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Aus der Stadt Stadt wird alle 600 Fundsachen los
Hannover Aus der Stadt Stadt wird alle 600 Fundsachen los
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00:17 21.07.2015
Von Michael Zgoll
Bei der größten Fundsachenversteigerung des Jahres werden im Ordnungsamt rund 600 Artikel angeboten. Quelle: von Ditfurth
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Hannover

Sechs Euro für drei Tennisschläger, 86 Euro für einen Rasierapparat – die Spanne der Preise, die bei der Fundsachenversteigerung der Stadt bezahlt werden, ist gewaltig. Im Innenhof des Ordnungsamtes in der Leinstraße sitzen schon morgens um 9 Uhr 120 Kaufwillige, Tendenz steigend. Vielleicht wollen die Leute auch nur unterhalten werden, dann sind sie bei Auktionator Frank Schaffert ebenfalls richtig. Der Leiter des Fundbüros ist eine fröhliche Type, und für nahezu jeden der 600 Artikel, die er an diesem Tag unters Volk bringt, hat er einen Spruch parat. Zum Werkzeugkasten: „Meine Damen, kaufen sie den für ihren Mann, dann ist er drei Wochen in der Garage verschwunden.“ Zur Stange West-Zigaretten: „Tun Sie sich das nicht an, das Zeug ist ungesund.“

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Auktionator Frank Schaffert gestaltet die Fundsachenversteigerung der Stadt Hannover preisverdächtig amüsant.

Die Produkte, die der Auktionator so leidenschaftlich anpreist, sind teils neu, teils gebraucht. „Immer dran denken, könnte kaputt sein“, warnt Schaffert. Risikofreudige Investoren erwerben braune Pappkartons, fest mit Klebeband versiegelt. Die sogenannten Haushaltskisten, Inhalt unbekannt, wechseln für 6 bis 14 Euro den Besitzer, für Bücherkisten ungewissen Gehalts werden mal 4, mal 10 Euro gezahlt. Immer bar, das ist Bedingung. Fünf Helfer pendeln zwischen Bühne und Bankreihen, händigen die Ware aus und kassieren.

Ab und zu muss Schaffert das bietfreudige Publikum bremsen, meist dann, wenn das Zwei-Euro-Stakkato kein Ende nehmen will. „Wir haben noch mehr davon“ oder „Das reicht, glauben Sie mir“: Der Auktionator meint es gut mit seinen Käufern. Aber los wird er alles, das Zahnbürsten-Sammelpack (14 Euro) ebenso wie das Ferrari-Spielzeugauto (12 Euro), die 3 Flaschen Jack Daniels (18 Euro) wie die Kleiderkiste mit Kinderklamotten (auch 18 Euro). Und weil immer mehr Interessenten keinen Sitzplatz finden, verspricht der Fundbüro-Chef, wird es im nächsten Jahr 10 Bänke mehr geben. „Und Tische haben wir auch bestellt, zum Schrecken unserer Haushaltsstelle.“ 

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