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Aus der Stadt Niedersachsens modernste Klinik ist startbereit
Hannover Aus der Stadt Niedersachsens modernste Klinik ist startbereit
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21:04 21.07.2014
Von Veronika Thomas
Die Luftfahrtbehörde hat den Hubschrauberlandeplatz auf dem Klinikdach abgenommen. Auch eine Löschübung gab es bereits. Quelle: Körner
Hannover

Das Mammutprojekt Neubau Klinikum Siloah biegt auf die Zielgerade ein: 98 Prozent der Bauarbeiten sind abgeschlossen. Zu erledigen sind in Niedersachsens modernster Klinik nur restliche Malerarbeiten, das Verlegen der letzten Fußböden und ähnliches. Jetzt hatten 400 Mitarbeiter aus den alten Krankenhäusern Siloah und Oststadt-Heidehaus, die demnächst im Klinikum Siloah arbeiten werden, die Gelegenheit, sich das Gebäude anzuschauen. Bei einem Tag der offenen Tür am 30. August sollen alle Hannoveraner Einblick in das High-Tech-Krankenhaus nehmen können. Am 6. und 7. September wird der Neubau dann bezogen.

„Zurzeit wird eingeräumt“, sagt Projektleiter Hermann Stockhorst, der den Bau seit Planungsbeginn begleitet. Das heißt, die Bettenhäuser werden mit Betten, Nachttischen und Matratzen bestückt, die Patientenzimmer mit Tischen und Stühlen ausgestattet. Die dort integrierten Einbauküchen, wo sich Patienten auch mit Getränken versorgen können, sind längst fertig. Auf jeder Station gibt es neben Zweibettzimmern und einem Vierbettzimmer einen Raum, in dem insbesondere stark übergewichtige oder schwerstpflegebedürftige Patienten versorgt werden können. Zur Ausstattung zählen nicht nur extra breite Türen und ein Deckenlifter, sondern auch ein behindertengerechtes Bad. Alle anderen Badezimmer sind barrierefrei und behindertenfreundlich ausgestattet.

Ein Novum in Hannovers Kliniklandschaft dürften die Monitore an jedem Nachtisch sein, mit dem Patienten fernsehen, telefonieren und im Internet surfen können - kostenpflichtig allerdings. Damit entfallen aber auch die immer wiederkehrenden Diskussionen über das gemeinsame Fernsehprogramm im Patientenzimmer. „Über die Monitore sind auch Übertragungen aus der Klinikkapelle denkbar“, sagt Stockhorst. Aufgebaut werden derzeit auch sämtliche Bildschirme in den Stationsbereichen für das Personal, mit denen etwa Bestellungen aufgegeben oder die Pflegedokumentationen erledigt werden sollen.

Aktiviert wird zurzeit die Gebäudeleittechnik, auch, um den Bau jetzt während der heißen Sommertage herunterzukühlen. Um die Erdwärme zu nutzen, waren während der Gründung des Krankenhauses insgesamt 3000 Meter Erdsonden in bis zu 100 Meter Tiefe verlegt worden. Das konstant 14 Grad warme Wasser, das sich in dieser Tiefe befindet, soll einerseits dazu verwendet werden, den Hubschrauberlandeplatz und die Zufahrt zum Untergeschoss im Winter eisfrei zu halten. Im Sommer wird es durch die Betondecken geleitet, die zu einer sanften Kühlung der Räume beitragen sollen, zusätzlich zu dem außen liegenden Sonnenschutz.

Der Hubschrauberlandeplatz ist vor wenigen Tagen von der Luftfahrtbehörde abgenommen worden und somit ab sofort einsatzbereit, sodass Rettungshubschrauber hier landen können. Bis es so weit ist, muss das Krankenhaus allerdings erst in Betrieb gehen. „Parallel dazu hat gleich eine Löschübung der Feuerwehr stattgefunden, die die Löschanlage hier oben getestet hat“, berichtet Stockhorst.

Weil jedes Gebäude immer auch von Tieren genutzt wird, hat die Region Hannover mit dem Bund für Umwelt- und Naturschutz vereinbart, hoch oben am Siloah-Neubau Nistkästen für Vögel anzubringen. Die Brutsaison ist so gut wie abgeschlossen, aber vom nächsten Jahr an stehen Dohlen, Mauerseglern und einem Schleiereulenpaar komfortable (Ersatz-)Behausungen für die Jungenaufzucht zur Verfügung; am gegenüber liegenden Verwaltungshochhaus wurde auf dem Dach ein Falkenkasten angebracht. „Eine Schleiereule ist schon an dem Kasten vorbeigeflogen“, sagt Stockhorst.

Nahezu fertiggestellt ist die rund 1000 Quadratmeter große Eingangshalle mit einem Empfangstresen, der auch in einem großen Hotel stehen könnte. Getränke-, Kaffee- und Süßigkeitenautomaten sind bereits in Betrieb, in die kleine Ladenzeile ziehen ein Sanitätshaus und ein Minimarkt ein, in dem Patienten und Besucher unter anderem Postkarten und Zeitungen, aber auch Getränke, Kuscheltiere oder Blumen kaufen können. 170 Sitzplätze fasst die Cafeteria mit Blick zur Ihme, in der Gäste genauso wie Mitarbeiter oder Patienten mit ihren Besuchern essen und Kaffee trinken können. Die davor liegende Terrasse wird mit Tischen und Stühlen bestückt.

In den neun Operationssälen ist die Technik bereits installiert, zudem sind bewegliche Teile wie OP-Tische aufgestellt. Sieben dieser Säle haben Standardmaße von jeweils 42 Quadratmetern. Dazu gibt es drei sogenannte OP-Einleitungsräume, in denen Patienten auf ihren Eingriff vorbereitet werden. Zwei OPs aber haben die komfortablen Ausmaße von jeweils 60 Quadratmetern. Während einer dieser Hightechräume besonders viel Platz für zusätzlich erforderliche Apparate wie Endoskopieturm oder Dialysegerät bietet, ist der sogenannte Hybrid-OP gleich für eine Doppelnutzung ausgelegt: Hier kann gleichzeitig operiert und geröntgt werden. 700.000 Euro hat die Ausstattung einschließlich des robotergesteuerten Angiografiesystems gekostet, das unter anderem in der Herz- und Gefäßchirurgie zum Einsatz kommt. „Für ein normales Krankenhaus ist dieser OP ein technisches Highlight“, sagt Stockhorst.

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