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Aus der Stadt Landtag feiert Richtfest
Hannover Aus der Stadt Landtag feiert Richtfest
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00:21 10.12.2015
Von Gunnar Menkens
Richtfest im Plenarsaal: Landtagspräsident Bernd Busemann (rechts) und Finanzminister Peter-Jürgen Schneider führen durch die Baustelle.  Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

Richtfest im Winter, das ist so eine Sache. Selbst im klimawandelnden Hannover bleibt es im Dezember kühl, und wer auf zugigen Baustellen ohne Mantel herumläuft, der friert entweder oder brennt von innen. Bernd Busemann, der weißhaarige Landtagspräsident, ging am Montag nur in Anzug und Krawatte durch sein unfertiges Haus, mehr als zwei Stunden führte er Gäste hindurch. Das trug ihm Respekt ein von Niedersachsens Finanzminister Peter-Jürgen Schneider, ein Mann aus Salzgitter, der über seinen schwarzen Mantel zusätzlich einen Schal gelegt hatte und Busemann, den gebürtigen Dörpener, lobte: „Dieses emsländische Feuer hab’ ich nicht.“

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Der Präsident des 17- Niedersächsischen Landtags, Bernd Busemann, begrüßt die Besucher vor dem Landtag.

Da waren rund 350 Gäste schon mittendrin im Richtfest. Rohbau und Dachstuhl des umzubauenden Landtages sind nach knapp fünf Monaten Bauzeit fertig, wovon ein Kranz zeugte, den prätentiös zu nennen eine kleine Lüge wäre. Eher wirkte das gehängte Grün mit seinen rot-weißen Bändern wie der Rest vom vorletzten Tag eines Weihnachtsbaummarktes. Von einer Treppe herab sprach der Polier den Richtspruch, sinngemäß ist danach mit Gottes Hilfe alles gut gegangen und genügend Geld war da, noch ein Grund zum feiern und zu lesen aus dem Arsenal der Trinksprüche. „Auf die Bauherren, die Herren und Damen, von denen die Moneten kamen“. Im Schweineland Niedersachsen gab es später Bockwurst mit Erbsensuppe und den Kartoffelsalat auch vegetarisch, also ohne Speck, weil Niedersachsen ebenso ein Land der Innovationen ist. Alles sollte bescheiden wirken an diesem Richtfest, schließlich, sagte Busemann, entstehe „kein Luxusbau, sondern ein bürgerfreundliches Parlament, ein Unikat, kein Allerweltsbau“.

Das Volk kann bislang wenig erkennen vom Fortschritt, eine blickdichte Plane verhindert seit Langem Einsicht in die Baustelle. Foyer und Leibniz-Saal, mit bodentiefen Fenstern Traum deutscher Bauherren, sollen offen sein für Veranstaltungen und kleine Empfänge, am Portikus wird ein gläserner Fahrstuhl gebaut. Finanzminister Schneider, aus dessen Etat alles Geld fließt für Umbau und Sanierung, gab gestern bekannt, dass man sich im Kostenplan wie Zeitrahmen bewege. Für den Sozialdemokrat war das noch eine Gelegenheit zu einem politischen Seitenhieb, als er herausstrich, dass man auch an Sonnabenden und den Nächten arbeite: „Das ist das, was das Bundesamt für Migration und Integration nicht tut.“ Noch sieht es anscheinend so aus, als würde Niedersachsen bauen, nicht Hamburg oder gar Berlin.     

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Knapp zwei Wochen vor dem Richtfest geht der Umbau des niedersächsischen Landtags reibungslos voran.

Minister Schneider will dennoch nicht ausschließen, dass er am Ende mehr Geld für den denkmalgeschützten Bau herausgeben muss, als geplant. Schon bisher erschwerten Insolvenzen den Ablauf, wie auch überraschend Betonwände saniert werden mussten. Ähnliches könnte wieder passieren. Von Januar an soll alles schnell gehen, dann werden 40 Unternehmen und bis zu 100 Arbeiter gleichzeitig auf der Baustelle beschäftigt sein. „Der Terminplan lässt nur wenig Spielraum zu“, sagte Schneider. Das gelte auch für die Deckung der Kosten, die sei „gemessen an den Risiken, nicht üppig“. Was heißen soll: Viel darf nicht mehr schief gehen, sonst wird das Budget überschritten.

Da nützt es, wenn es keine Probleme mit den Inhabern der Urheberrechte den Bau verzögern. Der Architekt Dieter Oesterlen hatte den 1962 eröffneten Plenarsaal des Landtags entworfen, Georg Bissen wacht nun darüber, dass der Geist seiner Arbeit im künftigen Parlament erhalten bleibt. Busemann lobte am Montag die Zusammenarbeit als „sehr konstruktiv“.

Der Landtag in Zahlen

Gesamtbaufläche: 11.217 Quadratmeter
Davon Foyer: 957 Quadratmeter
Plenarsaal: 690 Quadratmeter
Besucherplätze: 261
Bisher verbaut: 2500 Kubikmeter Beton, 350 Tonnen Bewehrungsstahl.
Aufträge: 75 Prozent aller Aufträge sind erteilt
Bauausführung: 22 Architektur- und Ingenieursbüro
Beteiligte Gewerke: 36
Baukosten geplant: 53 Millionen Euro
Fertigstellung: Sommer 2017     

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