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Aus der Stadt Land will Kliniken mit Milliarden fördern
Hannover Aus der Stadt Land will Kliniken mit Milliarden fördern
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00:16 19.08.2016
Von Mathias Klein
Protest am Rathaus: 180 Betten sollen auf den Investitionsstau in den Kliniken des Landes hinweisen. Foto: v. Ditfurth Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

„Wir fördern aber nur Krankenhäuser, die wir für zukunftsfähig halten.“ Dies sei bei der großen Mehrzahl der Kliniken der Fall. „Dazu gehören auch kleinere Klinken im ländlichen Raum, wenn sie für die wohnortnahe Versorgung benötigt werden“, sagte die Ministerin. Auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) betonte gestern bei seinem Besuch der Klinik in Lehrte, dass der „Grundsatz der guten Erreichbarkeit“ erhalten bleiben solle - Fachabteilungen aber zwischen einzelnen Häusern aufgeteilt werden müssten. Das Lehrter Krankenhaus soll nach langem Hin und Her nun erhalten bleiben - im Kern als Geriatrie. Das aber ist für die Region Hannover ohne Geld vom Land schwer zu machen.

Die Vorgängerregierung habe einen riesigen Investitionsstau hinterlassen, sagte Ministerin Rundt. Jetzt wolle das Land gemeinsam mit den Kommunen bis zum Jahr 2020 rund 1,36 Milliarden Euro bereitstellen. „Damit kann der Investitionsstau von insgesamt 1,7 Milliarden Euro in den Kliniken deutlich abgebaut werden“, betonte Rundt. Gleichzeitig machte gestern die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft mit einem stillen Protest auf das Problem aufmerksam. Mit 180 ausgedienten Krankenhausbetten wurde der Trammplatz vor dem Rathaus in Hannover fast völlig zugestellt. Mit der Aktion wollte der Verband auf die maroden Krankenhäuser im Land aufmerksam machen. Jedes der 180 Betten steht für ein Krankenhaus mit dringendem Sanierungsbedarf. Sogar Ministerin Rundt, von der die Krankenhausgesellschaft das für die Sanierung der Kliniken nötige Geld fordert, fand für die Aktion lobende Worte: „Sie haben ein sperriges Thema gut dargestellt.“

Die Krankenhäuser befänden sich mitten in einem Strukturwandel, der von ihnen mehr Kooperation statt eines ruinösen Wettbewerbs verlange, den manche sich noch lieferten, sagte die niedersächsische Sozialministerin. Zu viele Krankenhausbetten gebe es in Niedersachsen nur noch im Raum Hildesheim und Osnabrück. Zur Zukunftsfähigkeit des Lehrter Krankenhauses wollte sie sich nicht äußern. Im Nordosten der Region will die Regionspolitik mit breiter Mehrheit die Klinik Großburgwedel am alten Standort neu bauen, das Lehrter Krankenhaus erhalten und durch eine Geriatrie ergänzen. Die Geschäftsführung favorisiert dagegen einen Neubau auf der grünen Wiese als Ersatz für die beiden Standorte.

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180 ausgediente Klinikbetten hat die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft am Dienstag aus Protest vor dem Rathaus in Hannover abgestellt.

Dem Vorsitzenden der Krankenhausgesellschaft, Hans-Heinrich Aldag, zufolge reicht der geplante Milliardenzuschuss nicht aus. „Das gibt uns zunächst eine gewisse Atempause“, sagte er. „Wir müssen aber auch über die Aufstockung der jährlichen Investitionsmittel vom Land reden.“ Die Summe von rund 275 Millionen Euro pro Jahr für Baumaßnahmen und Medizingeräte reiche bei Weitem nicht aus. „Das muss deutlich mehr werden“, so Aldag. Nach Schätzung der Krankenhausgesellschaft sind pro Jahr 530 Millionen Euro für die niedersächsischen Krankenhäuser nötig. Weil eine gewaltige Summe fehle, entstehe erneut ein großer Sanierungsstau.

Mehr als sechs Monate nach dem Anschlag mit Molotow-Cocktails an der Ernst-August-Galerie haben die Behörden jetzt tatsächlich einen Tatverdächtigen ermittelt. Mittwoch bestätigte die Staatsanwaltschaft Hannover einen Bericht, nach dem es Hinweise darauf gibt, dass Saleh S. hinter der Brandbomben-Attacke stecken könnte.

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Zwar sind sich die Regionspolitiker weitgehend einig, dass das Lehrter Krankenhaus erhalten werden soll, dennoch spielt die Klinik in der Stadt eine wichtige Rolle im Wahlkampf: Die CDU hängte vor ein paar Tagen Plakate mit dem Slogan „Finger weg von unserem Krankenhaus“ auf - das rief die SPD auf den Plan.

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Musik auf kleiner Bühne soll dem Raschplatz neues Leben einhauchen - damit der Platz nicht nur von der Trinkerszene bevölkert wird. Doch der Erfolg lässt auf sich warten, vorsichtig ausgedrückt. „Wir zählen etwa 80 bis 100 Zuhörer pro Konzert, inklusive Trinkergruppe“, sagte Stadtbezirksmanagerin Claudia Göttler in der Sitzung des Bezirksrats Mitte.

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