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Aus der Stadt Nikolaus feiert Gottesdienst mit 700 Kindern
Hannover Aus der Stadt Nikolaus feiert Gottesdienst mit 700 Kindern
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00:15 09.12.2017
Mit Mitra und Bischofsstab: Der Nikolaus beim Gottesdienst in der Marktkirche. Quelle: Samantha Franson
Hannover

 Kein Zweifel: Der Bart ist echt. Die Mitra, der Hirtenstab, das Gewand – wirkt auch alles ziemlich überzeugend. Wüsste man es nicht besser, könnte man Bischof Nikolaus fast mit Pastor Norbert Liebermann verwechseln. Aber auf diesen Gedanken kommt in der komplett gefüllten Marktkirche niemand. Mehr als 700 Grundschüler sind am Nikolaustag zum Gottesdienst gekommen, und als der leibhaftige Nikolaus in die Kirche kommt, wird er mit begeistertem Applaus begrüßt. Ein Sympathieträger.

Gut 700 Kinder feierten den Nikolaus beim Gottesdienst in der Marktkirche

Bei vielen der Kinder hat er an diesem Morgen schon vorbei geschaut: „Mir hat er Mandarinen und ein Buch auf den Esstisch gelegt“, sagt der neunjährige Florian. Bei Lucia hat er einen Café-Gutschein im Schuh vor der Haustür hinterlassen. „Ich hatte ihm ein Schüsselchen mit Schafskäse hingestellt – den hat er aufgegessen“, sagt die Neunjährige mit wissendem Lächeln.

Der Nikolaus ist kein Weihnachtsmann

„Nikolaus, bist ein guter Mann“ singen die Kinder im Gottesdienst aus voller Kehle und aus Überzeugung. Pastorin Hanna Kreisel-Liebermann ruft ihnen einen feinen theologischen Unterschied in Erinnerung: „Der Weihnachtsmann hat mit dem Nikolaus eigentlich nichts zu tun“, sagt sie. „Der kommt aus Amerika und wurde von einer Brausefirma nur erfunden.“

Was es mit dem echten Nikolaus auf sich hat, erzählt dieser selbst: Er, der christliche Heilige, hat vor vielen Jahrhunderten in der heutigen Türkei segensreich gewirkt. Der Nikolaus berichet davon, wie er die Stadt Myra vor einer Hungersnot bewahrte und wie er einem alleinerziehenden Vater von drei Töchtern mit heimlichen Geschenken finanziell aus der Bredouille half. Der echte Nikolaus steht eben nicht fürs Kaufen, sondern fürs Gegenteil – fürs Schenken.

Ganz still wird es, als der Nikolaus plaudernd durch die Kirche geht. 700 Grundschüler können ziemlich leise sein. Und nach dem Vater unser dürfen die Lehrerinnen für jede Klasse eine Kerze anzünden und mit in die Schule nehmen. Um ein Licht in die Welt zu tragen. Ganz im Sinne des Nikolauses.

Von Simon Benne

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