wie hier „Happy Birthday“. Der Mann, der den iranischen Ohrwurm komponiert hat, spielt ihn auch auf dem Klavier: Anoushirvan Rohani tritt gemeinsam mit Sohn Reza auf der Bühne auf.

Aus dem kanadischen Toronto kommt ein Geburtstagsgast, der selbst beschenkt wird: Hirnforscher Andres Lozano erhält den mit 20 000 Euro dotierten Preis der Stiftung Neurobionik, überreicht von deren Vorsitzenden Prof. Klaus Goehrmann und von Samii. Lozano implantiert Parkinson-Patienten Elektroden tief ins Hirn – und hilft ihnen so, ihr Zittern zu stoppen.

Und was schenkt man jemandem, der in dem halben Jahrhundert seines Berufslebens Dutzende Ehrungen und Auszeichnungen gesammelt hat? Am besten einen „Doppelgänger“: Künstler Berahna Massoum hat Samiis Konterfei als Büste angefertigt. Das Original zeigt sich beeindruckt. „Sie müssen meine Frau fragen, ob es gelungen ist", sagt Samii. Dann versichert der Jubilar, er spüre "keinen Unterschied zwischen 18 und 80". Und er sieht keinen Grund, warum er nicht 100 Jahre alt werden sollte.

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