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Bündnis will Flüchtlingsintegration voranbringen

"Niedersachsen packt an" Bündnis will Flüchtlingsintegration voranbringen

Start in Hannover: Das Bündnis „Niedersachsen packt an“, das von evangelischer und katholischer Kirche, Gewerkschaftsbund und Unternehmerverbänden zusammen mit der Landesregierung angestoßen wurde, will gemeinsam die Integration der Flüchtlinge voranzubringen.

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An der Auftaktveranstaltung des Bündnisses „Niedersachsen packt an“ nahmen auch Flüchtlinge teil, die erst seit Kurzem in Niedersachsen sind. 

Quelle: Frank Wilde

Hannover. Bislang stand in der Flüchtlingskrise die Unterbringung und Erstversorgung der Menschen im Vordergrund – nun stellt sich die Frage, wie es weitergehen soll. Das Bündnis „Niedersachsen packt an“, das von evangelischer und katholischer Kirche, Gewerkschaftsbund und Unternehmerverbänden zusammen mit der Landesregierung angestoßen wurde, will dazu beitragen, dass Flüchtlinge in Niedersachsen besser integriert werden können. Bei der Auftaktveranstaltung des Bündnisses am Donnerstag im VGH-Gebäude nahe des Aegidientorplatzes wurde betont, dass es sich dabei um keine einfache Aufgabe handele.

„Machen wir uns nichts vor: Wer glaubt, dass die Menschen, die jetzt zu uns kommen, irgendwann wieder gehen, der wird sich in den allermeisten Fällen täuschen“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil vor rund 300 Gästen. Integration sei nicht einfach: Der Fortschritt werde langsam sein, Rückschläge müssten verarbeitet werden. Das sei eine Riesenherausforderung, die weder Politik noch Gesellschaft alleine bewältigen könnten. „Aber wir können es gemeinsam lösen“, so Weil.

Im vergangenen Herbst wurde die Idee für „Niedersachsen packt an“ geboren, mittlerweile hat sich schon eine breite Unterstützung gefunden: Rund 1400 Einzelpersonen haben sich am Donnerstag bereits auf der Seite www.niedersachsen-packt-an.de registrieren lassen. Darunter auch viele Prominente, wie der Pianist Igor Levit, der Musiker Peter Maffay oder die Unternehmer Martin Kind oder Dirk Roßmann. Auch 98 Institutionen und Organisationen aus Niedersachsen unterstützen das Bündnis, die Landesregierung fördert das Projekt mit einer Million Euro.

Obwohl die Landesregierung eine zentrale Rolle bei der Koordinierung des Bündnisses spielt, tragen die Oppositionsparteien im Landtag, CDU und FDP, das Anliegen mit. Das sei auch von Anfang an so gedacht worden, meint Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen. „Unsere Bitte war: Streitet nicht zwischen den Parteien, sondern arbeitet gemeinsam.“ Dazu sei man sofort bereit gewesen, meint FDP-Landeschef Stefan Birkner. „Aber wir haben auch die Erwartung, dass es dabei zu konkreten Beschlüssen kommt und nicht nur beim Austausch von Argumenten bleibt.“ Müller hatte es im Gespräch mit Weil zuvor noch deutlicher formuliert: „Wir haben kein Interesse an weiteren Laberrunden.“ Weil versprach: Genau das soll nicht passieren.

Gesprächsrunden gehören gleichwohl zum Konzept von „Niedersachsen packt an“: Eine Integrationskonferenz soll sich bis zum Herbst dreimal treffen, um die konkreten Herausforderungen und Probleme in der Arbeit zu besprechen. Auch auf lokaler Ebene soll es kleine Regionalkonferenzen geben – so sollen Probleme und gute Ideen schnell erfasst und bis in die Staatskanzlei gespiegelt werden. Dort gibt es eine Koordinierungsstelle unter der Leitung von Staatssekretär Michael Rüter und Abteilungsleiterin Gaby Willamowius.
Wo diese Probleme liegen könnten, musste Winfried Jünemann, Vize-Landesinnungsmeister des Malerverbands, schon erfahren: 500 Flüchtlinge will der Verband in eine Ausbildung vermitteln. Beim ersten Versuch haben sich im Dezember aber nur 80 Asylbewerber gemeldet. „Und nur drei haben in das Konzept gepasst. Mit drei kann ich aber das Programm nicht starten“, so Jünemann.

Gegen Ende der Veranstaltung macht ein Beispiel Mut, dass der Weg gelingen kann: Sechs syrische Flüchtlinge meldeten sich zu Wort, die sich nach nur sechs Wochen in Niedersachsen schon in verständlichem Deutsch verständigen konnten – und sich überschwenglich für die Hilfsbereitschaft der Deutschen bedankten.

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